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NHL All-Star Game 2015: Torreich und unterhaltsam

von Bernd Roesch / NHL.com

Den Abschluss des NHL All-Stars Wochenendes, mit Action auf dem Eis und Festivitäten sowie Shows rund ums Stadion, bildet immer das NHL All-Star Game. Es hat in der NHL schon lange Tradition während einer Saison ein Spiel auszutragen, in dem die Topstars der Liga gegeneinander antreten. Das erste All-Star Game veranstaltete die NHL im Jahre 1947. Damals bestritten die Toronto Maple Leafs im altehrwürdigen Maple Leaf Gardens eine Partie gegen die NHL All-Stars.

Am heutigen Sonntag fand das 60. NHL All-Star Game in der Nationwide Arena von Columbus zwischen Team Toews und Team Foligno statt. Am vergangenen Freitag hatten die beiden Kapitäne und Namensgeber der Teams in einem Fantasy Draft ihre Kader zusammengestellt. Als Trainer der beiden Mannschaften fungieren Peter Laviolette von den Predators für Team Toews und Kings Darryl Sutter für Team Foligno. Mit Johnny Gaudreau, Aaron Ekblad und Filip Forsberg durften drei Rookies an ihrem ersten All-Star Game teilnehmen.

Es wird immer versucht, dass jeder NHL-Club mindestens durch einen Spieler im All-Star Game vertreten ist, doch Jimmy Howard von den Detroit Red Wings und Erik Johnson von den Colorado Avlanche mussten verletzungsbedingt absagen, so dass von ihren Franchises keiner im Aufgebot steht. Die meisten Spieler stellten die Chicago Blackhawks mit Corey Crawford, Patrick Kane, Duncan Keith, Brent Seabrook und Jonathan Toews. Alle fünf kamen über die Fanabstimmung zu ihrer Nominierung für diese Partie, ebenso wie Buffalo Sabres Stürmer Zemgus Girgensons.

Locksley, eine amerikanische Indie Rock Band, brachte die Zuschauer in der ausverkauften Arena bei der Vorstellung der Mannschaften in Stimmung. Im Anschluss daran wurde die kanadische sowie die us-amerikanische Nationalhymne angestimmt. Dann ging es auch schon los.

Man durfte sich, wie üblich, wieder auf ein Torfestival freuen. Bei einem All-Star Game steht die Freude und der Spaß am Eishockey im Vordergrund. Es wird verständlicherweise auf harte Körpereinsätze verzichtet. So dauerte es auch nur gut drei Minuten ehe Radim Vrbata von den Vancouver Canucks, nach einem wunderschönen Pass in die Tiefe von Oilers Ryan Nugent-Hopkins, das 1-0 für Team Foligno besorgen konnte. Munter ging es weiter: Die Scheibe lief auf beiden Seiten wie am Schnürchen und auch Treffer ließen nicht lange auf sich warten. Im 2-Minuten Takt landete die schwarze Hartgummischeibe im Gehäuse. Für Team Foligno trafen zweimal Black Jackets Ryan Johansen sowie einmal Blues Verteidiger Kevin Shattenkirk. Auf der Gegenseite waren Ryan Getzlaf von den Anaheim Ducks, Flyers Jakub Voracek, Bruins Patrice Bergeron und Islanders Kapitän John Tavares, mit einer wunderschönen Einzelleistung, erfolgreich, so dass es zur ersten Drittelpause 4-4 Unentschieden stand.

Die beiden Starting Goalies Montreals Carey Price und Floridas Roberto Luongo wurden durch Pittsburghs Marc-Andre Fleury und Corey Crawford ersetzt. Auch diese zwei Ausnahmetorhüter bekamen schnell zu spüren, wie undankbar es ist, bei einem All-Star Game im Tor zu stehen, wenn nahezu ohne Verteidigung gespielt wird. In den ersten 2 1/2 Minuten des Mittelabschnitts musste sich Fleury von Wilds Ryan Suter und Stars Tyler Seguin bezwingen lassen und auch sein Gegenüber ließ die ersten zwei Schüsse, die von Flyers Claude Giroux und Lightning Steven Stamkos, passieren. In den Folgeminuten zog das Team Toews durch Treffer von Ex-Blue Jacket und jetzigem Ranger Rick Nash, Nashvilles Filip Forsberg, Tavares sowie Voracek bis auf 10-6 davon, ehe Nick Foligno vor heimischer Kulisse und Stamkos ihr Team wieder auf 8-10 heranbrachten. Seinen Hattrick komplettieren konnte Tavares 60 Sekunden vor dem Ende des zweiten Durchgangs. Mit 11-8 Toren verabschiedeten sich die Kontrahenten in die Pause.

Die Chancen, dass dieses All-Star Game als das torreichste in die NHL-Geschichte eingehen könnte, standen also nicht schlecht. 14-12 endete 2001 das 51. NHL All-Star Game zwischen Team Nordamerika und Team Europa. Im Schlussabschnitt war es die Aufgabe von Blues Brian Elliott und Islanders Jaroslav Halak den Torrekord zu verhindern. Immerhin dauerte es in diesem Durchgang 65 Sekunden länger als im Mittelabschnitt, bevor das erste Tor fiel. Elliott musste nach einem Schuss von Nash die Scheibe hinter sich aus dem Netz holen. Es sollte nicht das letzte Mal sein. Tavares, mit seinem vierten Tor, Voracek und Seguin bauten die Führung von Team Toews auf 15-11 aus. Die Gegentreffer erzielten Ottawas Bobby Ryan und Kane. Gut 5 1/2 Minuten vor Spielende war es dann soweit: Jonathan Toews konnte mit seinem Treffer zum 16-11 den neuen Rekord aufzustellen. Weiter ausbauen konnten diesen in der noch verbleibenden Zeit Forsberg und Brent Burns von den San Jose Sharks, der mit dem Tor zum 17-12 Endstand den Schlusspunkt in dieser äußerst unterhaltsamen Show setzte.

Im Anschluss wurde Ryan Johansen als bester Spieler des 60. NHL All-Star Games ausgezeichnet.

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