Skip to main content

Nashville erreicht Playoffs mit fremder Hilfe

von Stefan Herget / NHL.com

In drei Anläufen schafften es die Nashville Predators nicht eigenhändig, den finalen Schritt Richtung Playoffs zu vollziehen. So unterlagen sie hintereinander erst zu Hause den Colorado Avalanche mit 3-4 am Montag, sowie dann auswärts den Dallas Stars am Dienstag und den Pittsburgh Penguins am Donnerstag jeweils mit 2-5. Zwei Punkte hätten indes gereicht, um alle Zweifel zu beseitigen.

"Es spielt wirklich keine Rolle [wie wir weiterkommen]", sagte Nashville Verteidiger Roman Josi nach dem Spiel gegen Pittsburgh. "Wir haben es immer noch in der eigenen Hand. Wir müssen die Playoffs erreichen. Wir hatten drei Chancen, das perfekt zu machen und wir wollten es so schnell wie möglich erreichen. Wir können nicht beeinflussen, was morgen mit Colorado passiert, also müssen wir nur sicher gehen, dass wir für unser Spiel am Samstag [gegen die San Jose Sharks] bereit sind."

Die Avalanche lieferten indes die ungewollte Schützenhilfe und verloren ihr Heimspiel gegen die Washington Capitals am Freitag mit 2-4 und machten so die Qualifikation der Predators endgültig perfekt.

Unabhängig vom nun beschlossenen Einzug von Nashville hat Trainer Peter Laviolette einige Baustellen, die er in der kommenden Woche in den Griff kriegen muss, bevor die Stanley Cup Playoffs beginnen. Sonst könnte die Reise in der Meisterschaftsrunde wieder schneller vorbei sein, als es den Verantwortlichen der Predators lieb ist.

Torhüter Pekka Rinne zum Beispiel galt lange Zeit als der große Rückhalt der Mannschaft, der manche Schwäche vor ihm mit tollen Paraden wettmachte und von den Gegnern gefürchtet war.

Offiziell will niemand an Rinne Kritik üben, doch sein Backup Carter Hutton ersetzte Rinne in den vergangenen drei Partien zwei Mal während des Spiels.

"Ich denke [Rinne] war unser bester Spieler", sagte Laviolette nachdem er ihn gegen Pittsburgh vom Eis genommen hatte. "Wir haben vier kassiert und [er wurde herausgenommen] nur um einen Wechsel vorzunehmen und auf der Suche nach etwas anderem. Er hat viele Schüsse bekommen und es kam viel Arbeit auf ihn zu. Carter hat ebenfalls gut gearbeitet, aber ich dachte Pekka hatte heute viele Saves zu machen. Sehr viele."

Einer, der immer kritisch seine eigene Leistung analysiert ist der Schweizer Josi. Er verbucht mittlerweile mehr Punkte als sein Verteidigungspartner Shea Weber und hat ihm in der vergangenen Woche den Franchiserekord für die meisten Punkte eines Blueliners in einer Saison abgeluchst.

Josi meint, dass der Tabellenstand nicht alles entscheidend ist für die Playoffs, es aber darum geht, mit Rückenwind zu starten. "Jeder Gegner in den Playoffs wird schwer, egal, ob man gegen Los Angeles, Dallas oder St. Louis spielt", sagte er gegenüber NHL.com/de in der vergangenen Woche. „Aber du willst natürlich so viele Punkte wie möglich holen und mit einem Glücksgefühl in die Playoffs gehen."

Darum wird es jetzt in den kommenden fünf Spielen nach zuletzt drei Niederlagen für die Predators gehen. Am Tabellenstand selbst wird sich beim derzeitigen Rückstand von sechs Punkten auf den Dritten der Central Division Chicago Blackhawks und vier Punkten Vorsprung auf die Minnesota Wild auf dem zweiten Wild Card Platz wird sich daran nicht mehr viel ändern.

Nashville wird also aller Voraussicht nach als Mannschaft auf dem ersten Wild Card Platz auf den Sieger der Pacfic Division, der entweder Los Angeles Kings oder Anaheim Ducks heißt, treffen.

"Die Kings sind definitiv ein Playoffteam, sie haben zuletzt zwei Mal den Stanley Cup gewonnen", sagt Josi mit Respekt über den möglichen Kontrahenten. „Sie spielen sehr schnell und sehr physisch. Anaheim ist nicht schlechter und hat eine ähnliche Veranlagung. Sie hatten einen schlechten Start, aber sie sind jetzt besser geworden und in einer sehr guten Verfassung. Aber wie gesagt, egal, gegen wen du kommst, es wird immer ein großer Kampf werden."

So oder so. Für das große Ziel der Predators irgendwann den Stanley Cup zu holen, steht von der ersten Runde ein schweres Programm an. Nach einem verhaltenen Saisonstart dürfte aber zunächst die Erleichterung groß sein, überhaupt in den Playoffs dabei zu sein.

Mehr anzeigen