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NHL Arbitration als Mittel zum neuen Vertrag

von Stefan Herget / NHL.com

Am gestrigen Dienstag lief die Frist ab, bis zu der restricted Free Agent Spieler sich entscheiden konnten, die NHL Arbitration anzurufen. Bis heute 17 Uhr Ortszeit New York (23 Uhr MESZ) müssen die Teams nachziehen. 24 Spieler meldeten sich für den Prozess in diesem Jahr an.

Diese sind: Michael Stone (Arizona Coyotes), Tyson Barrie und Mikhail Grigorenko (beide Colorado Avalanche), Jared Coreau und Danny DeKeyser (beide Detroit Red Wings), Jordan Schroeder (Minnesota Wild), Calle Jarnkrok und Petter Granberg (beide Nashville Predators), Kevin Hayes, Chris Kreider, Dylan McIlrath und Jonathan Miller (alle New York Rangers), Kyle Palmieri (New Jersey Devils), Mike Hoffman (Ottawa Senators), Brandon Manning, Brayden Schenn und Jordan Weal (alle Philadelphia Flyers), Jaden Schwartz (St. Louis Blues), Alex Killorn und Vladislav Namestnikov (beide Tampa Bay Lightning), Frank Corrado, Peter Holland und Martin Marincin (alle Toronto Maple Leafs), Marcus Johansson (Washington Capitals).

Die Anhörungen werden zwischen dem 20. Juli und 4. August 2016 in Toronto stattfinden. Bis zum Termin dürfen beide Parteien weiterhin verhandeln und versuchen einen Abschluss zu erreichen. So einigte sich Jared Coreau mittlerweile mit den Red Wings auf einen neuen Vertrag.

Die NHL Salary Arbitration, zu deutsch NHL Gehalts-Schiedsgericht, ist eine Insitution, um Gehalts- und Vertragsstreitigkeiten zu entscheiden. Die Spieler und Klubs schlagen dabei ein Gehalt und Laufzeit für die kommende Saison vor und argumentieren schließlich für ihren Ansatz bei einer Anhörung. Am Ende entscheidet ein Schiedsrichter über das neue Gehalt.

Die meisten Spieler müssen mindestens vier Jahre Erfahrung in der NHL vorweisen, um das Schiedsgericht anzurufen, diese Frist ist allerdings für Spieler, die ihren ersten NHL Vertrag mit über 20 Jahren abgeschlossen haben aufgeweicht.

Klubs können ebenfalls das Schiedsgericht anrufen, aber während ein Spieler beliebig oft diese Maßnahme ergreifen darf, können die Klubs nur Spieler wählen, die noch nie vor dem Schiedsgericht waren und ein Spieler darf in diesem Fall nicht weniger als 85 Prozent seines bisherigen Gehaltes erhalten.

Es ist genau geregelt, was in den Entscheidungsprozess einbezogen werden darf und was nicht. So ist es verboten, den Abschluss eines vergleichbaren Unrestricted Free Agents einfließen zu lassen, ebenso wie die finanzielle Ausstattung eines Klubs bzw. deren Stand bei der Gehaltsobergrenze.

Innerhalb von 48 Stunden nach der Anhörung muss sich der Klub dann entscheiden, ob er den Schiedsspruch annimmt. Im anderen Fall kann sich der Spieler zum unrestricted Free Agent erklären.

In diesem Jahr sind die prominenten Vertreter, die das außergewöhnliche Verfahren wählten Colorado Verteidiger Barrie und Rangers Stürmer Kreider, sowie New Jersey Stürmer Palmieri, Ottawa Stürmer Hoffman, Detroits DeKeyser, Flyers Schenn, Blues Schwartz, Lightnings Killhorn und Capitals Johansson.

Barrie hat 102 Punkte in den vergangenen zwei Spielzeiten bei den Avalanche gesammelt. Bislang konnten sich beide Seiten nicht auf einen langfristigen Vertrag einigen, nachdem er in der abgelaufenen Saison 3,2 Millionen verdient hatte.

Kreider hat für New Yorker Blueshirts im zweiten Jahr in Folge 21 Tore erzielt. Seine Anrechnung auf den Salary Cap lag zuletzt bei 2,6 Millionen. Hoffman, der den Senators mit 2 Millionen zu Buche schlug, war mit 29 Treffern der beste Torschütze der Mannschaft.

Washingtons Johansson mit einem Verdienst von 3,75 Millionen in der Saison 2015-16 ist der bestbezahlteste Spieler, der das Schiedsgericht anruft. Ob er allerdings einen ähnlich hohen Vertrag bekommt, wird sich zeigen. Seine Zahlen mit 46 Punkten in 74 Spielen nach 47 Punkten in 82 Spielen der Saison 2014-15 blieben annähernd gleich bzw. waren im Verhältnis sogar leicht besser.

Gut abschneiden dürfte Schenn im Verfahren mit den Flyers, weil er in 2015-16 mit 59 Punkten so viele wie noch nie in seiner Karriere sammelte. Seine 2,75 Millionen aus dem Vorjahr sollte der 24-jährige Center leicht wieder bekommen.

Interessant ist stets, wenn in der Vorsaison lange verletzte Spieler wie Schwartz die Arbitration anrufen. In 2014-15 holte er 63 Punkte in 75 Spiele, ehe er sich im Oktober den Knöchel brach und in 33 Spielen 22 Punkte sammelte. Im Salary Cap schlug er St. Louis mit 2,7 Millionen zu Buche.

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