Skip to main content

Neue Besen kehren manchmal eben doch gut

Nach den jüngsten Trainerwechseln geben Siege den Islanders, Bruins und Blues neue Hoffnung

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Die Hoffnung, dass 'neue Besen' auf der Trainerbank einer Mannschaft doch bitteschön gut kehren mögen, dieser Wunsch bleibt bekanntlich allzu häufig dann auf lange Sicht doch unerfüllt. In der NHL kann man allerdings aktuell drei recht hoffnungsvolle Gegenbeispiele bestaunen.

Und bei welchem der drei betroffenen Kandidaten man das mehr oder weniger überraschend findet, das liegt natürlich wie immer alleine im Auge des jeweiligen Betrachters. Drei ganz unterschiedliche Typen, mit sehr unterschiedlicher Vergangenheit, mit völlig unterschiedlichen Mitteln und Wegen, unterschiedlichen Temperamenten, jedoch verbuchen alle drei Neutrainer derzeit, bei aller Unterschiedlichkeit, erste Erfolge mit ihren neuen Teams.
Wie lange diese Erfolgsserien andauern werden, das weiß derzeit natürlich so noch niemand zu sagen, doch Fakt ist, dass die jüngsten Wechsel auf den Trainerbänken der New York Islanders, der Boston Bruins und auch der St. Louis Blues in den letzten Wochen durchaus teilweise recht erstaunliche Früchte tragen.

Denn alle drei Franchises konnten (auch) am Abend (wieder) Erfolge einfahren, sich letztendlich über zwei weitere Punkte auf der Habenseite in der Hauptrunde der besten Eishockeyliga der Welt freuen.

Video: SJS@BOS: Pastrnak schießt sein zweites PPG

Es wird in den nächsten Wochen und Monaten in allen drei Fällen spannend sein zu beobachten, wie sich die Wege der jeweiligen Teams unter der neuen sportlichen Führung weiter entwickeln werden, ob sich der vollzogene Kurswechsel am Ende der Hauptrunde tatsächlich auch in Form einer Playoff-Qualifikation auswirken wird.
Dies wäre für alle drei hier etwas näher betrachteten Kandidaten wohl schon als Erfolg zu verbuchen. Und hat man erst einmal die Playoffs erreicht, dann ist bekanntlich immer alles möglich.

Für Coach Mike Yeo und seine St. Louis Blues war Vladimir Tarasenko beim 2:1-Erfolg gegen die Toronto Maple Leafs von Coach Mike Babcock im Air Canada Centre, mit seinem dritten Saisontor in der Verlängerung, dem immerhin schon Siebten seiner Karriere, der Held des Abends.

Neu-Coach Yeo, der von Juni 2011 bis Februar 2016 bereits als Headcoach der Minnesota Wild in der NHL aktiv gewesen war, verbesserte seine persönliche Erfolgsbilanz seit Amtsübernahme immerhin nun auch schon auf vier Siege, bei nur einer Niederlage in den vergangenen fünf Spielen mit den St. Louis Blues.
Sehr zum Leidwesen der Nashville Predators in diesem konkreten Falle, die sich somit mit einem Zähler aus der Begegnung trösten mussten.

Mit nun 28 Siegen und 61 Punkten überflügelten die Blues somit dann auch die Predators beim Rennen um Rang Drei in der Central Division, da die Predators aktuell bei 'nur' 60 Zählern stehen.

Bruce Cassidy und seine Boston Bruins hingegen konnten sich am Abend über den ersten Erfolg im ersten Spiel für den Übungsleiter freuen. Man besiegt die San Jose Sharks in deren Halle in Nordkalifornien überraschend deutlich mit 6:3 Toren.

Daraus nun bereits eine anhaltende Tendenz ablesen zu wollen wäre naturgemäß noch etwas vermessen. Doch zumindest der Start ist dem neuen Verantwortlichen, der in der Zeit von 1984 bis 1996 selber in der NHL aktiv war, damals als Verteidiger 37 Spiele für die Chicago Blackhawks bestritt, dann jedoch den Großteil der Zeit in Minor Leagues sowie von 1990 bis 1994 in Europa verbracht, damit geglückt.

Zu verdanken hatte Cassidy diesen ersten Erfolg in der neuen Rolle am Donnerstag zu großen Teilen übrigens Patrice Bergeron, der alleine vier Zähler auf seinem persönlichen Konto verbuchen konnte, da er einen Treffer selbst erzielte und drei Mal als Assistent zu Verfügung stand.

Mit aktuell nun ebenfalls 60 Zählern und 27 Saisonsiegen überholten die Bruins aktuell die Flyers aus Philadelphia, welche mit 59 Zählern nun im Wildcard-Rennen des Ostens knapp hinter ihnen rangieren.

Deutlicher, da länger anhaltend, ist da derzeit schon der Aufwärtstrend bei Coach Doug Weight und seinen New York Islanders, seit dieser am 17. Januar den Job hinter der Bande des Teams in Hauptverantwortung übernahm.
Von den zehn Spielen seither konnten die New Yorker immerhin sieben gewinnen, zwei Mal zumindest noch einen Zähler sichern. Nur eine Pleite ohne Punkte steht seither unter Trainer Weight, der während seiner aktiven Karriere zwischen 1989 und 2011 übrigens unter anderem für die New York Rangers, Edmonton Oilers, St. Louis Blues, Carolina Hurricanes, Anaheim Ducks und die New York Islanders aktiv in der NHL, sowie für die Starbulls Rosenheim und Frankfurt Lions in der Deutschen Eishockey Liga spielte, in den Statistiken. Das kann sich schon sehr gut sehen lassen.

Torhüter Thomas Greiss hatte an diesen Erfolgen einen nicht unerheblichen Anteil, konnte von seinen letzten acht Starts immerhin sechsmal als Sieger vom Eis gehen. Auch am gestrigen Abend, beim 3:1-Erfolg bei den Philadelphia Flyers, war er mit 33 Saves wieder eine feste Größe im Tor der Weight-Truppe. Seine Fangquote lag zuletzt bei rund 93%, sein Gegentorschnitt bei nur 2,09 pro Spiel.

Mit derzeit 24 Saisonsiegen und aktuell 58 Zählern liegen die 'Isles' zwar am heutigen Tage noch immer zwei Zähler hinter den Bruins, doch wenn sich die Erfolgsserie der letzten Tage und Wochen so fortsetzen ließe, die Playoff-Hoffnungen des Teams würden wohl auch weiterhin neue Nahrung erhalten. Eine Hoffnung, welche man im Umfeld der Franchise vor dem Trainerwechsel teilweise schon hatte fahren lassen.

Die New York Islanders sind daher aus diesen drei Teams mit erfolgsversprechenden Trainerwechseln daher wohl aktuell auch das beste Beispiel dafür, dass der häufig nur als letztes Mittel angewendete Austausch des Coaches tatsächlich durchaus der Schlüssel zum Erfolg werden kann.

Und auch im Umfeld der Blues und Bruins geben die jüngsten Ergebnisse, wie aufgezeigt, ja tatsächlich durchaus berechtigte Hoffnungen auf eine sportlich wieder etwas erfolgreichere Zukunft. Neue Besen kehren manchmal eben dann doch besser als die alten.

 

 

Mehr anzeigen