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Aus Erfahrung gut

Das Beispiel Ken Hitchcock zeigt bei den St. Louis Blues, dass nicht alles in der NHL immer jünger werden muss

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Die NHL wird insgesamt auf breiter Front deutlich jünger. Das Spiel wird immer schneller, gerade die jungen Spieler scheinen davon zu profitieren, können heutzutage vielfach dem Sport einen größeren Stempel aufdrücken als das früher der Fall war. Das beobachtet so nun schon über Jahre.

Es gibt jedoch auch Gegenbeispiele und relativ alte und erfahrene Fachkräfte in der Liga. Ein herausragendes Beispiel dafür ist zum Beispiel der Trainer der St. Louis Blues, Ken Hitchcock.

Seit Jahren schon ist der alte Fahrensmann hinter der Bande aus der NHL gar nicht wegzudenken, auch wenn seine Ansichten über Eishockey immer wieder in Frage gestellt, teilweise als altmodisch oder gar überholt angesehen wurden. Der Erfolg spricht am Ende diesbezüglich eben eine andere Sprache.

Hitchcock schafft es immer noch die jungen Spieler zu erreichen, sie zu Höchstleistungen anzuleiten, sein Team zu Siegen zu verhelfen. Auch heute Nacht siegten die Blues im Heimspiel gegen die Dallas Stars am Ende, bauten dadurch ihre beeindruckende Heimbilanz weiter aus.

Verantwortlich für das Auftreten der Blues ist dabei in letzter Instanz der Coach, der inzwischen fast 65-jährige Trainer. Schauen wir daher heute auch einmal auf die lange Karriere des erfolgreichen Übungsleiters.

Ken Hitchcock begann seine Trainerkarriere ursprünglich nämlich bereits im Jahre 1984 in der kanadischen Juniorenliga WHL, also vor über 30 Jahren. Sein erstes Traineramt bekleidete er bei den Kamloops Blazers und führte die Mannschaft gleich in der ersten Saison mit 52 Siegen zum besten Ergebnis in der Geschichte des Franchise und bis ins Finale der dortigen Playoffs. In der Spielzeit 1985-86 gewann er mit den Blazers dann auch wirklich bereits den 'Presidents' Cup'.

Nach insgesamt sechs Jahren als erfolgreicher Trainer der Nachwuchsspieler verpflichteten ihn im Jahre 1990 dann die Philadelphia Flyers als Assistenztrainer. In insgesamt drei Jahre arbeitete er dort erst unter der Leitung von Cheftrainer Paul Holmgren, später dann unter Bill Dineen.

Danach trainierte er zunächst einige Zeit in der unterklassigen IHL.

Im Jahre 1995 wurde er dann zum Cheftrainer der Dallas Stars befördert, welche er in der Saison 1996/97 auf den zweiten Platz der Western Conference führte. 1998 erreichte er mit den Stars das Finale der Western Conference und gewann schließlich 1999 mit ihnen sogar den Stanley Cup durch den Gewinn der Finalserie gegen die Buffalo Sabres.
Von 1997 bis 1999 war der Erfolgstrainer aus Dallas drei Mal in Folge für den Jack Adams Award als bester Trainer der Liga nominiert worden.

Mitte 2002 wurde Hitchcock von den Philadelphia Flyers als neuer Cheftrainer verpflichtet, beerbte dort auf dem Posten Bill Barber. Einen ersten Playoff-Erfolg konnten er mit seinem neuen Team in der Saison 2003-04 verbuchen, als Hitchcock mit den Flyers bis ins Finale der Eastern Conference einzog.

Als der Erfolgstrainer zu Beginn der Saison 2006-07 dann jedoch mit dem Team nur einen Sieg aus acht Spielen holen konnte, wurde ihm der Cheftrainerposten der Franchise entzogen. Im November 2006 dann wurde Hitchcock von den Columbus Blue Jackets als neuer Trainer verpflichtet.

Am 11. November 2009 absolvierte Hitchcock dann bereits sein 1000. Spiel als Trainer eines NHL-Teams.

Im Herbst des Jahres 2011 wurde Hitchcock dann nach der Entlassung vom damaligen Cheftrainer Davis Payne als dessen Nachfolger bei den Blues installiert. Ende der Saison 2011-12 erreichte er mit dem Team nach 109 Punkten in der NHL-Hauptrunde das zweitbeste Ergebnis der bisherigen Franchisegeschichte. Letztendlich wurde er dafür dann zum vierten Mal in seiner Karriere für den Jack Adams Award als bester Trainer der Saison nominiert und gewann diese Auszeichnung danach dann auch tatsächlich zum ersten Mal.

Auch aktuell läuft es mal wieder richtig gut für Hitchcock und seine Blues wie ein Blick auf die ergebnislisten der NHL verrät. Der Kanadier dient somit aktuell als bestes Beispiel, dass in der NHL eben nicht alles immer jünger und moderner werden muss. Manchmal funktionieren die 'alten Dinge' eben noch immer ganz hervorragend.
Ob es im Frühjahr dann in den Playoffs auch mal wieder zu mehr reichen wird? Noch kann man darüber nur spekulieren. Doch viel spricht eigentlich zumindest nicht dagegen.

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