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Awards 2019: Tauziehen zwischen Jung und Alt

In der NHL gibt es aktuell einen spannenden Mix aus Veteranen und jungen Superstars zu bestaunen, auch bei den Awards

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de

Die NHL Awards 2019 werden in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (2 Uhr MESZ) in Las Vegas verliehen. Schauplatz des mit Spannung erwarteten Großereignisses ist das Mandalay Bay Events Center. 

NHL.com/de hatte am Dienstagabend (Ortszeit) im Vorfeld der Preisverleihung, am sogenannten Medientag, die Gelegenheit sich mit einigen der Protagonisten vor Ort zu unterhalten und über die jüngsten Entwicklungen in der Liga auszutauschen: 

 

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Vor rund 20 Jahren war die NHL in erster Linie eine Liga, in der die erfolgreichsten Mannschaften von den erfahrenen Superstars angeführt wurden. Spieler vom Schlage eines Chris Chelios, Jeremy Roenick, Joe Sakic, Ray Bourque, Marc Messier, Mario Lemieux oder auch Ron Francis, um hier nur ein paar zu nennen, standen seinerzeit groß im Mittelpunkt. Alle waren sie zu der Zeit schon um die dreißig Jahre alt, als sie ihre großen Erfolge auf dem Eis feiern konnten.

Dann, vor wenigen Jahren, kam es zu einer signifikanten Entwicklung hin zu den jungen Top-Stars. Das Spiel wurde in der Einschätzung der Experten immer schneller und dynamischer. Junge Spieler wie Patrik Laine, Auston Matthews, Leon Draisaitl, Connor McDavid oder Nico Hischier bestimmten plötzlich in erster Linie die Schlagzeilen. Und das in einem Lebensalter zwischen 18 und 22 Jahren. Erfahrung hatten sie nur vergleichsweise wenig, dafür jedoch viel Talent, ein enormes Spieltempo und eine herausragende Technik, die es ihnen ermöglichte, sofort der Liga ihren sportlichen Stempel aufzudrücken.

Video: EDM@CGY: Draisaitl reiht sich in den 50-Tore-Klub ein

Blicken wir aktuell auf die herausragenden Spieler der hinter uns liegenden Spielzeit 2018/19, dann drängt sich der Eindruck auf, ebenso anhand der Nominierten für die Awards in Las Vegas, dass es eine zuletzt kaum gesehene Ausgeglichenheit in der NHL gibt, was die Altersstruktur der Spieler betrifft, die die Liga dominieren. 

Es gibt sowohl etliche Veteranen als auch junge Talente, die mit herausragenden Leistungen auf sich aufmerksam gemacht haben, ihrem jeweiligen Team zu einer tollen Entwicklung verholfen haben.

Doch wie schätzen die Beteiligten selber eigentlich die Situation aktuell ein. Was sind die Gründe für diese Entwicklung? 

Veteran Sidney Crosby von den Pittsburgh Penguins offenbarte eine recht eindeutige Meinung: "Es ist wirklich erstaunlich, wie viele junge Leute die Liga inzwischen in der Spitze hat und was sie leisten. Als älterer Spieler weiß ich sehr zu schätzen, was sie Tag für Tag zeigen und wie konstant sie in diesen jungen Jahren bereits spielen. Es bedarf einer Menge an Disziplin in Sachen Ernährung und Körperpflege. Das war in der Zeit als ich neu in der Liga war sicherlich alles noch etwas anders. Damals war das alles längst nicht so ausgeprägt wie aktuell."

Video: NYR@PIT: Crosby zum 100. Punkt bei Guentzels 40.

Zu der Fraktion der vergleichsweise Erfahrenen zählt ebenfalls Joe Thornton von den San Jose Sharks. Auch ihm ist die große Ausgeglichenheit in der Altersstruktur bei der diesjährigen Award-Verleihung aufgefallen: "Die Balance in diesem Jahr ist bemerkenswert. Es gibt nicht mehr diese strenge Einteilung, wonach ein Spieler möglichst von großer Statur sein muss oder ähnliches. Spieler der Gegenwart haben zudem die Möglichkeit, sich über längere Zeiträume körperlich in Topform zu halten. Die medizinische Betreuung ist besser. Das hat zur Folge, dass ein Spieler in verschiedenen Altersstufen die Möglichkeit hat, der Liga seinen Stempel aufzudrücken. Es tut der Liga insgesamt gut, wenn junge Leute in die Liga drängen, den Älteren Druck machen. Das tut der Leistungsfähigkeit aller am Ende ebenfalls sehr gut, denke ich."

Der erst 20-jährige Elias Pettersson von den Vancouver Canucks tat sich mit einer Einschätzung schwer. "Das ist kompliziert. Einerseits wird das Spiel stetig jünger, wie die Leute sagen. Zumindest wird es schneller, denke ich. Es ist natürlich irre, wenn ich daran denke, dass ich regelmäßig gegen dermaßen erfahrene und herausragende Leute wie Crosby spielen darf. Andererseits gibt es eben auch viele sehr gute junge Leute in der Liga. Woran das liegt, dass sich die Kräfteverhältnisse so darstellen, das kann ich als junger Aktiver nur schwer beurteilen."

Video: VAN@CHI: Pettersson mit Canucks-Rookie-Rekord

Rasmus Dahlin von den Buffalo Sabres, mit seinen gerade einmal 19 Jahren einer der Kandidaten für die Calder Memorial Trophy als bester Neuling des Jahres, erklärte gute Leistungen der Jungspunde insbesondere durch deren große Motivation: "Viele Junge Typen wie Matthews haben es natürlich aufgrund ihrer Ausbildung im technischen Bereich drauf. Andererseits motiviert es einen als Neuling aber natürlich zusätzlich sehr, wenn er plötzlich auf die Idole der Kindheit trifft und gegen sie antreten darf. Das ist vielleicht auch ein Grund dafür, dass es derzeit eine ungewöhnlich bunte Mischung an Spielern ist, die hier vertreten ist", spekulierte Dahlin gegenüber NHL.com/de.

Der 27-jährige Mark Stone von den Vegas Golden Knights ist für die Selke Trophy im Rennen. Er relativierte im Gespräch mit uns die Altersfrage grundsätzlich: "Im Alter von 26 bis 30 ist ein Eishockeyspieler bestimmt noch nicht alt. Sicher, es gibt viele junge Stars in der NHL aktuell, doch die wirklichen Führungsspieler brauchen häufig ein Stück mehr Erfahrung. Entscheidend ist am Ende sicherlich die Frage, wie viel Talent man hat, unabhängig vom konkreten Alter. Insgesamt sind die jungen Spieler heute schon viel besser ausgebildet, wenn sie in die Liga kommen. Dann gilt es bestmöglich in Form zu bleiben. Dazu gibt es heute ideale Voraussetzungen."

Welches von beiden Lager bei der Preisverleihung 2019 am Ende triumphieren wird, die Jungspunde oder die Veteranen, das ist aktuell nicht abzusehen. Fest steht schon jetzt, dass die Liga bei dieser bunten Mischung an Spitzenathleten insgesamt top aufgestellt ist. Daran besteht in Anbetracht dieser Persönlichkeiten keinerlei Zweifel.

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