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NHL Experten diskutieren Ovechkin vs Kane

von Dan Rosen / NHL.com

Chicago Blackhawks Rechtsaußen Patrick Kane oder Washington Capitals Linksaußen Alex Ovechkin, wen fürchtet ihr mehr?

Diese Frage kann für große Diskussionen unter Freunden sorgen. Oder noch besser, man steckt Fans von Chicago und Washington in einen Raum, stellt die Frage und wartet, wie laut es wird.

Stattdessen fragten wir Hall of Fame Verteidiger Scott Stevens und den ehemaligen NHL Torhüter Brian Boucher, jetzt Teil des NHL Network.

Die Frage ist auch relevant, weil am Sonntag Kanes Blackhawks und Ovechkins Capitals im United Center gegeneinander antreten. Es könnte eine Vorschau auf das Stanley Cup Finale sein, besonders nach den Transfers, mit denen Blackhawks General Manager Stan Bowman diese Woche seinen Kader verstärkt hat.

Außerdem haben Kane und Ovechkin eine Phänomenale Saison.

Kane führt die NHL mit 84 Punkten an, was ihn wohl zum eindeutigen Favoriten auf die Hart Trophy macht.

Ovechkin führt mit 40 Toren mal wieder die Torschützenliste an, wenn er alle verbleibenden 22 Spiele macht, dürfte er bei etwa 55 Toren landen. Er würde zum sechsten Mal in seiner Karriere, zum vierten Mal in Folge, die Rocket Richard Trophy gewinnen und zum siebten Mal mindestens 50 Tore in einer Saison erzielen.

Trotz alldem, gaben Stevens und Boucher die gleiche Antwort. Keiner zögerte. Sie gaben sogar die gleiche Begründung.

Luke Adam
Saisonstatistik
TORE: 35 | ASSISTS: 49 | PKT: 84
SCHÜSSE: 225 | +/-: 20

"Patrick Kane", sagte Stevens. "Der Grund? Er kann besser passen als Ovechkin."

OK, tauchen wir weiter ein.

Warum macht Kanes Passstärke ihn gefährlicher mit dem Puck als Ovechkin, der den wohl besten Schuss der Liga hat, möglicherweise den besten, seit Brett Hull auf seinem Höhepunkt war?

"Kane ist ein Wanderer", sagte Stevens. "Er hat so eine gute Stocktechnik, wahrscheinlich die beste der Liga und er findet den freien Raum. Er ist schwer zu finden. Bei Ovechkin weiß ich, wo er sein wird."

Boucher ging sogar noch weiter und sagte, Kane könne genauso gut passen wie schießen, deshalb denke er, er sei der gefährlichere.

"Wenn Ovechkin den Puck hat, denke ich nie, dass er passen wird. Ich denke er versucht in eine Schussposition zu kommen. Er schießt aus dem Lauf. Er schießt durch die Menge. Er hat keine Angst davor zu schießen. Deshalb hat er am Ende der meisten Spiele acht Torschüsse.

"Bei Kane weiß man nie, wann er schießen wird. Man weiß nicht wann er schießt und wann er passt, also muss man auf alles vorbereitet sein. Das ist so schwierig an ihm."

Bevor jemand auf die Idee kommt, es ginge hier nur darum Ovechkin schlecht zu machen, weil Stevens und Boucher denken, er ist nicht so vielseitig wie Kane: keiner der beiden würde den Puck auf Ovechkins Schläger sehen wollen, müssten sie gegen ihn spielen.

Boucher wurde von Ovechkin in dessen Rookiesaison blamiert. Über das Tor spricht er nicht gerne, erinnert sich aber lebhaft daran.

Schätzen und bewundern, Ovechkins Schuss und Torgefahr. Und in dieser Saison erweiterte sich diese Bewunderung noch auf Ovechkins Bereitschaft sich anzupassen, um dem Team zu helfen.

Capitals Trainer Barry Trotz und Besitzer Ted Leonsis haben in dieser Saison mehrmals gesagt, dass für Ovechkin nur wichtig ist, den Stanley Cup zu gewinnen, dass persönliche Leistungen, individuelle Auszeichnungen, ihm derzeit wenig bedeuten. Stevens und Boucher sagten, dass seine Spielweise das zeigt.

"Er ist noch in einem guten Alter, aber er weiß, dass sich das Fenster immer weiter schließt", sagte Stevens. "Er will keiner von denen sein, die eine große Karriere hatten aber nie den Cup gewonnen haben."

Aufgrund dieser Motivation und Reife, sind Stevens und Boucher überzeugt, dass die Zeiten, als Ovechkin dafür kritisiert wurde nur auf gute Torchancen zu warten und nicht zu Verteidigen, vorbei sind.

Trotz setzt ihn in den letzten Minuten knapper Spiele ein, besonders wenn die Caps mit einem Tor führen und auf ein leeres Tor spielen.

"Und er trifft die richtigen Entscheidungen", sagte Stevens. "Er versucht nicht Tore zu Schießen. Wenn er eine Chance kriegt und das andere Team etwas riskiert, dann nutzt er das aus, aber er spielt klug. Er spielt auf Sieg. Er spielt nicht für die Statistik und für Punkte. Das ist der große Unterschied."

Stevens und Boucher sehen auch eine Veränderung in Kanes Spielweise, eine Reife.

"Ich sehe den Willen in jedem Einsatz dominant zu sein", sagte Boucher.

Das macht ihn zu einer Bedrohung in jedem Spiel, was laut Stevens in der Vergangenheit nicht immer der Fall war.

"Ich könnte sagen, er ist engagierter, beständiger", sagte Stevens. "Er zeigt in jedem Spiel Einsatz, er will den Unterschied machen und er will den Puck. Er hat sich entschieden , sein volles Potential ausschöpfen zu wollen und so gut zu werden wie er nur kann. Es gab Spiele, in denen er kaum auffiel, aber jetzt ist er ein Faktor in jedem Spiel."

Und er ist üblicherweise der gefährlichste Spieler auf dem Eis. Das wird er laut unseren Experten auch am Sonntag sein.

"Kane ist der gefährlichere, einfach weil es bei ihm mehr Optionen gibt", sagte Boucher. "Er trifft vielleicht nicht selbst, aber am Ende

ist der Puck im Netz, weil er so gut damit umgeht."

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