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Neue Philosophie und härterer Konkurrenzkampf

NHL.com/de 31 in 31: Chicago Blackhawks nehmen zur Saison 2019/20 durchgreifende Veränderungen vor

von Axel Jeroma @NHLde / NHL.com/de Autor

Ab dem 1. August nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.

In dieser Ausgabe geht es um die Chicago Blackhawks.

6:7 gegen die Toronto Maple Leafs, 8:5 gegen die Washington Capitals, 8:7 gegen die Ottawa Senators. Allein diese drei Resultate aus der vergangenen Saison sind der untrügliche Beweis dafür, dass es in Spielen mit Beteiligung der Chicago Blackhawks bisweilen ziemlich vogelwild zuging. Das soll sich auf ausdrücklichen Wunsch von Trainer Jeremy Colliton in der Hauptrunde 2019/20 ändern. Nicht etwa, weil er solchen Spektakeln gegenüber generell abgeneigt wäre, sondern weil er sich sicher ist, dass sich die angestrebte Qualifikation für die Stanley Cup Playoffs nur im Einklang von Offensive und Defensive bewerkstelligen lässt.

"Wir müssen in der Lage sein, unsere Partien auf verschiedenen Wegen zu gewinnen", betonte er. "Vielleicht wird wieder das eine oder andere 7:6 dabei sein, aber wir brauchen darüber hinaus auch Siege mit 2:1 oder 1:0. Wir wollen schließlich in die Playoffs. Und dort gibt es wesentlich häufiger ein 2:1 als ein 7:6." Trotz des angekündigten Paradigmenwechsels werde sein Team jedoch keineswegs alles Altbewährte im Spiel nach vorne über Bord werfen, fügte er zur Beruhigung der Fans hinzu.

Bilanz 2018/19: 36-34-12, 10. Platz in Western Conference
Playoffs 2019: Nicht qualifiziert
Trainer: Jeremy Colliton, seit November 2018
Zugänge: Robin Lehner, Olli Maatta, Calvin de Haan, Andrew Shaw, Ray Carpenter, Zack Smith, Alexander Nylander, Dominik Kubalik, Anton Wedin
Abgänge: Dominik Kahun, Artem Anisimov, Chris Kunitz, Cam Ward, Marcus Kruger, Brandon Davidson, Andreas Martinsen, Luke Johnson

Aufgrund der veränderten Philosophie ist es wenig verwunderlich, dass die sportliche Leitung hauptsächlich nach Verstärkungen für die in der Vorsaison äußerst wacklige Defensive Ausschau hielt. Torhüter Robin Lehner (zuletzt New York Islanders) sowie die Verteidiger Olli Maatta (Pittsburgh Penguins) und Calvin de Haan (Carolina Hurricanes) sollen mithelfen, dem fragilen Gebilde mehr Stabilität zu verleihen.

Personelle Veränderungen gab es außerdem im Angriff. Nicht mehr dabei sind unter anderem Dominik Kahun (zu den Pittsburgh Penguins), Artem Anisimov (Ottawa Senators) und Marcus Kruger (ZSC Lions), alle drei Stammspieler in der letzten Saison, sowie Chris Kunitz, der zwei Drittel der 82 Begegnungen bestritt und in den Trainerstab des Klubs gewechselt ist. Dafür tragen künftig mit Andrew Shaw (Montreal Canadiens), Ray Carpenter (Vegas Golden Knights) und Zack Smith (Ottawa Senators) drei erfahrene NHL-Stürmer das Trikot der Blackhawks.

 

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Im Trainingscamp wollen sich weitere Akteure für einen festen Platz im Kader empfehlen. Dazu zählen die Erstrundendraftpicks Adam Boqvist (Nr. 8/2018) und Kirby Dach (Nr. 3/2019) und die Neuverpflichtungen Dominik Kubalik (HC Ambri-Piotta), Alexander Nylander (Buffalo Sabres) und Anton Wedin (Timra IK).

Durch die Transfers im Frühjahr und Sommer sind die Blackhakws wesentlich breiter aufgestellt als in der abgelaufenen Serie. Das belebt den Konkurrenzkampf und soll auch die etablierten Kräfte im Team aufrütteln.

Die Botschaft ist angekommen. "Natürlich sind wir in Alarmbereitschaft versetzt worden durch die neuen Leute", meinte Verteidiger Brent Seabrook. "Jeder von uns, der letztes Jahr hier war, weiß, dass er eine Schippe drauflegen muss. Es wird ein heftiges Ringen um einzelne Positionen und Eiszeit geben. Aber dieser interne Wettbewerb tut der Mannschaft gut." Er sei überzeugt, dass die Neuzugänge den Blackhawks auf jeden Fall weiterhelfen, ließ der 34 Jahre alte Routinier verlauten.

Video: COL@CHI: Kane trifft und baut Punkte-Serie auf 20 aus

Selbst die Superstars Jonathan Toews und Patrick Kane waren diesmal in der Transferperiode ein Stück weit angespannter als sonst. Sie hatten mitbekommen, dass General Manager Stan Bowman beabsichtigte, größere Umgestaltungen im Kader vorzunehmen. "Man weiß nie, was in dieser Phase alles passiert", sagte Kapitän Toews. "Es ist nicht besonders angenehm, wenn Teamkollegen, zu denen man eine gute Beziehung hat, auf einmal zu anderen Klubs wechseln. Aber wenn ich mir jetzt die Jungs mit ihren Qualitäten sehe, die wir hinzubekommen haben, freue ich mich. Das eröffnet uns ganz neue Möglichkeiten."

Kane zeigte sich mit den vorgenommenen Umbaumaßnahmen ebenfalls zufrieden. "Ich mag die Richtung, die unsere Verantwortlichen eingeschlagen haben", betonte er. "Durch die vielen Spieler, die uns dieses Jahr zur Verfügung stehen, gibt es womöglich klarere Rollenverteilungen."

Bowman selbst machte deutlich, worum es ihm und seinen Mitstreitern bei den Transferaktivitäten ging. "Ziel war es nicht, einfach nur neue Leute zu holen, in der Hoffnung, sie könnten vielleicht die ein oder andere Lücke füllen. Wir haben eine gründliche Analyse vorgenommen, was letzte Saison schieflief und versucht, diese Schwachstellen gezielt zu beseitigen", sagte er.

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