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Touchdown-Klatsche für San Jose

Sharks können Blutung nicht stoppen - Besserung in Spiel 2?

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Den Start ins Conference-Halbfinale der Stanley Cup Playoffs 2018 hatten sich die San Jose Sharks grundlegend anders vorgestellt: Die Fins gingen in Spiel 1 gegen die Vegas Golden Knights in der T-Mobile Arena mit 0:7 regelrecht unter. Die Mängelliste beim Team Teal ist lang. In Spiel 2 in der Nacht von Samstag auf Sonntag (2 Uhr, MESZ) kann es für die Nord-Kalifornier eigentlich nur besser werden.

Die Sharks müssen sich vorgekommen sein, wie in einem falschen Film: Nur neunmal schossen die Golden Knights im ersten Drittel aufs Tor und trotzdem stand zur ersten Pause eine 4:0-Führung für Vegas auf der Anzeigetafel. Die T-Mobile Arena kochte von Anfang an und wurde von Minute zu Minute heißer, lauter und euphorischer. "Sie sind mit Härte aus der Kabine gekommen. Die schnellen Tore haben die Zuschauer zusätzlich angeheizt. Es gab einen Schneeball-Effekt", blickte San Joses Stürmer Evander Kane zurück.

Video: SJS@VGK, Sp1: Tuch umspielt die Verteidigung beim PPG

"Sie sind eine gute Heim-Mannschaft und sind mit viel Tempo aus der Kabine gekommen. Wir haben das Spiel aus der Hand gegeben und sind nur noch hinterhergelaufen. Dann wird es natürlich schwer", sagte Sharks-Kapitän Joe Pavelski. Er wollte die brennende Atmosphäre, die sich aufs Eis übertrug, aber nicht als Ausrede gelten lassen: "Es war sehr laut. Aber als Spieler ist es genau die Atmosphäre, in der du spielen möchtest. Unser Team konnte immer damit umgehen. Normalerweise sind wir in der Lage, die Blutung zu stoppen, an diesem Abend aber nicht."

Lange Mängelliste - Bitterer Abend für Jones

Vielmehr fielen die Fins auseinander und wurden von den schnellen und frech auftretenden Knights regelrecht filetiert. Vegas dominierte das Körperspiel (48:33 Checks), blockte mehr Schüsse (26:13), gewann mehr Faceoffs (52 Prozent) und verbuchte satte 15 Takeaways. "Die vielen Turnover waren zweifellos ein Problem, aber wir haben eine lange Mängelliste", analysierte San Joses Trainer Peter DeBoer, dessen Mannschaft defensiv heillos überfordert wirkte und ein Gegentor nach dem anderen schluckte. "Sie haben ein paar gute Spielzüge gezeigt, egal ob es eine Sichtbehinderung war oder eine zweite Angriffswelle", so Pavelski. "Es ist nicht nur ein Verteidiger-Problem oder ein Sturm-Problem, sondern alles zusammen. Wir wurden auseinandergezogen und haben den Puck hergegeben."

Einen brutalen Abend erlebte auch Goalie Martin Jones (acht Saves, 61,5 Prozent Fangquote), für den das Spiel nach dem 0:5 in der 24. Minute beendet war. "Um ehrlich zu sein, konnte er bei den Gegentoren nicht viel machen. Die Mannschaft stand in der Verantwortung, nicht er", nahm DeBoer seinen Torwart in Schutz und ließ ihn trotz vier Gegentreffern nach knapp zwölf Minuten weiter zwischen den Pfosten. "Er hatte seit einer Woche nicht gespielt. Er hat ein bisschen Spielpraxis gebraucht. Ich wollte ihm genug Zeit geben, dass er sich für Samstag bereit fühlt. Gleichzeitig wollten wir uns natürlich auch nicht blamieren."

 

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Schmerzhafter Touchdown

Genau dieses Schicksal aber ereilte die Nord-Kalifornier an dem für sie so bitteren Abend. Undiszipliniertheiten führten zu insgesamt 31 Strafminuten und zehn Powerplay-Möglichkeiten für die Knights, die deren drei in Tore umzumünzen mussten. Kane erhielt im Schlussdrittel gar eine Matchstrafe für einen Stock-Check gegen Pierre-Edouard Bellemare (44.). "Ich bin kein dreckiger Spieler. Es war keine Absicht und ich war froh, dass er sich nicht verletzt hat. Ich wollte mein Team nicht in so eine Situation bringen", zeigte sich der Stürmer reumütig.

Nachdem auch Ersatzkeeper Aaron Dell (19 Saves, 90,5 Prozent Fangquote) noch zwei Gegentreffer kassierte, stand am Ende eine 0:7-Klatsche. Zahlen, die DeBoer eigentlich eher vom Football kennt: "Es ist der erste Rückschlag, den wir in den Playoffs hinnehmen mussten. Es liegt jetzt an uns, darauf zu reagieren. Du bekommst keine Extra-Punkte für einen Touchdown-Sieg. Wir müssen uns steigern. Sie haben uns einen Denkzettel verpasst - wir müssen jetzt darauf antworten", so der Sharks-Coach. Dass die Antwort ohne Kane kommen muss, sieht er lösbar. "Es ist schwer, aber ich kann es nicht ändern. Wie bei einer Verletzung muss jetzt eben jemand anderes Verantwortung übernehmen."

 

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Rien ne va plus?

Auch bei seinen Spielern ging der Blick schnell wieder nach vorne. "Wir werden das abhaken und den Blick nun auf das nächste Spiel richten. Das Momentum stoppt in dem Augenblick, in dem das Spiel vorbei ist und es geht von neuem los, wenn der Puck im nächsten Spiel aufs Eis fällt. Darauf werden wir uns jetzt konzentrieren", sagte Kane. "Das müssen wir bereinigen", pflichtete Pavelski bei. "Wir werden schauen, dass wir fortan einen besseren Start erwischen. Das Gute ist, dass sie trotz des 7:0-Sieges keine Extra-Punkte bekommen."

Genau das sollte San Jose Hoffnung geben. In der Serie liegt Team Teal nur mit 0:1 zurück. In Spiel 2 werden die Karten wieder neu gemischt. "Rien ne va plus" ("Nichts geht mehr") heißt es in Las Vegas zwar am Roulette-Tisch, nicht aber auf dem Eis.

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