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Dennis Seidenberg zahlt das Vertrauen zurück

Warum die Islanders nicht auf den Stanley-Cup-Sieger von 2011 verzichten sollten

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Die New York Islanders haben einen Lauf und bremsten jüngst auch die formstarken Vegas Golden Knights mit einem 6:3-Heimsieg aus. Beim zweiten Sieg in Serie setzten die Isles erneut auf den deutschen Verteidiger Dennis Seidenberg, der das Vertrauen voll zurückzahlte: Der 36-jährige Schwenninger stand defensiv solide und steuerte offensiv zwei Torvorlagen bei. Seidenberg ist auf dem besten Weg zurück zur Stammkraft in Brooklyn.

Islanders-Coach Doug Weight veränderte seine Aufstellung nach dem 6:2-Auswärtssieg bei den Nashville Predators nicht und schickte im Heimspiel gegen die Vegas Golden Knights dasselbe Line-up aufs Eis. Damit kam der deutsche Verteidiger Dennis Seidenberg erstmals in der laufenden Saison auf zwei Einsätze in Folge. Der 36-Jährige bildete das zweite Verteidiger-Pärchen mit Nebenmann Calvin de Haan. Die anderen Tandems formten Nick Leddy und Johnny Boychuck sowie Adam Pelech und Ryan Pulock. Damit blieb den Healthy Scratches Thomas Hickey und Scott Mayfield erneut nur die Zuschauerrolle.

Seidenberg macht hinten dicht

Das Vertrauen wusste Seidenberg in seinem insgesamt erst vierten Saisonspiel aber voll zurückzuzahlen: Der 36-Jährige kam gegen die Golden Knights auf 19:39 Minuten Eiszeit (davon 4:25 in Unterzahl), blockte vier Schüsse und beendete die Partie mit einer Plus-Minus-Bilanz von +2. Seine Hauptaufgabe, die Sturmreihe um Jonathan Marchessault, William Karlsson und Reilly Smith kaltzustellen, erledigte der Defensivverteidiger mit Bravour. Bei Fünf-gegen-Fünf landete das Trio keinen einzigen Scorerpunkt. Überhaupt stand Seidenberg bei keinem einzigen Gegentreffer - Vegas traf einmal in Unter- und zweimal in Überzahl - auf dem Eis.

Punkt-Premiere

Vielmehr kam Seidenberg sogar offensiv zur Geltung. Der Stanley-Cup-Sieger von 2011 spielte nicht nur einen guten ersten Pass im Aufbau, sondern auch einen guten vorletzten und letzten Pass: Beim zwischenzeitlichen 4:2 chippte der Verteidiger die Scheibe über die Bande aus dem eigenen Drittel. Cal Clutterbuck übernahm, brach durch und verwandelte seinen Alleingang (45.). Wenig später bewies der Schwenninger viel Übersicht und filetierte die gegnerische Defensive mit einem vertikalen Pass durch die neutrale Zone auf den durchgestarteten Nikolay Kulemin, der frei vor dem Tor per Tunnel zum 5:2 traf (49.). Die beiden Assists waren Seidenbergs erste Scorerpunkte in dieser Saison.

Festgespielt?

Für New York war es bereits der fünfte Sieg im sechsten Spiel. Ausgerechnet gegen die formstarken Vegas Golden Knights, die zuvor fünfmal in Folge gewonnen hatten. Die Franchise aus Brooklyn hat einen echten Lauf. Isles-Kapitän Jonathan Tavares weiß, warum: "Alle Spieler im Kader haben daran ihren Anteil. Ehrlich gesagt ist das vielleicht der Schlüssel: Wir können mit viel Geschwindigkeit und sehr hart spielen." Nach zwei Siegen in Serie meint auch Stürmer Josh Bailey: "In den letzten beiden Spielen geht es in die richtige Richtung." In eben diesen beiden Partien stand Seidenberg wieder auf dem Eis. Das dürfte auch Weight aufgefallen sein. Ob der Trainer auch in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, wenn die Islanders auswärts bei den Washington Capitals ran müssen, auf Seidenberg baut? Der Deutsche ist jedenfalls auf dem besten Weg zurück zum Stammspieler in New York.

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