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Die NHL-Torhüter bekommen immer mehr zu tun

Inside The Numbers: Goalies stehen unter Beschuss - Steigende Gegentorschnitte und fallende Fangquoten sind die Folge

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Jeden Mittwoch in der Saison 2018/19 wird NHL.com/de in der Rubrik "Inside the numbers" nach verschiedenen Trends und Statistiken suchen, um Euch die Analyse des Spiels näherzubringen.

In dieser Ausgabe: Goalies unter Beschuss

Über mehr Tore und steigende Powerplay-Zahlen in der Saison 2018/19 wurde bereits in den letzten Ausgaben von "Inside the numbers" berichtet. In dieser Ausgabe drehen wir den Scheinwerfer und blicken auf sinkende Torwart-Statistiken. Sind die Goalies wirklich schlechter geworden oder werden sie vom explosiven Offensiv-Trend beeinflusst?

Rinne, der Ausnahme-Torwart

Unter den aktuellen Top-Goalies (mindestens 20 Spiele) ragt Pekka Rinne von den Nashville Predators heraus. Er kommt auf eine Fangquote von 93,0 Prozent und einen Gegentorschnitt von 1,96. Beides sind überragende Werte für einen Schlussmann in der NHL - in der Vergangenheit genauso wie heute. Bereits im Vorjahr lag der 36-jährige Finne am Saisonende ganz oben in dieser Statistik. Seine Werte damals: 92,7 Prozent Fangquote und 2,31 Gegentore pro Spiel. Rinne konnte sein hohes Niveau also halten. Er bekam allerdings im Durchschnitt auch weniger Schüsse aufs Tor (26,6 pro Spiel) als noch 2017/18 (31,2 Schüsse pro Spiel). Ein Grund hierfür ist unter anderem die beste Defensive in der NHL, die vor ihm steht: Nashville lässt die viertwenigsten Schüsse zu (28,5 pro Spiel) und kassiert die wenigsten Gegentreffer (2,53 pro Spiel).

Die Predators haben ein funktionierendes Defensivkonstrukt mit eingespielten Torhütern und Verteidigern. Ein Trend zu schlechteren Keeper-Zahlen lässt sich hier nicht ablesen - trotz der neuen Offensivwucht in der laufenden Saison.

Video: COL@NSH: Rinne langt raus und rettet mit der Fanghand

Rückgang der Fangquoten erkennbar

Allerdings fällt auf, dass in der Breite nun weniger Goalies auf überdurchschnittlich gute Fangquoten kommen. 2018/19 sind es bislang zehn Torwächter, deren Rettungsquote über 91 Prozent liegt (mindestens 20 Spiele). Es sind neben Rinne noch Frederik Andersen (Toronto Maple Leafs, 92,6 Prozent), John Gibson (Anaheim Ducks, 92,5 Prozent), Casey DeSmith (Pittsburgh Penguins, 92,5 Prozent), Jimmy Howard (Detroit Red Wings, 92,3 Prozent), Semyon Varlamov (Colorado Avalanche, 91,8 Prozent), Carter Hutton (Buffalo Sabres, 91,7 Prozent), Henrik Lundqvist (92,6 Prozent), Braden Holtby (Washington Capitals, 91,1 Prozent) und Connor Hellebuyck (Winnipeg Jets, 91,0 Prozent).

 

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Zum Vergleich: 2017/18 waren es noch 13 Torhüter mit einer Fangquote von über 91 Prozent, 2016/17 sogar deren 15 und 2015/16 14 an der Zahl. In der Breite erreichten also deutlich weniger Goalies eine derart hohen Wert. Nimmt man die durchschnittliche Fangquote aller Keeper mit über 55 Spielen ist ebenfalls ein Rückgang der Quoten zu beobachten: 2015/16 waren es im Schnitt noch 91,8 Prozent, 2016/17 91,5 Prozent, 2017/18 91,6 Prozent und nun 2018/19 (Goalies mit mindestens 20 Spielen) nur noch 91,1 Prozent.

Video: ANA@CAR: Gibson wehrt Di Giuseppe mit Fanghand ab

Anstieg des Gegentorschnitts

Ein weiterer Goaltending-Indikator ist der Gegentorschnitt. In der laufenden Spielzeit kommen unter den 20 Torhütern mit über 20 Spielen gleich deren sechs über einen Wert von 3,0 - und deren 18 über einen Wert von 2,5. 2017/18 knackten nur zwei Keeper die 3,0-Grenze nach oben und elf die 2,5. 2016/17. 2015/16 überschritt sogar kein einziger Schlussmann mit mindestens 55 Spielen die 3,0-Marke. Mehr als 2,5 Gegentore pro Partie kassierten nur zehn Torwächter in 16/17 sowie fünf in 15/16. Ein klares Signal dafür, dass es in den Kästen häufiger scheppert.

Doch sind die Goalies in dieser Saison deshalb auch schlechter? Die Schlussleute mit einem Gegentorschnitt von über 3,0 in der laufenden Saison haben jedenfalls eine Menge zu tun: Craig Anderson (Ottawa Senators, 3,58 Gegentore/Spiel, 36,0 Torschüsse/Partie), Corey Crawford (Chicago Blackhawks, 3,21, 31,5), Jacob Markstrom (Vancouver Canucks, 3,19, 31,8), Sergei Bobrovsky (Columbus Blue Jackets, 3,14, 28,9), Jake Allen (St. Louis Blues, 3,11, 28,1) und Keith Kinkaid (New Jersey Devils, 3,03, 30,1) werden mit Schüssen regelrecht eingedeckt. Im Vorjahr bekamen die beiden Ü-3,0-Keeper Anderson (3,32, 30,5) und Cam Talbot (Edmonton Oilers, 3,02, 30,5) noch deutlich weniger zu tun.

 

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Goalies bekommen mehr zu tun

Ein Zusammenhang von Schüssen und Goalie-Werten ist also nicht von der Hand zu weisen. Eishockey wird gerade in der NHL immer schneller und offensiver geführt. Steigen diese Werte an, werden die Torhüter schneller weichgeschossen und haben mit einer rascher einsetzenden Ermüdung sowohl im körperlichen wie auch im mentalen Bereich zu kämpfen. Deswegen sind sie aber keineswegs schlechter als in den Vorjahren, sie werden schlichtweg mehr gefordert.

Anderson musste zum Beispiel in dieser Saison bereits 972 Schüsse in 27 Spielen entschärfen - eine unglaublich hohe Zahl. Sein Klub, die Ottawa Senators, pflegen einen eher wilden und riskanten Eishockey-Stil, lassen durchschnittlich pro Spiel 38,3 Schüsse und 3,94 Gegentore zu. Geben selbst aber auch 29,5 Torschüsse pro Partie ab (25.) und erzielen 3,39 Treffer pro Spiel (8.). Spiele mit Beteiligung der Senators haben somit einen hohen Unterhaltungswert.

Der Trend zu mehr Offensive dürfte den Eishockey-Fans gefallen - wohl aber nicht so manchem Torwart.

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