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Bei Washington führt der Zusammenhalt zum Erfolg

Ob Stars wie Ovechkin entschärft werden, oder ein Backstrom fehlt, die Capitals haben ihre Spieler, die die Aufgaben erledigen

von Alexander Gammel @NHLde / NHL.com/de Autor

Es ist soweit, das Conference Finale der Stanley Cup Playoffs hat begonnen, die letzten vier Teams messen sich, um die beiden Sieger zu ermitteln, die am Ende um den großen Preis kämpfen dürfen. Im ersten Spiel der Eastern Conference setzten sich dabei die Washington Capitals mit 4:2 bei den Tampa Bay Lightning durch. Superstar Alex Ovechkin erzielte ein Tor und bereitete einen weiteren Treffer vor, doch er war bei weitem nicht der alleinige Leistungsträger. Die Capitals zeigten eine geschlossene Mannschaftsleistung und siegten als Einheit.

"Wir haben realisiert, dass wir einfach nur unser Spiel durchziehen müssen", erklärte Ovechkin. "Es ist egal, auf welcher Position man spielt, in welcher Runde wir stehen, man sieht den Jungs an, dass sie sich bemühen, ob (Torwart) Braden Holtby, oder irgendjemand anders in unserem Team. Jeder war voll dabei und hat alles gegeben."

Video: WSH@TBL, Sp1: Ovechkin zieht ab und trifft spät im 1.

Neben Ovechkin trafen auch Spieler, die nicht unbedingt für ihren Torinstinkt bekannt sind. Verteidiger Michal Kempny brachte die Capitals im ersten Drittel mit 1:0 in Führung, nachdem er in der regulären Saison lediglich drei Tore und zehn Punkte in 53 Spielen erzielt hatte. Nach Ovechkins 2:0, folgte im Mittelabschnitt dann auch ein Tor von Jay Beagle. Seine Bilanz in der regulären Saison: 79 Partien, sieben Tore, 22 Punkte. Den vierten Treffer setzte der Däne Lars Eller. Eller spielte die beste Saison seiner Karriere und erzielte 18 Tore und 38 Punkte. Er zeigte bereits zuvor, dass er ein Kandidat für die wichtigen Tore im richtigen Moment ist.

"Er kann in der ersten, zweiten oder dritten Reihe spielen. Das ist egal", zeigte Beagle seine Anerkennung für die Flexibilität seines Mitspielers. "Er hat viele Talente. Er spielt im Moment gegen die besten Spieler der Gegner und macht einen unglaublichen Job. Das hat er schon gegen Pittsburgh gemacht, das ist keine Überraschung für uns. Wir wissen, was für ein Spieler er ist."

 

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Die Capitals haben große Spieler, die Spiele im Alleingang entscheiden können, doch das ist nicht der Faktor, der ihnen den Sieg einbrachte. Ob Ovechkin, Eller, Holtby, oder auch ein weniger namhafter Spieler, die Capitals scheinen einfach zusammenzupassen und zu funktionieren. Die Spieler arbeiten füreinander. Wenn ein Teammitglied den Gegner nicht stoppen kann, ist sein Kollege da, wenn ein Stürmer nicht trifft, ist sein Nebenmann, oder auch der Verteidiger da und nutzt die Chance. Sie sind eine Einheit, die Spaß am Spiel zeigt. Das ist eine gefährliche Mischung für jeden Kontrahenten, selbst für die starken Lightning, die die Liga über lange Zeit nach Punkten anführten.

"Das ist einfach unsere Einstellung", sagte Trainer Barry Trotz. "Die Jungs sagen einfach: 'Hey du bist da, du musst das Ding jetzt machen'. Wir sprechen nicht über Effizienz. Wichtig ist, dass man einen Effekt auf den Gegner, auf das Spiel hat. Man muss irgendwie einen Beitrag leisten... Das wichtigste ist, das die Spieler auf dem Eis miteinander reden. Das passiert bei uns in jedem Wechsel, in jeder Reihe."

Video: WSH@TBL, Sp1: Eller verwertet den Rebound im PP

Die Capitals brauchen genau diese Beiträge von Spieler, die nicht unbedingt zu den großen Stars des Teams zählen. Sie müssen derzeit ohne ihren besten Spielmacher, Nicklas Backstrom auskommen. Der schwedische Center hatte sich in Spiel 5 der zweiten Runde gegen die Pittsburgh Penguins an der Hand verletzt, als er einen Schuss blockte.

Auch auf andere Stars, darf man sich gegen ein Team wie die Lightning nicht alleine verlassen. Es ist bekannt, welche Torjäger gefährlich sind und wie sie besonders gerne treffen. Ein Team, das es in das Conference Finale schafft, hat in der Abwehr dann auch die Qualität, genau diesen Spielern das Leben schwer zu machen. Doch auch damit werden die Capitals fertig.

 

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"Unsere Mannschaft hat einfach Spaß. Sie sind ruhig", sprach auch Trotz seinen Spielern ein Lob aus. "Wir versuchen uns einfach das Recht zu verdienen, weiterhin spielen zu dürfen. Wenn man eine wirklich gute Truppe hat, die sich gut versteht und gemeinsam diese Momente in den Playoffs erleben will, will man das auch beibehalten."

Wenn sich die gegnerische Abwehr auf Spieler wie Ovechkin konzentriert, ist für andere wieder mehr Platz und dann müssen eben auch diese Spieler punkten, um weiterhin erfolgreich zu sein. Zu diesem Zeitpunkt der Saison, ist eine solche Arbeitshaltung, ein solcher Zusammenhalt in einer Mannschaft unerlässlich. Der Stanley Cup wird nicht durch einzelne Stars gewonnen, sondern durch eine komplette Mannschaft.

Video: WSH@TBL, Sp1: Ovechkin profitiert von einem Fehler

"Das ist leichter gesagt, als getan", gab Stürmer T.J. Oshie zu. "Wenn wir den Puck nicht haben, kommt einfach ein Spieler nach dem anderen an, eine Reihe nach der anderen, wir spielen trotzdem gleich. Ob die erste Reihe verteidigen muss, oder die vierte Reihe Druck auf das Tor macht, jeder spielt in der Abwehr gleich, jeder bringt seine Opfer, jeder bringt seinen Beitrag."

Mit einer solchen Leistung dürfen sich die Lightning warm anziehen. Man merkt, dass die Capitals hungrig sind. Obwohl sie in den letzten Jahren immer zu den besten Teams der Liga gehörten, scheiterten sie in den vergangenen beiden Playoffs jeweils in der zweiten Runde an den Penguins, die in beiden Fällen den Stanley Cup gewannen. Nun konnten sie die Penguins endlich schlagen, und sehen die Chance, den großen Pokal in die Höhe stemmen zu können. Mit dieser Leistung und dieser Motivation, ist der Cup alles andere, als ein unrealistisches Ziel.

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