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Fünf Fragen an Scott Stevens

Wild Assistenzcoach über seine Rückkehr auf die Bank und wie es ist Verteidiger zu entwickeln

von Dan Rosen @drosennhl / NHL.com Chefautor

NHL.com's Interviewreihe mit dem Titel "Fünf Fragen an..." läuft über die Saison hindurch. Wir sprechen mit Persönlichkeiten dieses Sports und stellen ihnen Fragen, um Einblick in ihr Leben, ihre Karriere zu erlangen und die neuesten Schlagzeilen zu erfahren.

In der jüngsten Ausgabe fünf Fragen (und eine Bonusfrage zum Schluss) an Scott Stevens:

Lass uns über die Defensivabteilung in Minnesota sprechen. Was hast du neues über sie erfahren, nachdem du sie jetzt selbst trainierst. Was wird einem nicht ersichtlich, wenn man ihr nur zusieht?

"Man ist glücklich, solche Jungs wie einen Ryan Suter in den Reihen zu wissen. Er hat eine Lunge wie ein Pferd, so viele Minuten wie er auf dem Eis steht. Er spielt 27 Minuten. Er ist so wertvoll. Er punktet. Er spielt gegen die besten Spieler. Es ist toll, dass er wieder zurück ist, da man weiß, dass er konstant jeden Abend alles gibt. Über seinen Verteidigungspartner Jared Spurgeon spricht niemand, doch er ist ein Verteidiger, den man beobachten sollte. Er ist nicht besonders groß, doch die ideale Ergänzung zu Suter. Ich weiß, dass er seinen Job verrichtet. Auf ihn kann ich zählen. Er schießt rechts, hat eine gute Puckführung und verteidigt für einen kleinen Spieler sehr gut. Er ist furchtlos und am Spielaufbau beteiligt. Über ihn, an der Seite von Suter, sollte man in der Liga mehr sprechen."

"Ich komme zu Jonas Brodin. Er spielt auf der linken Seite, doch ich kann ihn auch, wenn es nötig ist, rechts einsetzen. Ich kann ihn zu jeder Zeit, wo auch immer ich möchte, einsetzen. Er ist schnell, er kann selbst forechecken und er verteidigt sehr gut. Er ist ein exzellenter junger Eishockeyspieler. Matt Dumba hat einen starken Schuss, er ist eine Gefahr im Powerplay. Er liebt Konter. Noch muss er dazulernen besser zu werden, doch er ist schon ziemlich gut. Marco Scandella hatte einige Verletzungen, doch nun ist er zurück. Er ist ein großer Verteidiger mit einer großen Reichweite und er bewegt sich sehr gut. Er verfügt über eine gute Stockbeherrschung und er kann ein Shutdown-Verteidiger sein. Für Christian Folin ist es die erste volle Saison. Er hat richtig stark begonnen, dann verletzte er sich. Er kam zurück und spielt klasse. Sein Spiel lebt vor allem vor dem Tor von seiner Physis."

"Dann haben wir noch mit Nate Prosser einen guten Teamspieler. Er erinnert mich an [ehemaligen Devils Verteidiger] Tommy Albelin. Wenn du einen siebten Verteidiger brauchst, dann weißt du, dass er zur Stelle ist. Er beklagt sich nicht und er kommt in der Kabine bei anderen Jungs gut an."

"Es ist eine großartige Gruppe, die von allem etwas hat und sie sind alle ziemlich flexibel. Weißt du, in diesen Tagen ist es sehr wichtig, dass du schnelle, flexible Spieler hast."

Video: MIN@CHI: Niederreiter trifft im Powerplay

Die Verteidigung hier ist physisch nicht so präsent, wie sie es bei den Devils war, als du noch in New Jersey gespielt hast. Erinnert dich dennoch etwas daran? Vielleicht die Art wie sie auftreten oder wie du sie einsetzen kannst?

"Ja. Das wollte Bruce Boudreau so. Wenngleich er ein Stürmer war, er weiß, wie man verteidigt. Er weiß, dass die Defensive gewinnt und diesen Weg schlägt er ein. Das ist ein Grund, warum ich sein Spielsystem mochte. Mir gefiel wie seine Mannschaften in der Verteidigung spielten Es erinnert mich an die Devils. Definitiv machen wir gerne die neutrale Zone dicht. Vielleicht lassen wir etwas mehr Torschüsse zu, doch viele Schüsse sind ungefährlich und unsere Torhüter wissen hoffentlich, von wo die Schüsse kommen. Wir lassen nicht viele hochkarätige Chancen zu.

"Die Spieler spielen genau richtig. Man muss sie dafür loben. Sie sind sehr diszipliniert. Sie lieben es zu gewinnen und sie wissen, wie sie es anstellen müssen eine Führung zu verteidigen. Sie mogeln nicht und sie opfern sich auf. Das ist der Hauptgrund warum wir so erfolgreich sind."

Ist diese Mannschaft besser als du dachtest?

"Definitiv. Es dauerte seine Zeit, bis ich das herausgefunden hatte und auch sie mussten uns erst kennenlernen. Wir haben einiges verändert, das braucht seine Zeit. Es gab fünf oder sechs Jahre alte Gewohnheiten. Es war ein Entwicklungsprozess. Wir hatten am Anfang Probleme mit dem Tore schießen. Wir hatten zwar gut verteidigt, doch nun sind wir auch torgefährlich. Die verschiedensten Spieler treffen und eine einige absolvieren ihre beste Saison. Wenn du breit aufgestellt bist und gut verteidigst, dann passieren tolle Dinge. Ich glaube, dass es eine Mannschaft war, die in den letzten Jahren hauptsächlich vom Kontern gelebt hat, doch Bruce hat es geschafft, dass wir mehr Pucks aufs Tor bringen und sich dort auch Spieler befinden. Wir erzielen viele Tore aus diesem Areal heraus. Es ist fein, wenn du auf verschiedene Weise im Abschluss erfolgreich bist. Doch um in dieser Liga zu treffen, musst du Pucks aufs Tor bringen und dort müssen dann Spieler von uns stehen."

Dein Spiel lebte vom Körpereinsatz. Du hattest in deiner Karriere einige, gut dokumentierte Checks. Wenn die Jungs heutzutage checken, dann stellt sich meistens die Frage, ob der Check noch korrekt war. Es gibt nicht mehr so viele ganz große Checks, aber das Spiel wurde schneller. Wie muss man sich als Coach anpassen?

"Es geht mehr ums Stellungsspiel. Es geht darum, wo ich mit dem Körper und mit dem Schläger bin. Das Spiel hat sich dahingehend verändert. Du musst Druck machen, du darfst dem Gegner keine Zeit und keinen Freiraum lassen. Das Spiel wurde schneller, es geht von der einen in die andere Hälfte, doch die Art und Weise wie du gewinnst hat sich nicht wirklich geändert. Ohne Frage, das physische Spiel hat abgenommen, doch es ist genauso anspruchsvoll."

Video: MIN@DAL: Staal trifft durch die Beine des Torwarts

Ich vermute, dass du einem Jungen beibringen kannst, so zu spielen, wie du es getan hast und es gleichzeitig der heutigen Spielweise anpasst. Stimmst du mir zu?

"Völlig. Ich denke manch einer hatte die Illusion, dass wir mit mir als Trainer eine grimmige, hart checkende, Angst einjagende Verteidigung bekämen. Nein, das liegt im Blut, das liegt in der DNA. Du musst den physischen Kontakt mögen. Du kannst zwar manche dazu auffordern in einem bestimmten Bereich härter und aggressiver ranzugehen, doch letztendlich liegt es an der Person."

Nun ist wieder die Zeit gekommen gegen die Devils zu spielen. Am 22. Oktober tratet ihr in New Jersey an, diesmal trefft ihr in Minnesota aufeinander. Welches Gefühl hattest du, als du zum ersten Mal als Trainer gegen sie antratst und was erwartest du am Dienstag?

"Es war schwer. Es war anders. Ich glaube ich hatte zuvor noch nie die Kabine auf der anderen Seite des Gebäudes gesehen [Prudential Center]. Ich fühlte mich definitiv unbehaglich, doch es war schön alte Gesichter zu sehen. Es gibt einen Haufen großartiger Menschen dort. Andy Greene, Adam Henrique, Travis Zajac, viele gute Spieler, die ich trainieren durfte. Cory Schneider zählt auch dazu. Wir werden sehen, was [Dienstag] passiert. Wir möchten gewinnen und sie spielen jetzt deutlich besser. Wir werden eine Menge zu tun bekommen."

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