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NHL Europa-Spiel der Woche: Karlssons Heimkehr

Am Samstag um 19 Uhr MEZ treten die San Jose Sharks in Ottawa live auf Teleclub (Schweiz) an

von Bernd Rösch @nhlde / NHL.com/de Chefautor

Die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte ist immer etwas Außergewöhnliches. Es lässt keinen Eishockeyspieler kalt, wenn er an jenem Ort, für dessen Team er jahrelang die Schlittschuhe geschnürt hat, zum ersten Mal gegen seine ehemaligen Kollegen antritt. Vor allem ist nicht kalkulierbar, welche Reaktion die heimischen Fans zeigen werden. 

Ein erstes Wiedersehen mit liebgewonnenen Anhängern und Freunden gibt es für Verteidiger Erik Karlsson beim NHL European Game of the Week am kommenden Samstag, wenn die Ottawa Senators die San Jose Sharks empfangen (19:00 MEZ; Schweiz: Teleclub; NHL.tv). 

 

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In jeder Heimpartie standen sie hinter ihm, feuerten ihn an und bejubelten jede gelungene Aktion. Doch nun kommt er als Gegner dorthin zurück, wo er sich noch immer tief verbunden fühlt und der seit Anbeginn seiner NHL-Karriere sein Lebensmittelpunkt war. Hier in Ottawa hat er seine Frau Melinda kennen- und zu lieben gelernt.

Im Canadian Tire Centre der kanadischen Hauptstadt schoss der 28-Jährige von 2009 bis 2018 in 312 Heimspielen 68 Tore und bereitete 204 Treffer für seine Senators vor. Als Senator gewann er in den Jahren 2012 und 2015 die James Norris Memorial Trophy als bester Defensivmann der Liga.

Kein Verteidiger in der Geschichte des Klubs kam auf mehr als die 82 Scorerpunkte (16 Tore, 66 Assists) von Karlsson in der Saison 2015/16. Er verdrängte in der Ewigkeitsliste Karlsson 2011/12, gefolgt von Karlsson 2011/12, Karlsson 2013/14 und Karlsson 2014/15 auf die Plätze. Doch auf Rang sechs liegt Norm MacIver, dem mit 63 Punkten (17 Tore, 46 Assists) in der Spielzeit 1992/93 ein Zähler mehr gelang als dem Siebtplatzierten - namens Karlsson - mit neun Toren und 53 Assists in 2017/18.

Video: VAN@SJS: Erik Karlsson trifft im Powerplay

Der schwedische Blueliner ist sich nicht sicher, wie er in jenem Spiel empfangen werden wird, dem er entgegenfiebert, seit er am 13. September von dem mit den Sharks ausgehandelten Trade erfuhr, der ihn nach San Jose brachte. "Es wird anders sein, irgendwie seltsam, doch ich werde Spaß dabei haben. Wie emotional es wird, muss sich herausstellen", bekundete Karlsson Vorfreude auf die Partie.

Warum sollte ihm jemand nachtragend sein? Karlsson hat über die neun Jahre seiner Schaffenszeit in Ottawa so viel für diese Mannschaft getan, bei der er von 2014 bis 2018 als Teamkapitän das 'C' auf der Brust trug.

NHL-Fans sind nicht nachtragend, wenn einer ihrer Spieler seinen Arbeitgeber wechselt, selbst wenn ein Weggang eine solch große Lücke reißt wie der von Karlsson. So läuft eben das alltägliche Business.

Viel lieber wird auf das zurückgeblickt, was das 'verlorene Kind' in der Vergangenheit geleistet hat.

Eine ähnliche Gefühlswelt wie sie nun Karlsson bevorsteht, machte in der laufenden Saison Max Pacioretty durch. Am 11. November hatte der Stürmer mit den Vegas Golden Knights seinen ersten Auftritt als Gast bei den Montreal Canadiens. Mit stehenden Ovationen wurde er im Bell Centre empfangen, während er auf dem Videowürfel geehrt wurde. Von der freundlichen Begrüßung angespornt, lieferte Pacioretty eine engagierte Vorstellung mit neun Torschüssen ab.

Die Erfahrung, dass man auch den Unmut der frankokanadischen Fans zu spüren bekommen kann, machte Verteidiger P.K. Subban am 3. März 2017 als er beim Stande von 1:0 für die Nashville Predators im dritten Drittel den Missmut der Fans auf sich zog. "Ich glaube das war das erste Mal, dass ich im Bell Centre ausgebuht wurde, aber irgendwie habe ich das auch genossen", merkte Subban nach der Partie an und fügte hinzu. "Ich habe viele Spiele in diesem Gebäude bestritten, viele tolle Dinge sind hier und in dieser Stadt passiert. Alle diese Erinnerungen kommen in einem hoch. Ganz egal, ob es sich um Dinge, die mit dem Krankenhaus, den Kindern oder der Familie, den Kollegen oder emotionalen Spielen zu tun haben handelt. Ich fühlte, dass ich das mit allen Fans und der Community hier geteilt habe."

Auch bei Marc-Andre Fleury und Patrick Marleau brodelte in der vergangenen Saison die Gefühlswelt. Am 31. Oktober 2017 trat Marleau mit den Maple Leafs bei den Sharks an für die er von 1997 bis 2017 zwei Jahrzehnte lang stürmte. Vom herzlichen Empfang mit Video-Ehrung unter tosendem Applaus, zeigte sich der 39-Jährige berührt: "Das war schon extrem ungewöhnlich so von den Sharks, der Organisation und von den Fans geehrt zu werden. Das werde ich niemals vergessen."

 

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Fleury, der mit den Pittsburgh Penguins in den Jahren 2009, 2016 und 2017 dreimal den Stanley Cup gewann und beim NHL Entry Draft von den Golden Knights ausgewählt wurde, erlebte seinen Gänsehaut-Moment am 7. Februar 2018 als er mit seinem neuen Team erstmals in der ihm vertrauten PPG Paints Arena antrat. "Ich wusste nicht, was mich erwartet. Im Warm-Up schauderte es mich", sagte Fleury. "Es war eine Nacht, ein Spiel, an das ich mich für immer erinnern werde."

Ähnlich wird es auch Karlsson ergehen, wenn er am Samstag durch die Katakomben der Arena in Ottawa läuft, wo er jede Ecke kennt, bevor er die Abzweigung Richtung Gästekabine einschlagen muss.

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