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Nach Spiel 1: Blues geloben Besserung

von Bernd Roesch / NHL.com

Divisionserster gegen Divisionszweiter, punktbestes Team der Western Conference gegen die Mannschaft mit den zweitmeisten Punkten. Während der regulären Saison konnten nur die Washington Capitals mehr Zähler einfahren als die beiden Kontrahenten, die nun in der zweiten Runde der Stanley Cup Playoffs im Westen gegeneinander antreten.

Die Zweitrundenserie Dallas Stars gegen St. Louis Blues wurde im Vorfeld als das vorweggenommene Western Conference Finale angesehen. Die Stars überzeugten in der ersten Playoffrunde durch ihre Treffsicherheit, 21 Tore in sechs Spielen gegen die Minnesota Wild, und die Blues schickten in einer extrem spannenden Serie über sieben Spiele, die Eishockey auf höchstem Niveau boten und das Herz eines jeden Eishockeyfans höher schlagen ließen, den amtierenden Stanley Cup Champion aus Chicago in die Sommerpause.

Mittwochabend fand im American Airlines Center von Dallas das erste Aufeinandertreffen dieser Eishockeygiganten der Western Conference statt - und endete mit unzufriedenen Gästen aus St. Louis. Enttäuscht waren die Blues weniger über das Ergebnis, sie unterlagen den Texanern schmeichelhaft mit 1-2 Toren, als mit dem Zustandekommen dieser Niederlage.

Das Spiel der Blues war gegenüber den Auftritten in der ersten Playoffrunde nicht mehr wiederzuerkennen. Dallas kontrollierte das Spielgeschehen, begann unheimlich druckvoll und erarbeitete sich Torchance über Torchance. Die Blues waren gezwungen zu reagieren und konnte dem Spiel nicht ihren Stempel aufdrücken. War das wirklich die gleiche Mannschaft, die gegen Chicago in Spiel 7 einen so beeindruckenden Auftritt hinlegen konnte?

Überzeugen konnte heute Nacht vor allem einer - Brian Elliott. Ihrem 31-jährigen Schlussmann hatten es die Gäste hauptsächlich zu verdanken, dass sie nicht schon im ersten Drittel hoffnungslos zurücklagen. Auch im Mittelabschnitt, in dem er nach einer knappen halben Stunde einen Gegentreffer hinnehmen musste, hielt Elliott seine Mannschaft weiter im Spiel. In den ersten 40 Spielminuten konnte er insgesamt 30 Schüsse der Stars abwehren - es hätte bis zur zweiten Pause gut und gerne 3-0 oder 4-0 für die Hausherren stehen können und die Blues hätten sich darüber nicht beschweren dürfen.

Es darf die Anhänger der Blues positiv stimmen, dass noch nie eine Mannschaft, in keinem Jahr, keinen Durchhänger in den Stanley Cup Playoffs hatte und dass sich die Blues durch die Bank nach der Partie sehr selbstkritisch äußerten, so wie ihr Teamkapitän David Backes: "Sie haben uns vorgeführt. Sie wollten unbedingt diese Partie gewinnen. Jetzt müssen wir uns wieder neu gruppieren, unser Spiel finden und dieses 60 Minuten lang durchziehen, so wie wir es in der ersten Runde getan haben. Dann ist alles wieder gut."

Der gestrige Auftritt könnte ein Wachrüttler für die Blues zur rechten Zeit gewesen sein. Es ist definitiv besser eine schwache Vorstellung zum Auftakt einer Serie abzuliefern, als in einem alles entscheidenden Match. Dadurch bieten sich den Blues noch einige Gelegenheiten, nämlich mindestens drei, das Ruder herumzureißen und einen Sweep zu vermeiden.

"Gefühlsmäßig sind wir, so wie wir heute gespielt haben, ganz schön weit vom Weg abgekommen", äußerte sich Blues Trainer Ken Hitchcock enttäuscht. "Wir müssen wieder den Gang einlegen, den wir schon drin hatten. Heute Abend war das nicht der Fall, also müssen wir ihn finden. Es spielt keine Rolle wie, aber wir müssen ihn finden."

Als allererstes muss man das Problem erkennen, bevor man eine Lösung finden kann.

Hitchcock tat das umgehend: "Wir werden gegen keine Mannschaft gewinnen, wenn wir über 40 Torschüsse bekommen. Wir werden auch niemanden bezwingen, wenn wir so viele Torchancen zulassen wie heute Abend. Wir haben über einige Dinge Gesprächsbedarf und wir sind imstande aufzuräumen."

Hitchcock weiß auch schon worauf er hinsichtlich der kommenden Herausforderungen, die definitiv nicht leichter werden, aufbauen kann: "Im dritten Drittel haben wir uns mächtig ins Zeug gelegt und Druck aufgebaut. Das müssen wir weiterverfolgen und wieder zu unserem Spiel finden. Wir müssen wieder die Energie gewinnen, um unser Spiel durchzuziehen und zwar schnell innerhalb der nächsten 48 Stunden."

Wer möge daran zweifeln, dass wir am kommenden Sonntag in Spiel 2 im American Airlines Center einen besseren Auftritt der Blues sehen werden, als heute Nacht. Erfreulicherweise findet diese Partie, die bereits wegweisend für den Ausgang der Serie sein könnte, bereits um 21:00 Uhr MESZ statt.

Blues Verteidiger Jay Bouwmeester weiß: "Es war ein Spiel und wir haben viel daraus gelernt. Du möchtest auswärts gewinnen und wir haben die Chance bekommen."

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