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NHL.com/de: Frage & Antwort mit Roman Josi

von Stefan Herget / NHL.com

Im Rahmen der NHL Player Media Tour zum Saisonstart fanden sich einige Spieler in Toronto ein. Unter ihnen als einziger deutschsprachiger Vertreter Roman Josi von den Nashville Predators. Der 25-jährige Schweizer stellte sich NHL.com/de für ein exklusives Interview zur Verfügung.

Zentraler Punkt war zunächst der World Cup of Hockey 2016 vom 17. September bis 1. Oktober nächsten Jahres, dem viele Spieler bereits jetzt entgegenfiebern, so auch Josi, der für Team Europa spielberechtigt sein würde und der sehr gerne bei dem Turnier dabei wäre.

"Es ist super für das Eishockey, dass der World Cup zurückkommt", erzählte Josi. "Ich denke, dass die besten Spieler der Welt gegeneinander spielen, gibt es sonst nur an der Olympiade und von dem her ist es ein super Ereignis. Es wäre eine große Ehre für mich, dort dabei sein zu können."

Viel Hoffnung auf einen Sieg seiner Mannschaft hat er allerdings nicht, denn auf die Frage, warum Team Europa gewinnen wird, antwortet er mehr diplomatisch als euphorisiert:

"Es gibt sehr viele gute Spieler im Team Europa. Wir müssen schauen, denn die Favoriten sind wie bei Olympia auch, Kanada, Russland, USA, die großen Mannschaften, aber Team Europa wird auch ein sehr gutes Team zusammen haben."

Von der Wichtigkeit steht dieses Turnier auch eindeutig im Schatten des Stanley Cups, denn sein Statement, ob er lieber den Stanley Cup oder den World Cup gewinnen würde, fällt nicht überraschend deutlich aus:

"Stanley Cup, weil der Stanley Cup ist das Größte für jeden Eishockeyspieler, den einmal zu gewinnen. Das ist etwas, wovon du schon als Kind träumst."

Josi hofft auf diesen Triumph schon bald, denn Nashville wird den Stanley Cup holen, "weil wir dieses Jahr ein bisschen mehr Erfahrung haben. Wir hatten letztes Jahr sehr viele Spieler, die das erste Mal Playoffs gespielt haben. Wir sind dieses Jahr wieder ein Jahr älter und hatten ein sehr junges Team. Das wird positiv sein für uns."

Dabei fühl sich der Verteidiger im Spielsystem von Trainer Peter Laviolette anscheinend sehr wohl.

"Er spielt ein sehr tempofreudiges Eishockey", sagte er auf die Frage nach dessen Einfluss.

"Er will sehr offensiv spielen und mit sehr viel Tempo. Ich denke, das hat unserem Team sehr gut gepasst letztes Jahr. Auch für mich war das super, er wollte, dass sich die Verteidiger in der Offensive einsetzen und aktiv nach vorne spielen. Es war für unser Team ein sehr gutes System."

Für seinen Partner in der Defensive Shea Weber hat Josi ebenfalls nur gute Worte. Seine Wirkung auf ihn wäre super für einen jungen Verteidiger. "Ich hatte die Chance schon im zweiten Jahr mit ihm zusammen zu spielen", verdeutlichte er weiter.

"Er ist einer der besten Spieler der Welt. Ihm jeden Tag im Training und in den Spielen zuzuschauen, ich denke für einen jungen Spieler gibt es nichts besseres, als wie von einem Spieler wie ihm zu lernen. Auch neben dem Eis ist er mit seiner Einstellung sehr professionell und definitiv ein Vorbild für mich."

Zum Thema seiner Entwicklung und der der Mannschaft hat Josi ebenfalls klare Vorstellungen.

"Ich bin noch jung und hoffe, dass ich jedes Jahr ein bisschen Fortschritte machen kann", erzählte er.

"Wir hatten ein sehr gutes Jahr letztes Jahr, haben die Playoffs geschafft und sind dann leider in der ersten Runde ausgeschieden. Wir hoffen jetzt natürlich, dass wir dieses Jahr eine ähnlich gute reguläre Saison haben und dann in den Playoffs ein bisschen weiter kommen."

Josi ist ein Bestandteil des Aufstiegs des Schweizer Eishockeys. Er hat sich in der vergangenen Saison zu einem Spitzenspieler in der NHL entwickelt. Generell sieht er sein Heimatland im Kommen.

"Wir haben in den letzten Jahren sehr viele Fortschritte gemacht", sagte er.

"Sicher mit der Silbermedaille, das war die Krönung von dem Fortschritt. Die Schweizer Liga ist sehr ausgeglichen, ist eine sehr gute Liga und jetzt kommen immer mehr Spieler und spielen Juniorenliga in Nordamerika und mehr Spieler versuchen den Sprung in die NHL. Das hilft natürlich dem Schweizer Eishockey auch."

Seine eigenen internationalen Erfahrungen mit der Nationmannschaft möchte Josi nicht missen.

"Mein Highlight war natürlich als wir die Silbermedaille gewonnen haben mit der Schweiz in Stockholm", schwärmte er noch heute.

"Das war sicher eine Riesenüberraschung für die Schweiz und es war ein super Turnier für uns. Auch sonst habe ich gute Erinnerungen an Weltmeisterschaften, konnte auch eine Olympiade spielen und das ist schon etwas sehr spezielles."

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