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Nashville und Dallas erstmals unter freiem Himmel aktiv

Beim Bridgestone NHL Winter Classic 2020 am Neujahrstag treten zwei Outdoor-Neulinge gegeneinander an

von Stefan Herget @NHLde / NHL.com/de Freier Chefautor

Das Bridgestone NHL Winter Classic® 2020 am 1. Januar um 20 Uhr MEZ (1 p.m. CT Ortszeit, live auf NHL.tv, Sport1+, DAZN, Teleclub Sport) zwischen den Dallas Stars und den Nashville Predators im ehrwürdigen Cotton Bowl Stadium von Dallas hat nicht nur seinen sportlichen Reiz, sondern ist für beide Teams auch aus weiteren Gründen etwas ganz Besonderes.

Sowohl für die gastgebenden Stars als auch die anreisenden Predators wird es das erste NHL Outdoor-Spiel werden. Die Begegnung setzt die Tradition fort, ein Spiel unter freiem Himmel am Neujahrstag auszutragen, mit der die Liga im Jahr 2008 gestartet hat. 2020 wird das 29. NHL-Spiel der regulären Saison seit 2003 stattfinden, das nicht überdacht über die Bühne geht. Es ist das 12. NHL Winter Classic.

Doch bis es so weit ist, müssen viele Leute im Hintergrund eine Menge Arbeit leisten. Eintretende Überraschungen inklusive. Schließlich spielt der Faktor Wetter eine große Rolle, nicht nur während des Spiels, sondern auch beim Vorbereiten der Eisfläche. Widrigkeiten, wie in der Vergangenheit, als Regen und Schneefall einsetzte, sind zwar am Mittwoch nicht zu erwarten, doch im Vorfeld wurde das Wasser von oben und warme Temperaturen von um die 20 Grad zur wahren Geduldsprobe.

Als die zuständigen Eismeister am Freitagabend die Nacht über mit der Erstellung der glatten Fläche begannen, nachdem die Tage zuvor die weiße Farbe sowie die Logos und Linien aufgetragen wurden, sah zunächst alles gut aus. Doch je mehr Schichten Wasser aufgetragen wurden, desto weniger gefror es. Es tauten sogar bereits bestehende Eisschichten wieder auf, obwohl der Kühltruck auf 100 Prozent lief.

 

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Am Samstag um 15 Uhr mussten alle Linien und Logos entfernt werden und die Arbeit von neuem begonnen werden, nachdem gegen 17 Uhr der Regen aufgehört hatte. Es war so viel Wasser auf der Fläche, weswegen die Bande teilweise entfernt werden musste, um es ablaufen zu lassen. Die Arbeit von drei Tagen über die Weihnachstage wurde von der Witterung zerstört.

Die gute Nachricht ist, dass es in zwei Nacht- und Tagesschichten geglückt ist, das Eis komplett herzustellen und die Wetterkonditionen sich verbessert haben. Bis zu den Trainingseinheiten an Silvester sollte alles stehen. Die Vorhersage der nächsten Tage prophezeit Temperaturen von ein bis vier Grad Celsius nachts und elf bis 14 Grad Celsius tagsüber. Außerdem steht kein Regen mehr an, sondern es soll sonnig oder bewölkt bei leichtem Wind bleiben.

"Es sieht gut aus", sagte der zuständige Chef der Eismeister Derek King. "Die Abende werden kühler. Es gibt etwas Wind. So lange dieser kalt und nicht warm ist, sind wir zufrieden."

Obwohl es eine neue Erfahrung war, gab es in den zurückliegenden Jahren immer wieder Widrigkeiten, die den Aufbau behinderten. Doch jetzt sollte dem sportlichen Duell der beiden Mannschaften aus der Central Division nichts mehr im Wege stehen.

Natürlich wollen die Stars zu Hause dem Spiel ihren Stempel aufdrücken und gehen nach zwei Siegen in Folge und als Dritter der Division gestärkt in die Begegnung mit dem Verfolger Nashville. Die Gäste haben nach wie vor noch nicht zu ihrer Form gefunden. Sie liegen bei zwei weniger absolvierten Spielen mit sechs Punkten Rückstand auf die Stars, weiterhin außerhalb der Ränge, die zur Qualifikation für die Stanley Cup Playoffs ausreichen.

Video: ARI@NSH: Josi haut Handgelenkschuss vom Punkt rein

Nicht nur aus diesem Grund steht ein interessantes Duell ins Haus. Die Predators haben mit 3,45 erzielten Toren pro Spiel die wesentlich bessere Offensive als die Stars, die auf einen Schnitt von 2,63 kommen. Dafür stehen die Texaner in der Defensive besser. Sie kassierten nur 2,48 Gegentore pro Spiel im Vergleich zu 3,29 von Nashville. Im Powerplay haben beide Teams mit einer Erfolgsquote von 15,9 Prozent (Nashville) und 16,5 Prozent (Dallas) dringenden Nachholbedarf. 

Die Predators besiegten vor Weihnachten die Boston Bruins (4:3 OT) und Arizona Coyotes (3:2), erlitten aber danach einen Rückschlag durch zwei Niederlagen Back-to-Back gegen die Pittsburgh Penguins (2:5, 4:6). Die bisherige Bilanz von 18-14-6 für das vor der Saison als Mitfavoriten gehandelte Team aus Tennessee dürfte die Fans und Verantwortlichen um Trainer Peter Laviolette und General Manager David Poile kaum zufriedenstellen.

Eine Ausnahme ist Kapitän Roman Josi, der mit guten Leistungen vorangeht. Er ist mit 39 Punkten (14 Tore, 25 Assists) als Verteidiger Topscorer der Predators ist und weist darüber hinaus eine hervorragende Plus 17 beim +/-Wert aus. Josi steht kurz davor seinen Saisonbestwert von 15 Toren aus 2014/15 und 2018/19 einzustellen oder zu übertreffen und dürfte seinen Rekord von 61 Punkten (14 Tore, 47 Assists) aus 2015/16 in die Höhe schrauben, sollte er verletzungsfrei bleiben. Er bricht dann sicher auch den Schweizer Saison-Verteidigerrekord von 16 Toren und 62 Punkten seines Freundes Mark Streit.

Solche Rechnereien werden für Josi zweitrangig sein. Er muss versuchen, seine Mannschaft in die Spur zu bekommen. Warum also nicht am ersten Tag des neuen Jahres damit anfangen? Es wäre ein guter Zeitpunkt.

Den Fans werden wieder jede Menge Showacts und Unterhaltung in den Pausen geboten. Zusätzlich haben die Macher wie in den Jahren zuvor ein interessantes Bühnenbild rund um die Eisfläche aufgebaut. Also Einschalten lohnt sich, wenn sich am Mittwoch die Stars und Predators vor rund 90.000 Zuschauern zum zweiten Mal in dieser Saison gegenüberstehen. Die Serie der ersten Runde der Playoffs 2019 (4:2 Dallas) ging ebenso wie das Heimspiel der Predators am 15. Dezember (4:1) an die Stars. Eigentlich ist es Zeit für Nashville, den Spieß einmal umzudrehen.

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