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22.10. NHL-Spiel-Übersicht: Canucks drehen im Schlussdrittel auf

Alle fünf Tore nach der zweiten Pause beim 5:2-Sieg in Detroit, viel Historisches in Calgary und Chicago, erstes Saisontor für Tobias Rieder

von Christian Treptow @NHLde / Freier Autor NHL.com/de

Horvats erster Karriere-Hattrick

VAN@DET: Horvat mit Hatty bei Canucks' Comeback

Bo Horvat schießt zwei Powerplaytore zum 2:2-Ausgleich und komplettiert mit einem Empty-Netter seinen ersten Hattrick in der NHL.

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Viel Historie war an diesem Spieltag geboten. Hauptsächlich ging diese auf das Konto der Washington Capitals, die 5:3 bei den Calgary Flames gewannen. Da ging das erste Saisontor des Deutschen Tobias Rieder für die Flames fast unter. Aber auch in Chicago gab es ein bisschen was für die Geschichtsbücher. Auch wenn sich die Fans der Blackhawks nach der 1:2-Niederlage nach Penaltyschießen gegen die Vegas Golden Knights darüber nicht unbedingt gefreut haben dürften. Ein furioses Schlussdrittel legten die Vancouver Canucks hin. Beim 5:2-Sieg in Detroit schossen sie alle Tore im letzten Drittel. Nicht aufzuhalten waren auch die Nashville Predators beim 6:1-Heimsieg gegen die Anaheim Ducks. Und die Boston Bruins versüßen Torwart Tuukka Rask das Jubiläum gegen die Toronto Maple Leafs. 

Die Spiele vom Dienstag im Detail:

Pastrnak mit zehntem Saisontor bei Bruins-Sieg gegen Toronto

Noch vor wenigen Tagen mussten sich die Boston Bruins bei den Toronto Maple Leafs geschlagen geben. Im heimischen TD Garden drehten die Bruins jetzt den Spieß um und bezwangen das Team von Coach Mike Babcock 4:2. Verlassen konnten sie sich dabei einmal mehr auf zwei ihrer Top-Stars. David Pastrnak und Brad Marchand kamen zusammen auf vier Scorerpunkte. Pastrnak sorgte auf Vorlage von Marchand nach gut 17 Minuten für die Führung der Gastgeber. Es war bereits sein zehnter Saisontreffer, womit er sich an die Spitze der Torjägerliste in der NHL setzte. Im zweiten Abschnitt glich Kasperi Kapanen zunächst aus, ehe Marchand nach Vorarbeit von Pastrnak zum 2:1 für Boston traf. Alexander Kerfoot markierte noch vor der zweiten Pause das 2:2. Im Schlussdrittel brachte Brett Ritchie die Bruins endgültig auf die Siegerstraße. Par Lindholm sorgte mit seinem ersten Saisontor gut zwei Minuten vor Schluss für die Entscheidung. Für Boston war es der erste Sieg nach zuvor je einer Niederlage nach Penaltyschießen und Verlängerung. Bei den Bruins absolvierte Torwart Tuukka Rask sein 500. NHL-Spiel.

Video: TOR@BOS: Pastrnak erzielt durch die Beine ein PPG

Eichel-Doppelpack bei fünftem Sabres-Heimsieg

Ganz schön strecken mussten sich die Buffalo Sabres, ehe sie die San Jose Sharks 4:3 nach Verlängerung bezwungen hatten. Jack Eichel sorgte mit seinem zweiten Treffer des Spiels für die Entscheidung nach 3:13 Minuten in der Verlängerung. Dabei hatte es zunächst nicht danach ausgesehen, als ob die Sabres einen weiteren Sieg einfahren sollten. Denn nach dem ersten Drittel lagen die Gäste aus Kalifornien 2:0 in Führung. Dylan Gambrell und Marc-Edouard Vlasic hatten getroffen. Für beide war es jeweils der erste Saisontreffer. Der Schweizer Timo Meier verbuchte bei Vlasics Tor einen Assist. Nach der Pause glichen die Sabres aus. Eichel und Sam Reinhart schossen die Tore. Als Jeff Skinner nach 45 Sekunden im dritten Drittel zum 3:2 traf, war die Partie komplett gedreht. Doch die Sharks holten sich dank Erik Karlssons erstem Saisontor noch einen Punkt. Für die Sabres war es der fünfte Sieg im fünften Heimspiel zum Start der Runde. Damit haben sie den zweitbesten Start der Franchisegeschichte eingestellt. Ein Erfolg fehlt ihnen noch, um die Marke von sechs Siegen aus der Spielzeit 1975/76 zu egalisieren. 

Malgin trifft bei Panthers-Sieg gegen Penguins

Video: PIT@FLA: Malgin netzt vom einen Kreis Onetimer ein

Der Schweizer Denis Malgin und die Florida Panthers haben durch einen 4:2-Heimsieg gegen die Pittsburgh Penguins ihre Serie ausgebaut und im sechsten Spiel in Folge mindestens einen Punkt geholt. Malgin hatte mit einem Tor und einer Vorlage wesentlichen Anteil am Erfolg. Nach torlosem erstem Drittel brach Noel Acciari im Mittelabschnitt den Bann für die Gastgeber. Teddy Bluegers Ausgleich konterte Malgin. Nach der zweiten Pause sorgte Jonathan Huberdeau für die erstmalige Zwei-Tore-Führung der Panthers. Patric Hornqvist verkürzte zwar, doch Frank Vatrano machte alles klar für die Gastgeber. Bei den Panthers gab Brian Boyle seinen Einstand. Am Sonntag hatte er beim Team unterschrieben. Er kam auf gut 14 Minuten Eiszeit. Der deutsche Nationalspieler Dominik Kahun in Diensten der Penguins blieb ohne Scorerpunkt und kam auf gut 13 Minuten Eiszeit.

Vierter Sieg in Folge für Coyotes

Der Österreicher Michael Grabner und die Arizona Coyotes haben einen Lauf. Die Coyotes gewannen 3:2 nach Verlängerung bei den New York Rangers und fuhren den vierten Sieg in Serie ein. Lawson Crouse brachte die Gäste im ersten Drittel in Führung. Diese glich Tony DeAngelo nach der ersten Pause aus. Nach dem 1:2 durch Alex Goligoski war wieder DeAngelo zur Stelle. Nach torlosem Schlussdrittel sicherte Christian Dvorak mit seinem vierten Saisontor den Coyotes den Zusatzpunkt. Grabner stand knapp 15 Minuten auf dem Eis, blieb diesmal aber ohne Scorerpunkt.

Canucks drehen im Schlussdrittel richtig auf

Dank eines überragenden Schlussdrittels gewannen die Vancouver Canucks 5:2 bei den Detroit Red Wings. Die Gastgeber hatten in der Little Caesars Arena nach 40 Minuten durch Tore von Anthony Mantha und Dennis Cholowski schon 2:0 geführt. Im Schlussabschnitt drehten die Gäste von der Pazifikküste aber so richtig auf. Bo Horvat glich zunächst per Doppelpack aus. Beide Treffer fielen jeweils im Powerplay. Jake Virtanen und Tim Schaller sorgten dann für die Treffer drei und vier, ehe Horvat mit einem Treffer ins leere Tor seinen Hattrick komplettierte. Für den Center war es der erste Hattrick in seiner NHL-Karriere. In der Franchisegeschichte der Canucks war es erst das sechste Mal, dass sie fünf Tore in einem Schlussdrittel schossen. Zuletzt gelang ihnen das im April 1993.
  
Predators ohne Probleme gegen Ducks

Video: ANA@NSH: Josi schießt durch den Verkehr im Powerplay

Angeführt von ihrem Schweizer Kapitän Roman Josi haben die Nashville Predators einen ungefährdeten 6:1-Heimsieg gegen die Anaheim Ducks mit dem deutschen Verteidiger Korbinian Holzer eingefahren. Josi und Colton Sissons sorgten für eine 2:0-Führung der Gastgeber nach dem ersten Drittel. Rocco Grimaldi und Mattias Ekholm bauten diese nach der Pause aus. Im Schlussabschnitt gelang Ryan Getzlaf zunächst etwas Ergebniskosmetik, ehe Viktor Arvidsson mit einem Doppelpack für den Endstand sorgte. Josis Schweizer Teamkamerad Yannick Weber blieb ohne Punkt. 

Wild dämmen Oilers-Offensive ein

Ausgerechnet gegen die bislang wenig überzeugenden Minnesota Wild blieben Leon Draisaitl und die Edmonton Oilers ohne Torerfolg. Die Wild gewannen ihr Heimspiel 3:0 und machten schon im ersten Drittel alles klar. Da trafen Eric Staal per Doppelpack und Brad Hunt. Zu dessen Tor lieferte Staal auch noch die Vorarbeit. Bei den Wild teilten sich Alex Stalock (16 Saves) und Devan Dubnyk (neun Saves) den Shutout. Es war erst das zweite Mal in der Franchisegeschichte der Wild, dass sich zwei Keeper einen Shutout teilten. Zum ersten Mal passierte das am 5. Dezember 2015 gegen die Colorado Avalanche. Damals hielten Dubnyk und Darcy Kuemper den Kasten sauber. Die Oilers tun sich dagegen aktuell mit dem Toreschießen schwer. Zum zweiten Mal in Folge blieb die Truppe um Draisaitl und Connor McDavid ohne Treffer. 

Kopitar schießt Kings zum Sieg

Mit einem 3:2-Erfolg bei den Winnipeg Jets haben die Los Angeles Kings ihren vier Spiele umfassenden Roadtrip begonnen. Im Bell MTS Place zu Winnipeg gingen die Kings dreimal in Führung. Doch erst auf den dritten Treffer der Kalifornier im Schlussabschnitt durch Anze Kopitar hatten die Gastgeber keine Antwort mehr. Bei diesem wurde auch Kings-Torwart Jonathan Quick ein Assist zugesprochen. Im ersten Drittel hatte Austin Wagner für das 1:0 der Gäste gesorgt. Kyle Connor glich diesen Treffer aus. Nach der ersten Pause war es Kurtis MacDermid, der für die Kings vorlegte. Nikolaj Ehlers traf zum 2.2. Kopitar fehlen nur noch zwei Scorerpunkte zur Marke von 900. Winnipegs Ville Heinola ist der erste Verteidiger, der jünger als 19 Jahre ist und in seinen ersten acht NHL-Spielen fünf Scorerpunkte verbuchte seit Oleg Tverdovsky im Jahre 1995. 

Erstes Dach-Tor reicht Blackhawks nicht

Video: VGK@CHI: Dach schießt sein erstes NHL-Tor

Die Zuschauer im United Center von Chicago bekamen etwas Eishockeygeschichte zu sehen. Freuen konnten sie sich aber nach der 1:2-Niederlage nach Penaltyschießen gegen die Vegas Golden Knights nur bedingt. Zum einen wurden die Fans Zeuge des ersten NHL-Treffers von Blackhawks-Rookie Kirby Dach, der beim Draft 2019 an dritter Stelle gezogen worden war. Er brachte die Gastgeber im ersten Drittel in Führung. Mit 18 Jahren und 274 Tagen ist er der sechstjüngste Spieler im Trikot der Blackhawks, der sein erstes NHL-Tor erzielte. Da Nick Holden im Schlussabschnitt noch der Ausgleich gelang und im Penaltyschießen bei den Golden Knights Jonathan Marchessault und Shea Theodore trafen, bei Chicago aber nur Jonathan Toews, wurden die Fans Zeugen des 446. Karrieresiegs von Vegas-Goalie Marc-Andre Fleury. Damit ließ er Terry Sawchuk hinter sich und ist nun in der ewigen Bestenliste auf Rang sieben.  

Rieder trifft erstmals für die Flames

Ein Fall für die Geschichtsbücher war auch der 5:3-Sieg der Washington Capitals bei den Calgary Flames. Bei den Gästen aus der US-Hauptstadt ging nämlich die John Carlson-Show weiter. Der Verteidiger traf doppelt und ist somit erst der vierte Verteidiger in der NHL-Historie, der im Oktober mindestens 20 Scorerpunkte verbucht. Vor ihm schafften das nur Brian Leetch (21; 1990), Paul Coffey (21; 1998) und Al MacInnis (25; 1990). Für diese 20 Scorerpunkte brauchte Carlson nur elf Spiele, was ihn auf Platz zwei der NHL-Bestenliste bringt, gemeinsam mit Bobby Orr (1974/75, Boston Bruins). Lediglich Coffey schaffte es 1988/89 im Trikot der Pittsburgh Penguins in zehn Partien. Mit seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 3:2 überholte Capitals-Stürmer Alex Ovechkin Mark Messier bei Auswärtstreffern mit gleicher Anzahl von Spielern auf dem Eis. Da kommt Ovechkin, nun auf Rang sieben, auf 210. Wayne Gretzky führt die Liste mit 277 Toren an. Etwas unter ging bei so viel Eishockeyhistorie fast der erste Saisontreffer des deutschen Nationalspielers Tobias Rieder im Trikot der Flames. Rieder traf 16 Sekunden vor dem Ende zum 3:5. 

Aufgeschnappt:

"Er ist unser Ass. Er ist schon das ganze Jahr lang außergewöhnlich. Er ist der Grund, warum wir eine so gute Bilanz haben. Was haben wir? Sieben Siege, vier Niederlagen? Ich bin da nicht mal sicher. Aber er ist unglaublich." Golden Knights-Coach Gerard Gallant über Torwart Marc-Andre Fleury 

"Wir haben am Morgen noch darüber gesprochen, wie wichtig es wäre, mit drei statt mit zwei Siegen die Heimreise anzutreten. Das sind die Spiele, die man gewinnen muss, wenn man in die Playoffs will." Canucks-Stürmer Jake Virtanen nach dem 5:2-Sieg in Detroit 

"Wir sind Freunde abseits des Eises und das überträgt sich auf das Eis. Ich denke, wir kennen uns gut und wir sprechen viel miteinander. Er macht großartige Aktionen auf dem Eis. Er ist ein intelligenter Spieler und wirklich unterschätzt." Predators-Stürmer Viktor Arvidsson über seinen Sturmkollegen Calle Jarnkrok 

"Ich bin einfach superglücklich, dass ich seit so vielen Jahren Teil dieser Organisation und einer Stadt wie dieser sein darf." Bruins-Goalie Tuukka Rask nach seinem 500. NHL-Spiel, die er alle im Trikot der Bruins absolvierte

Die "Three Stars" des Abends:

1st Star: Bo Horvat, Vancouver Canucks (drei Tore)
2nd Star: John Carlson, Washington Capitals (zwei Tore)
3rd Star: Jack Eichel, Buffalo Sabres (zwei Tore, zwei Assists)

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