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Ein großer Verlust für die Eishockeywelt

Mit dem Schauspieler Alan Thicke verlor die Welt nun auch einen leidenschaftlichen NHL-Fan

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Am Dienstag verstarb der kanadische Schauspieler Alan Thicke im Alter von 69 Jahren. Er erlag letztendlich einem Herzinfarkt, der ihn beim Eishockeyspielen mit seinem 19-jährigen Sohn ereilt hatte. Bei aller Tragik eine Todesursache, wie sie nicht passender für Thicke hätte sein können, starb er doch ausgerechnet bei Ausübung seiner großen Leidenschaft, dem herausragenden Hobby seines Lebens.

Thicke war als Schauspieler in erster Linie für seine Rolle in der Sitcom 'Unser lautes Heim' bekannt, welche in den 1980er- und 90er-Jahren produziert wurde, und auch hier bei uns in Mitteleuropa sehr erfolgreich im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Es war die Serie durch die u.a. auch Leonardo DiCaprio berühmt wurde.

Auch andere Rollen vom Schauspieler Thicke waren hierzulande im Fernsehen zu sehen. So gab es unter anderem auch vielbeachtete Auftritte in der sehr erfolgreichen Sitcom 'How I met your mother'.

Doch all dies wäre so natürlich alleine noch kein Grund hier auf NHL.com/de einen Nachruf für ihn zu schreiben. Was das plötzliche Ableben von Thicke für uns hier aber zu einem thematisch durchaus passenden Thema macht, das ist seine lebenslange große Verbundenheit zum Eishockey und zur NHL. Eine Leidenschaft, die auch darin gipfelte, dass der Kanadier eine enge Freundschaft zu Superstar Wayne Gretzky pflegte und auch an seinem damaligen Transfer von den Edmonton Oilers zu den Los Angeles Kings maßgeblich indirekt mit beteiligt war.

Dementsprechend gab es nun auch zahlreiche Reaktionen aus der NHL-Szene, als der Tod des 69-Jährigen offiziell bekannt wurde.

So äußerte sich z.B. jüngst auch NHL-Commissioner Gary Bettman zu dem Thema: "Alan war nicht nur bekanntermaßen ein äußerst leidenschaftlicher Eishockeyfan, er war auch über Jahrzehnte ein wichtiger Bestandteil zahlreicher unserer Veranstaltungen, darunter das All Star Game, diverse Wohltätigkeitsveranstaltungen und Preisverleihungen. Er war regelmäßig bei Ligaspielen zu Gast und auch jüngst beim World Cup of Hockey in Toronto mit dabei."

"Wir werden Alan, der immer für unsere Werte und unsere Leidenschaft stand, sehr vermissen."
Aber nicht nur Bettman zeigte sich von der Nachricht seines Todes tief betroffen. Zahlreiche Aktive und Funktionäre aus der Liga und deren Umfeld äußerten sich bewegt auf den diversen Social Media-Kanälen.

Thicke wurde am 1. März 1947 in Kirkland Lake, Ontario als Sohn von Joan, einer Krankenschwester, und William Jeffrey, einem Börsenmakler, geboren. Er besuchte zunächst die University of Western Ontario. Thicke war im Laufe seines Lebens insgesamt dreimal verheiratet. Wie bereits erwähnt war er zeitlebens ein äußerst leidenschaftlicher Eishockey-Fan und auch -Spieler.

Hierzulande wurde er vor allem durch die Darstellung des Familienvaters Dr. Jason Seaver in der Sitcom 'Unser lautes Heim' bekannt. Die Serie wurde zwischen den Jahren 1985 und 1992 vom Fernsehsender ABC in den USA produziert und wurde ab 1993dann auch mit großem Erfolg in Deutschland ausgestrahlt.
Im Jahre 2014 gab der Schauspieler gegenüber 'Gartland' an, dass Eishockey eine große Rolle für ihn gespielt habe sich in Los Angeles nach und nach heimisch zu fühlen.

Tweet from @EdmontonOilers: RIP to one of the great ones, Alan Thicke. pic.twitter.com/LvlU13s23h

"Als ich die ersten Tage in Kalifornien verbrachte, ich noch in einem Motel übernachtete, da suchte ich als Kanadier nach Dingen die mir vertraut waren, die mir bei der Eingewöhnung in der neuen Heimat helfen könnte. Und da sah ich, dass die Kings ein Heimspiel hatten an diesem Samstag."

Und mit seinem steigenden Erfolg als Schauspieler half Thicke durch seine Freundschaften zu Eishockeyspielern indirekt auch dem Eishockeysport zu mehr Aufmerksamkeit in den USA.

In dieser Zeit entstand damals u.a. auch der "Hockey Sock Rock", ein Lied, welches er 1979 für die New York Rangers produzierte. Die damaligen Spieler Phil Esposito, Ron Duguay, Dave Maloney, John Davidson und Pat Hickey wirkten auf der Schallplatte seinerzeit mit. Auch die B-Seite der Single "Forgive My Misconduct," wurde mit hochkarätigen Eishockeyspielern produziert. Die Kings Marcel Dionne, Charlie Simmer und Dave Taylor waren beteiligt.

Thicke freundete sich zudem nach und nach dann auch mit Wayne Gretzky, dem damaligen Kapitän der Edmonton Oilers an. Gretzky soll sogar mehrfach den Babysitter von Thickes Sohn Robin gemimt haben. Unter anderem auch genau in dem Moment als ihm am Telefon mitgeteilt wurde, dass er im Rahmen eines Trades im Jahre 1988 zu den Los Angeles Kings transferiert wurde.

Dies bestätigte Gretzky im Jahre 2014 so ebenfalls im Gespräch gegenüber der Internetseite 'Grantland': "Neben den Beteiligten der Oilers und der Kings und mir war Alan einer der ersten der von diesem Wechsel erfuhr. Ich wusste, dass ich mich darauf verlassen kann das er nicht nach Außen verlauten lässt. Das Witzige daran war, dass er wohl der größte Fan der LA Kings war und es natürlich für ihn eine fantastische Nachricht war. Er begrüßte den Trade vermutlich mit am meisten."

Tweet from @BaileyLAKings: I can't believe my friend Alan Thicke passed away. �� such a sad day! pic.twitter.com/QfSUFteCHd

Gegenüber 'Sportsnet' sagte Thicke im Jahre 2012: "Wayne war gerade in meinem Haus in L.A. in der Nacht als er 'getradet' wurde. Ich war zu der Zeit mit meinem anderen Sohn in unserem Haus in Norwegen. Janet und Wayne waren mit Robin, der damals 11 Jahre alt war, in unserem Haus dort. Wir telefonierten in dieser Nacht über die Geschehnisse. Ich war total überrascht von der Neuigkeit.

Danach mussten wir uns dann kurzfristig einen neuen 'Hausmeister' als Ersatz suchen, was aber nicht so schwierig war wie es für die Oilers wurde Wayne zu ersetzen" scherzte er damals im Rückblick.
Thicke moderierte als Gastgeber aber u.a. auch das NHL All Star Game des Jahres 1988. Im Jahre 1992 agierte er als Zeremonienmeister beim allerersten NHL-Spiel der damals neu in die Liga aufgenommenen Tampa Bay Lightning in der Expo Hall.

Er wird jedoch bei den Eishockeyfans in Übersee in erster Linie wohl als äußerst leidenschaftlicher Fan der Los Angeles Kings in Erinnerung bleiben. Aber auch die Toronto Maple Leafs aus seiner ursprünglichen Heimatstadt lagen ihm stets sehr am Herzen.

Die Eishockeywelt hat mit ihm am Dienstag wohl einen ihrer leidenschaftlichsten Fans verloren. Dass er nun ausgerechnet bei einem Eishockeyspiel mit seinem Sohn starb, das dürfte dabei wohl eine Anekdote sein, wie man sie sich passender in diesem Falle wohl gar nicht hätte ausmalen können. Bei aller Trauer um den großen Verlust.

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