Skip to main content

Mit mehr Verantwortung findet Eller zu seinem Spiel

von Arpon Basu / NHL.com
BROSSARD/Kanada -- Lars Eller hat ein gutes Timing.

Trotzdem hat sein Aufstieg zur zentralen Figur im Sturm der Montreal Canadiens just zu dem Zeitpunkt, an dem der Spieler, gegen den er getauscht wurde – Torhüter Jaroslav Halak/jetzt St. Louis Blues – zum ersten Mal nach Montreal zurückkehrt, nicht allzuviel mit der Fähigkeit zu tun, an seinen Aufgaben zu wachsen.

Vielmehr liegt der Grund für seinen derzeitigen Erfolg hauptsächlich in Entscheidungen, die andere getroffen haben.

Seit Canadiens-Manager Pierre Gauthier am 17. Dezember Chefcoach Jacques Martin auf Interimsbasis durch Randy Cunneyworth ersetzte, spielt Eller eine wesentlich bedeutendere Rolle in den Planungen des Trainers.

„Ich bekomme jetzt mehr Einsatzzeit“, so der Däne nach dem Canadiens-Training am Montag. „Ich hatte immer lange Spielzeiten und stand in den entscheidenden Momenten einer Partie auf dem Eis. Wenn man daran gewöhnt ist, will man diese hohe Verantwortung, und nur wenn man sie bekommt, kann man auch sein ganzes Potenzial abrufen. Das ist die Situation, die ich mir wünsche, und je mehr ich spiele, desto mehr Selbstvertrauen bekomme ich. Ich will im eigenen Interesse Top-Leistungen bringen, damit der Coach sieht, dass er mich jederzeit einsetzen kann.“

„Ich bekomme jetzt mehr Einsatzzeit. Ich hatte immer lange Spielzeiten und stand in den entscheidenden Momenten einer Partie auf dem Eis. Wenn man daran gewöhnt ist, will man diese hohe Verantwortung, und nur wenn man sie bekommt, kann man auch sein ganzes Potenzial abrufen. Das ist die Situation, die ich mir wünsche, und je mehr ich spiele, desto mehr Selbstvertrauen bekomme ich. Ich will im eigenen Interesse Top-Leistungen bringen, damit der Coach sieht, dass er mich jederzeit einsetzen kann.“ -- Lars Eller

Eller erreichte schon in seinem ersten Spiel unter Cunneyworth mit 18:25 seine bislang längste Eiszeit bei den Canadiens, wurde in den nächsten beiden Spielen aber nur jeweils 11 Minuten eingesetzt und war am 22. Dezember bei der 0:4-Niederlage in Winnipeg nicht im Kader.

Cunneyworth erklärte seine Entscheidung zur Nichtberücksichtigung von Eller und Verteidiger P.K. Subban damit, dass die beiden Spieler „lernen müssten, im richtigen Moment das Richtige zu tun“.

Im folgenden Spiel verbuchte Eller mit 19:17 seinen persönlichen Einsatzzeit-Saisonrekord, erzielte beim 6:2-Sieg in Ottawa ein Tor und „explodierte“ schließlich vergangene Woche im Heimspiel gegen die Jets mit 4 Toren und 5 Punkten. Seitdem er vor fünf Spielen auf der Bank Platz nehmen musste, stehen insgesamt 5 Tore und 2 Assists zu Buche.

Dazu Cunneyworth: „Er war ein guter Spieler, bevor ich ihn auf die Bank gesetzt habe, und er ist es natürlich nach wie vor.“ „Diese Maßnahme soll ihm deutlich machen, was wir von ihm erwarten und dass er Verantwortung übernehmen muss.“

Nicht nur aufgrund seiner Punkte ist Eller zur Schlüsselfigur in Cunneyworths erster Checking-Reihe geworden. Am Samstagabend war er im Spiel gegen Tampa Bay zusammen mit Travis Moen und Andrei Kostitsyn damit beauftragt, Martin St. Louis, Steven Stamkos und Steve Downie aus dem Spiel zu nehmen – und erfüllte seine Aufgabe mit Bravour. Stamkos kam beim 3:1-Sieg der Canadiens lediglich zu einem einzigen Torschuss.

„Ich spiele gern gegen die erste Reihe des gegnerischen Teams“, sagt Eller. „Tampa ist sehr stark, wenn sie den Puck haben, man muss extrem konzentriert sein. Aber unsere Reihe ist in der Lage, Druck zu machen, P. K. Subban und Josh Gorges haben den Puck immer wieder hervorragend aus unserer Zone herausgebracht. Häufig neigt die erste Reihe dazu, ohne Puck nicht allzuviel zu arbeiten, und ist in der eigenen Zone nicht immer top. Deshalb gilt: Je länger wir den Puck in der Angriffszone haben, desto besser.“

Ellers Reihe konnte sich gegen Tampa nicht in die Torschützenliste eintragen, aber ihr Beitrag zum Sieg ist dennoch niemandem entgangen.

„Lars kann stolz auf seine Leistung sein“, sagte Cunneyworth. „Er hat seine offensiven Stärken gezeigt, aber auch, dass er in der Lage ist, gegen die besten Spieler der NHL effektiv zu verteidigen. Darin wird auch am Dienstag ein Hauptteil seiner Aufgabe bestehen. St. Louis hat drei absolut torgefährliche Reihen, wir dürfen uns also keine Fehler erlauben.“

Die Situation in Montreal ist für Eller derzeit optimal, aber das war nicht immer so.

Auf den Spielertausch, bei dem Halak nach St. Louis wechselte, nachdem er einen Monat zuvor die Canadiens von Platz 8 der Setzliste in die Eastern Conference Finals geführt hatte, reagierte man in Montreal mit der Frage „Lars wer?“

Eller und Torhüter Carey Price waren in den Augen vieler Fans daran schuld, dass ihr Held Halak gehen musste. Price konnte die Anhänger mit einer grandiosen Saison überzeugen, Eller dagegen hatte in seinem ersten Jahr Probleme.

Er ließ seine Offensivfähigkeiten, die beim Draft 2007 St. Louis Blues zu seiner Verpflichtung bewogen hatten, zwar gelegentlich aufblitzen, es gelangen ihm jedoch keine konstant überzeugenden Leistungen. Darüber hinaus handelte er sich oft leichtsinnig Strafminuten ein, sodass ihn Coach Jacques Martin häufig auf der Bank ließ.

„Das war nicht einfach für einen jungen Spieler wie ihn“, so Carey Price. „Als er nach Montreal kam, wurde er vom Management als Perspektivspieler gesehen, nicht als jemand, der auf Anhieb zu einer tragenden Säule des Teams wird. Sein außergewöhnliches Talent bleibt niemandem verborgen, aber er ist noch sehr jung und muss sich in vielen Bereichen verbessern.“

Bei seinem ersten Training mit den Canadiens machte Eller klar, dass er sich nicht als Ersatz für Halak sieht, sondern in erster Linie an seiner eigenen Entwicklung arbeiten möchte. Nach eineinhalb Jahren scheint er jetzt definitiv auf dem richtigen Weg zu sein.

Lars Eller besteht darauf, dass das Dienstagabendspiel gegen Halak und die Blues für ihn keine besondere Brisanz enthält. Er habe das Datum nicht auf seinem Kalender markiert und die Tatsache, dass er gegen den Club antritt, der ihn abgegeben hat, verschaffe ihm auch keine zusätzliche Motivation.

Dennoch dürfte ihm eines durchaus bewusst sein: In diesem Spiel kann er zeigen, wie er sich weiterentwickelt hat, seitdem er in einer der größten Spielertauschaktionen der Canadiens eine Art Beigabe darstellte.

„Ich gehe das Spiel an wie jedes andere auch. Auf der anderen Seite werden einige bekannte Gesichter stehen, aber sobald das Spiel begonnen hat, geht es nur noch um den Sieg.“ „Ich freue mich auf die Partie. Ich bin hoch motiviert wie in jedem Spiel, aber speziell gegen die Blues ein Tor zu machen, wäre natürlich nicht das Schlechteste.“

Vor allem, wenn man bedenkt, gegen welchen Torhüter er da treffen würde.
Mehr anzeigen