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Mit zweitem Titel ist Crosby unter den Besten

von Dan Rosen / NHL.com

SAN JOSE – Es war ein doppelter Sieg für Sidney Crosby, der alle Zweifel an seiner Größe ausräumte.

"Ich glaube damit reiht er sich in die Legenden des Sports ein", sagte Pittsburgh Penguins Trainer Mike Sullivan.

Crosby gewann zum zweiten Mal den Stanley Cup, als die Penguins am Sonntag im SAP Center in Spiel sechs die San Jose Sharks 3-1 schlugen, auf den Tag genau sieben Jahre nach seinem ersten Titel.

Er ist der neunte Spieler in der Geschichte der NHL, der zwei Mal den Stanley Cup und olympisches Gold gewinnen konnte.

Crosby gesellt sich zu Igor Larionov, Viacheslav Fetisov, Peter Forsberg, Martin Brodeur, Scott Niedermayer, Duncan Keith, Jonathan Toews und Drew Doughty, die diesen exklusiven Club ausmachen.

Außerdem gewann Crosby zum ersten Mal die Conn Smythe Trophy, nachdem er die Stanley Cup Playoffs mit 19 Punkten (sechs Tore, 13 Assists) abschloss. Es war die eine Trophäe die ihm noch fehlte.

"Er ist besser als die meisten“, erklärte Sullivan, „und das kann er beweisen."

Und sich den Respekt der Eishockeygemeinschaft holen.

"Wenn man den Stanley Cup und die Goldmedaille holen kann, zeigt das glaube ich seine Führungsqualitäten, das Talent und die Leistung“, sagte Brodeur, der mit den New Jersey Devils drei Mal den Cup holte. „beides ein Mal zu schaffen ist eine Leistung, aber beide mehrmals zu holen, dass beweist einiges. Wenn man es zum zweiten Mal schafft, zeigt das, dass das erste Mal nicht einfach Glück war."

Um eins deutlich zu machen: Crosby musste weder den Cup, noch die Conn Smythe Trophy gewinnen um sich zu beweisen. Was er schon alles vor Spiel sechs am Sonntag geschafft hat:

Ein Stanley Cup, zwei Mal Gold bei Olympia, Gold bei der WM 201, Gold bei der Nachwuchs-WM 2005, die Hart Trophy 2007 und 2014.

Crosby war schon für die Hockey Hall of Fame gesetzt, bevor NHL Commissioner Gary Bettman ihm am Sonntag den Stanley Cup überreichte.

Aber wenn man immer mit den Besten aller Zeiten verglichen wird, wenn Leute sagen man sei der beste Aktive, dann zählt so ein Beweis.

Gordie Howe wäre "Mr. Hockey", selbst wenn er den Cup nur ein Mal gewonnen hätte, aber er holte den Titel vier Mal und ist einer der größten Eishockeyspieler aller Zeiten. Wayne Gretzky wäre mit einem Titel immer noch eine Legende, aber vier Titel haben den Namen "The Great One" untermauert. Mario Lemieux its "Le Magnifique", auch weil er den Cup zwei Mal holte.

"Das wird ihm sicher eine neue Perspektive geben und er wird es schätzen", sagte Niedermayer über Crosby. "Wir anderen können sagen: "Naja, er ist ein Siegertyp." Das hat er gezeigt und wieder gewonnen. Das ist ein weiterer Sieg, ein weiterer Titel. Das ist eine große Sache."

Crosbys Chancen waren in den letzten sieben Jahren nie verschwunden, aber sie waren erschüttert, so wie er beinahe vor fünf Jahren.

Er fehlte in 101 Spielen wegen Gehirnerschütterungen, von Januar 2011 bis März 2012. Damals zweifelte niemand daran, dass Crosby wieder Siegen könnte. Alle sorgten sich nur um sein Wohl und darum, ob er wieder der selbe Spieler sein könnte, sogar ob er je wieder spielen könnte.

Das konnte er. Er kam zurück. Er war weiter dominant. Die Penguins waren es nicht, zumindest bis jetzt.

Sie schieden 2012 in der ersten Runde aus, eine brutale und peinliche Serie gegen die Philadelphia Flyers. 2013 kamen sie in Eastern Conference Finale, trafen in vier Niederlagen in Folge gegen die Boston Bruins aber nur zwei Mal. 2014 vergaben sie in der zweiten Runde eine 3-1 Führung in der Serie und verloren in sieben Spielen. Letztes Jahr verloren sie gegen die Rangers in fünf Spielen.

"Das ist für mich ein weiteres Kapitel seines beeindruckenden Wegs", erklärte Niedermayer, der vier Titel hat. "Ich bin mir sicher er war manchmal frustriert und hat an sich gezweifelt, an seinen Mitspielern oder dem Verein. Das passiert wenn es nicht läuft. Sie hatten mehr Finalteilnahmen erwartet und mehr Siege. Diese Beharrlichkeit ist etwas, auf das er stolz sein kann und das man ihm hoch anrechnen sollte."

Crosby blieb auch diese Saison dabei. Er hatte einen ungewöhnlichen Start in die Saison, keinen Punkt in den ersten sechs Spielen und bis Weihnachten 22 Punkte in 32 Spielen. Noch schlimmer, die Penguins standen bei einer Statistik von 16-14-3, waren aus den Playoffrängen und versuchten unter Trainer Mike Sullivan einen neuen Stil anzunehmen, der am 12. Dezember für Mike Johnston übernahm.

Wenn man bedenkt, wie die letzte Saison endete, waren die Zweifel an Crosbys Größe verständlich. Durfte man fragen: ist er wirklich noch der Beste?

Viele fragten sich das. Crosby musste reagieren, für sich und die Penguins. Das war seine Verantwortung als Gesicht des Vereins, als Gesicht der NHL. Kein anderer hatte diese Verantwortung.

Das stritt er nie ab. Er reagierte mit 63 Punkten in seinen letzten 48 Spielen. Er war ein Kandidat für die Hart Trophy.

"Das ist sein Charakter", sagte Penguins Linksaußen Chris Kunitz. "Er war vom ersten Tag an in den Medien und hat sich nie verändert. Er musste damit reifen und das auf seinen Schultern tragen. Das ist seine Rolle in den Medien. Das macht er jeden Tag."

"Von ihm wird immer mehr erwartet, als von allen anderen."

Crosby hat nicht darum gebeten. Das verlangt sein Talent. Das weiß er. Er weiß, dass kein anderer in der NHL so unter Druck steht, in jedem Spiel zu überzeugen.

Alex Ovechkin ist vielleicht nahe dran, aber er kam nicht mit der Aufmerksamkeit in die Liga wie Crosby. Der Washington Capitals Kapitän bekam die Zügel nicht so in die Hand gedrückt wie Crosby von Gretzky, der von Howe übernahm. Ovechkin gewann auch nie den Stanley Cup oder Olympia.

"Das ist der Druck unter dem diese Jungs stehen, die Wayne Gretzkys, Mario Lemieuxs und Sidney Crosbys dieser Welt“, sagte Brodeur. „Es geht nur darum den Stanley Cup zu gewinnen, ein Siegertyp zu sein. Das bestätigt ihn. Die Chancen werden geringer und man muss sie nutzen. Das tat er."

Zwei Mal, bei Olympia und in den Stanley Cup Playoffs. Und er ist noch nicht fertig.

Crosby wird weiter um den Cup kämpfen. Er ist erst 28, im besten Alter. Wer weiß, vielleicht gewinnt er noch Mal die Olympischen Spiele. Das wird sich zeigen. Er wird auf jeden Fall die Chance haben, mit Team Canada den World Cup of Hockey 2016 zu gewinnen.

Schafft er das, untermauert er damit weiter sein Vermächtnis, an dem nie wieder gezweifelt wird.

Die Diskussion ist vorbei. Sidney Crosby hat gewonnen.

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