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Die Minnesota Wild im Detail

NHL.com/de 31 in 31: Das Team aus dem State of Hockey visiert die Rückkehr in die Playoffs an

von Alexander Gammel @NHLde / NHL.com/de Autor

Ab dem 1. August nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.

In dieser Ausgabe geht es um die Minnesota Wild.

Die Minnesota Wild blieben vergangene Saison mit den verpassten Stanley Cup Playoffs deutlich hinter ihren Erwartungen zurück. Dennoch hielten sie an Trainer Bruce Boudreau fest. Auf anderen Positionen zeigen sie in der kommenden Saison jedoch ein neues Gesicht. 

Nach der Entlassung von General Manger Paul Fenton sind sie noch auf der Suche nach einem dauerhaften Ersatz auf dieser Position. In der Offensive auf dem Eis gibt es, wenn man die Zugänge zur Trade Deadline im Februar mit hinzu zählt, mit Ryan Donato, Viktor Rask, Kevin Fiala, Ryan Hartman und Mats Zuccarello fünf neue Gesichter. Sie sollen die Wild wieder dahin führen, wo sie nach ihrem Selbstverständnis hingehören.

 

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Die Schlüsselspieler

Die Stürmer Eric Staal und Jason Zucker erlebten jeweils ihre schlechteste Saison seit 2015/16. Sie gehören unverändert zu den wichtigsten Bausteinen der Offensive und müssen zu ihrer alten Form zurückfinden. Ebenso entscheidend werden Verteidiger Matt Dumba und Kapitän Mikko Koivu sein, die jeweils von Verletzungen in das Team zurückkehren.

Neben ihnen wird viel davon abhängen, wie sich die Neuzugänge schlagen. Von Zuccarello wird eine tragende Rolle als Spielmacher erwartet, Ryan Donato überzeugte nach seiner Ankunft im Februar mit 16 Punkten (vier Tore, zwölf Assists) in 22 Spielen. Rask und Fiala haben beide noch Luft nach oben. Die Zeit, in der sie sich mittlerweile über die Monate an das neue Team gewöhnen konnten, könnte ihren Leistungen einen echten Schub verpassen. 

Neben Neuzugängen und etablierten Kräften zählen die Wild in Zukunft vermehrt auf ihre eigenen jungen Talente in Person von Jordan Greenway und Luke Kunin. Greenway schaffte vergangene Saison den Sprung zum Stammspieler und lieferte 24 Punkte (12/12). Kunin kam 49 Mal zum Einsatz und erzielte 17 Punkte (6/11). Von beiden wird eine große Entwicklung erwartet. 

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Sie könnten nachrücken

An der Spitze der Nachwuchskräfte der Wild steht der deutsche Center Nico Sturm. Der 24-Jährige erzielte in der vergangenen Saison in 39 Spielen in der Universitäts-Liga NCAA 45 Punkte (14/31) für die Clarkson University und galt als der beste Zwei-Wege-Stürmer der Liga. Das brachte ihm nicht nur einen Platz unter den zehn Finalisten für den begehrten Hobey Baker Award als bester Spieler der Liga ein, sondern auch einen Probevertrag bei den Wild. Am Ende der Saison bestritt er zwei Spiele für Minnesota, in denen er zwar nicht punktete, sich aber so gut verkaufte, dass die Wild ihm im Sommer einen Vertrag über ein Jahr gaben. Er dürfte in der kommenden Saison erneut NHL-Luft schnuppern und wird als ernstzunehmender Kandidat für einen Stammplatz in der dritten oder vierten Reihe gehandelt.

Hinter Sturm reihen sich weitere Talente ein, darunter die Stürmer Kirill Kaprizov, Connor Dewar und Verteidiger Carson Soucy. Soucy kam aufgrund von Verletzungen vergangene Saison bereits zu drei Einsätzen für die Wild, eine Rolle, die er vermutlich erneut einnehmen wird.

Dewar überzeugte in der Western Hockey League mit 81 Punkten (36/45) in 59 Spielen für die Everett Silvertips. Er wird voraussichtlich in der American Hockey League für die Iowa Wild starten, könnte aber zu ersten Einsätzen für Minnesota kommen.

Das größte Kaliber des Trios ist Kaprizov. Der 22-jährige Russe spielte eine überragende Saison für CSKA Moskau in der KHL, wo er mit 51 Punkten (30/21) nicht nur elftbester Scorer der Liga wurde, sondern auch Torschützenkönig. Er könnte sich einen Stammplatz erspielen, oder zu Beginn der Saison in der AHL landen, um sich an die nordamerikanische Eisfläche und Spielweise zu gewöhnen.

Stärken

Die Stärken der Wild liegen klar in der Defensive. Torwart Devan Dubnyk gehört zur Elite seiner Zunft und rettete den Wild schon oft wertvolle Punkte. In den vergangenen Saison gewannen nur zwei Torhüter, Pekka Rinne und Braden Holtby, mehr Spiele als Dubnyk (174). Seine Fangquote von 92 Prozent in dieser Zeit gehört ebenso zu den Spitzenwerten der Liga, wie seine insgesamt 23 Shutouts. 

Der Kanadier bekommt tatkräftige Unterstützung von seinen Vorderleuten. 233 Gegentore bedeuteten vergangene Saison immerhin Platz zwölf in dieser Kategorie. Durchschnittlich 29,5 zugelassene Torschüsse der Gegner reichten immerhin zu Rang acht im Ligavergleich. Die Unterzahl der Wild schlug sich sogar noch besser, 81,7 Prozent Erfolgsquote bedeuteten hier Platz sieben.

Entwicklungspotenzial

Das Sorgenkind von Boudreau ist klar die Offensive. Mit 210 erzielten Toren lag sein Team auf Platz 27 von 31 Mannschaften, eine Leistung, die nicht playoffwürdig ist. Die Powerplay-Erfolgsquote von 20,3 Prozent (Platz 14) zeigt, dass die Wild durchaus das Potenzial haben ihre Chancen zu nutzen, wie sie in den vorherigen Jahren schon zeigten. Allerdings müssen klar mehr Tore bei gleicher Spielerzahl auf dem Eis herauskommen. Dabei könnten Zuccarello und Koivu als Spielmacher in den ersten beiden Reihen der entscheidende Schlüssel zum Teamerfolg sein, der in der vergangenen Saison fehlte.

 

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Playoff-Chancen

Die Saison wird nicht leicht für die Mannschaft aus Minnesota. Das Franchise hat aktuell noch keinen GM, beinahe die Hälfte der Stürmer ist höchstens seit Februar im Team mit dabei. Genau diese Stürmer werden über den Saisonausgang entscheiden. Abwehr, Torwart und Unterzahlspiel können es mit der Spitze in der Liga aufnehmen. Sollten die Neuzugänge nun wenigstens für eine passable Offensive sorgen können, diese sich im Mittelfeld der Liga etablieren können, dann stehen die Chancen auf eine erneute Teilnahme an den Playoffs gut. Kommt der Angriff allerdings nicht wunschgemäß ins Rollen, dürfte die nächste Enttäuschung auf die Organisation warten.

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