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Islanders wissen, woran im Sommer zu arbeiten ist

New York verlor gegen eines der stärksten Teams 2019 und ist sich bewusst, wo Verbesserungen eintreten müssen

von Christian Göbel @DocGoebel / NHL.com/de Autor

"Sie wollten uns schnell ausschalten und wir haben gekratzt und gebissen. Ich denke wir hatten einige Chancen. Wir konnten nicht davonziehen", so beschrieb Barry Trotz den letzten Auftritt seiner New York Islanders gegen die Carolina Hurricanes. Mit 0:4 nach Spielen unterlagen die Islanders in der zweiten Runde der Stanley Cup Playoffs in der Eastern Conference den Hurricanes. Besonders die beiden Heimniederlagen zu Beginn der Serie schmerzten sehr.

In der ersten Runde siegten die Islanders in einem engen Duell mit 4:0 gegen die Pittsburgh Penguins. Mit dem Selbstvertrauen aus diesen Partien wollte New York auch die zweite Runde aus der eigenen Defensive heraus kontrollieren und die sich bietenden Chancen eiskalt nutzen.

Bereits das erste Aufeinandertreffen im Barclays Center zeichnete jedoch ein anders Bild. Die beiden Abwehrformationen dominierten und Petr Mrazek sowie Robin Lehner blieben über 60 Minuten ohne Gegentreffer. Die Islanders konnten ihre Chancen, im Gegensatz zu Runde eins, nicht nutzen. In der Verlängerung traf Jordan Staal mitten ins Herz der Gastgeber und besorgte die Serienführung der Hurricanes. Es schien, als ob sich die verpassten Chancen in den Gedächtnissen der Isles-Spieler eingebrannt hatten.

 

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Das zweite Aufeinandertreffen in New York bot einen weiteren Nackenschlag für die Islanders. Eine 1:0-Führung aus dem ersten Abschnitt verschenkten sie binnen 1:05 Minuten nach Beginn des Schlussabschnitts. Zwei Hurricanes-Treffer in nur 48 Sekunden waren der zweite Sargnagel für das Selbstvertrauen der Islanders. Trotz der Verletzung von Mrazek konnten die Stürmer die Chancenverwertung nicht steigern. Die beiden Heimniederlagen waren schließlich zu viel für die Islanders.

Die beiden Auswärtspartien gingen verloren und es gelang den Islanders nicht, das Momentum länger auf ihre Seite zu ziehen. Ein Patzer von Lehner in Spiel 3 und fünf aufeinanderfolgende Gegentreffer in Spiel 4 besiegelten das Saisonende New Yorks.

Mit Carolina scheiterten die Islanders an einem der heißesten Teams im Jahr 2019. Nach einem mäßigen Saisonstart schafften die Hurricanes zum Jahreswechsel den Umschwung und kletterten unaufhörlich in Richtung Playoffs. 30 von 44 Partien konnten die Hurricanes in der regulären Saison 2019 gewinnen. Dazu kommen 8 von 11 Partien in den Stanley Cup Playoffs.

Video: NYI@CAR, Sp4: Barzal verwertet den Rebound im PP

Carolina ist trotz der Qualifikation über den Wildcard-Platz kein angenehmer Kontrahent, das musste nach den Washington Capitals auch New York schmerzhaft erfahren. Lehner erkannte die Leistung der Canes neidlos an: "Du musst diesem Team Anerkennung zollen. Eine verdammt gute Mannschaft, vermutlich eine der Besten seit Weihnachten. Es ist hart gegen sie zu spielen. Sie sind sehr, sehr gründlich. Sie arbeiten sehr hart."

Der Frust bei den Islanders sitzt tief. "Es stinkt uns, dass wir verloren haben, aber wir haben nichts, was wir bereuen müssen. Ich bereue nichts", gab Lehner nach der Niederlage an. "Es war ein gutes Jahr für die Organisation. Es nervt, dass es vorbei ist, aber die Grundlage des Teams ist wirklich, wirklich stark. Es gibt Dinge, in denen wir besser werden müssen und wir wissen, welche das sind."

Mit Barry Trotz haben die Islanders einen der besten Trainer der Liga, dessen Einfluss schon in dieser Spielzeit klar wurde. 2017/18 waren die Islanders noch die Schießbude der Liga. 296 Gegentreffer standen nach der Saison zu Buche und waren der schwächste Wert der NHL. Nur ein Jahr später dominierte die Defensive New Yorks die anderen Teams und ließ in 82 Partien 100 Gegentore weniger zu (196). Die Verteidigungsreihen wandelten sich zum Non-Plus-Ultra der NHL.

In der entscheidenden Phase schien es so, als ob den Islanders das letzte Puzzleteil fehlt, das den Unterschied ausmachen kann. Ein Ausnahmespieler, der in kritischen Phasen das Ruder in die Hand nimmt und seine Mitspieler mitreist. Mit Mathew Barzal haben die Islanders einen Akteur in ihren Reihen, der in Zukunft diese Funktion ausfüllen kann. Mit erst 21 Jahren konnte Barzal bereits 62 Punkte in 82 Spielen sammeln und wird sich sicher noch weiterentwickeln.

Für General Manager Lou Lamoriello warten jedoch auch Herausforderungen in der Sommerpause. Die Verträge von Anders Lee, Brock Nelson und Jordan Eberle (alle unrestricted Free Agents) laufen aus. Alle drei Angreifer gehören zu den Top-Fünf-Scorer der Islanders. Mit Captain Lee ist auch einer der Wortführer in der Kabine auf dem freien Markt verfügbar. Lamoriello wird sicher alles daran setzten, die Angreifer in New York zu halten und mit gezielten Ergänzungen den nächsten Schritt zu gehen. Fraglich ist auch die Zukunft von Torhüter Robin Lehner, der im vergangenen Sommer für relativ günstige 1,5 Millionen Jahresgehalt für ein Jahr verpflichtet werden konnte.

Video: NYI@PIT, Sp3: Eberle, Nelson treffen in 62 Sekunden

Auch deutschsprachiger Sicht wird die Zukunft der Verteidiger Luca Sbisa (Schweiz) und Dennis Seidenberg (Deutschland) sowie des deutschen Stürmers Tom Kühnhackl interessant, deren Verträge auslaufen und alle unrestricted Free Agents werden. Der deutsche Torhüter Thomas Greiss hat noch ein weiteres Jahr Vertrag.  

Mit Trotz ist sicher, dass sich die Spieler, die nächste Saison für die Islanders auflaufen, ein klares Konzept haben werden. Sollte die Defensive weiter so stehen wie 2018/19 und Trotz auch der gegen Carolina schwächelnden Offensive neues Leben einhaucht, so ist in 2019/20 mit den Islanders wieder zu rechnen.

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