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NHL-Expansionsgeschichte: Wie alles begann

von Bernd Roesch / NHL.com

Am 22. Juni wurde es von der NHL hochoffiziell bekanntgegeben: Ab der Saison 2017/18 gibt es in der NHL eine neue Franchise, die in Las Vegas beheimatet sein wird. Das 31. NHL-Team wird seine Heimspiele in der T-Mobile Arena von Paradise, Nevada austragen. Es steht auch schon fest, dass es in die Pacific Division der Western Conference eingeteilt wird. Der zukünftige Teamname, die Logos und die Trikots wurden noch nicht vorgestellt. Im Jahr 2000 hatte die NHL mit den Minnesota Wild und den Columbus Blue Jackets zum bisher letzten Mal zwei neue Mannschaften in ihren Spielbetrieb mit aufgenommen. Der letzte Teamumzug liegt mittlerweile sechs Jahre zurück: Vor der Saison 2010/11 verließ die Franchise der Atlanta Thrashers Georgia und ließ sich unter dem neuen Namen Winnipeg Jets in Manitoba nieder.

Wenn die NHL am 22. November 2017 ihren Geburtstag feiert, dann konnte sie in den ersten 100 Jahren ihres Bestehens insgesamt 37 Teams willkommen heißen, elf davon haben im Laufe der Zeit ihren Teamnamen geändert, obwohl sie in der gleichen Stadt blieben, 13 sind umgezogen und sechs haben ihren Spielbetrieb komplett eingestellt.

Es ist also nichts Neues, dass in der besten Eishockeyliga der Welt Mannschaften kommen, gehen oder sich umbenennen. Seit Gründung der NHL im Jahre 1917 gab es immer wieder Veränderungen bei den teilnehmenden Teams. Von den fünf Gründungsmitgliedern, den Montreal Canadiens, Montreal Wanderers, Ottawa Senators, Quebec Bulldogs und Toronto Arenas sind nur noch die Canadiens unter gleichem Namen geblieben.

Die Wanderers stellten bereits nach der ersten Saison 2017/18 ihren Spielbetrieb ein, die Franchise der Senators (nicht zu verwechseln mit den jetzigen Ottawa Senators) existierte mit einem Jahr Unterbrechung (1930/31) bis 1934 und die Bulldogs zogen zweimal um, im Jahre 1920 zunächst nach Hamilton, Ontario (Hamilton Tigers) und fünf Jahre später in die Ostküstenmetropole New York, wo sie sich als New York Americans bis zur Saison 1940/41 auf Torjagd begaben. In der darauffolgenden Saison, der letzten ihres Bestehens, traten die Americans unter dem Namen Brooklyn Americans an.

Und was geschah mit den Arenas aus Toronto? Der Name und die Teamfarben der Franchise haben sich zweimal geändert, doch sie sind immer noch als Toronto Maple Leafs in der NHL aktiv. 1918/19 traten sie noch ganz in Blau an, in der darauffolgenden Saison firmierten sie als Toronto St. Patricks und trugen grün-weiße Jerseys. Im Jahre 1922 konnten die St. Pats sogar einmal den Stanley Cup gewinnen.

Als die Franchise 1927 an eine neue Eigentümergruppe aus Toronto verkauft wurde, entschied die sich für den Zusatz Maple Leafs, der allen Eishockeyfans weltweit geläufig ist. Mit 13 Stanley Cup Titeln sind die Maple Leafs noch immer nach den Canadiens das zweiterfolgreichste Team der NHL.

Gegründet wurde die National Hockey League als Liga für Eishockeymannschaften aus den kanadischen Provinzen Quebec und Ontario, doch schon im achten Jahr ihres Bestehens expandierte sie Richtung Süden in die USA. Von der Saison 1919/20 bis zur Saison 1922/23 bestand die Liga nur aus vier Mannschaften (Canadiens, Senators, Tigers, St. Patricks). In der darauffolgenden Spielzeit kamen die Montreal Maroons (1924-38) und die heute noch bekannten Boston Bruins, als erstes in den USA beheimatete Team, hinzu.

Während sich in Boston bereits in den 20er Jahren eine Eishockeyhochburg entwickelte, hatten zwei andere Franchises aus den USA weniger Glück: Die bereits erwähnten Americans scheiterten finanziell an der Konkurrenz ihres 1926 gegründeten Lokalrivalen, den New York Rangers, und die erstmals in der Saison 1925/26 angetretenen Pittsburgh Pirates zogen 1930 innerhalb von Pennsylvania nach Philadelphia um, wo sie als Philadelphia Quakers nur noch die Spielzeit 1930/31 bestritten, ehe sie sich ganz auflösten.

Den Eishockeysport erfolgreich in einer US-Stadt etablieren konnten auch die Chicago Black Hawks und die Detroit Cougars. Beide Franchises traten 1926/27 zum ersten Mal an und gehören noch immer zur Liga. Aus den Cougars wurden 1930 die Falcons und 1932 die noch heute um Titel kämpfenden Red Wings. Bei den Black Hawks war die Namensänderung weniger auffällig: Sie entschieden sich im Jahre 1986, das Leerzeichen in ihrem Beinamen zu entfernen und machten sich fortan als Blackhawks drauf und dran Titel einzuheimsen.

Von 1942 bis 1967 sollte es in der NHL keine Erweiterungen mehr geben, so dass sich für die Canadiens, Leafs, Bruins, Rangers, Red Wings und Blackhawks die weltweit bekannte Bezeichnung 'Original Six' etablierte.

In den folgenden Jahrzehnten bis zur Jahrtausendwende ging es dann wieder richtig turbulent zu und es wurden bis heute weitere Erfolgsgeschichten von neu gegründeten Teams geschrieben.

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