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Rantanen steht als junger Spieler seinen Mann

Der 22-jährige Finne der Avalanche wirkt schon ausgesprochen reif und unterstrich das mit zwei Toren in Spiel 4 gegen die Flames

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Die Colorado Avalanche haben mit dem Erfolg in Spiel 4 im Pepsi Center ihr drittes Spiel in Folge gegen die Calgary Flames in der ersten Runde der Stanley Cup Playoffs in der Western Conference gewonnen und führen die Serie als Außenseiter überraschend mit 3:1 an. Wie in Spiel 2 siegten sie mit 3:2 nach Verlängerung und konnten einen Rückstand während der Partie wettmachen. In Spiel 2 liefen sie einem 1:2 ab der 53. Minute hinterher, doch am Mittwoch lagen sie ab der 47. Minute sogar mit 0:2 im Hintertreffen, ehe J.T. Compher in der 49. Minute verkürzen konnte. Zum zweiten Mal konnte in der 58. Minute schließlich der Ausgleich erzielt werden.

Mikko Rantanen war dieses Mal der glückliche Schütze zum 2:2, der im Powerplay, die wunderbare Vorlage von Nathan MacKinnon nutzte und dessen scharfen Pass vor das Tor unhaltbar für Calgarys Torhüter Mike Smith ins Netz abfälschte. 

Video: CGY@COL, Sp4: Rantanen schießt direkt OT-Siegtor

"Powerplay, wir hatten eine große Chance und wir waren zuvor heute im Spiel nicht gut im Powerplay", erklärte der Torschütze. "Ich will den Unterschied ausmachen und Nate spielte einen unglaublichen Pass zu mir und ich habe ihn reingemacht."

Doch es kam noch besser für den 22-jährigen Finnen. In der 11. Minute der Verlängerung wurde er mit einem langen Querpass von Carl Soderberg angespielt und schoss den Puck direkt ins von Smith aus gesehen linke Eck zum Sieg ins Netz.

"Ich finde wir waren sehr gut in der Verlängerung drin, dann kam die Unterzahl und sie haben das großartig gemeistert, davor zieh' ich meinen Hut", führt Rantanen aus und spricht das vorherige Powerplay der Flames an, das die Avalanche schadlos überstanden. "Mein Tor war dann die Krönung. Carl hat einen unwirklichen Pass zu mir gespielt und ich habe nur versucht, den Puck auf das Tor zu bringen und dieses Mal ging er rein. Das war wichtig."

Während sich mancher junge Spieler in den Playoffs schwer tut zurecht zu kommen, klappt das bei Rantanen schon sehr gut. Erschwerend für ihn kommt hinzu, dass er sich in der Endphase der regulären Saison verletzte und die letzten acht Spiele seit dem 23. März pausieren musste. Es ist schon nicht leicht, nach so einer Pause wieder in den Spielrhythmus zu kommen, aber dann noch gleich voll ins Playoff-Eishockey einzusteigen, ist doppelt schwer.

 

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"Er war in Spiel 1 etwas eingerostet", meinte auch Trainer Jared Bednar folgerichtig. "So passiert's, wenn man eine Zeit lang ausfällt. Am Ende von Spiel 2 lief es dann schon besser. Er war stark am Puck und hat seine Beine bewegt. Er wurde stetig besser. Als er das Overtime-Tor vorbereitet hat, war er ganz der Alte. Er war heute schnell und beweglich, besonders als er mit Nate und Gabe zusammengespielt hat und hat uns mit zwei wunderbaren Toren den Sieg gebracht. So muss es sein."

Zum ersten Mal in seiner Karriere konnte Rantanen zwei Tore in einem Playoff-Spiel erzielen und im dritten Spiel hintereinander mehr als einen Scorerpunkt verbuchen. Insgesamt kommt der rechte Flügelstürmer damit auf drei Tore und drei Assists zu sechs Punkten in den vier Playoff-Spielen. Er führt damit die Scorerwertung der Avalanche einen Punkt vor MacKinnon an.

"Gigantisch", äußerte sich Torhüter Philipp Grubauer, der wie in Spiel 2 einen großartigen Save in der Verlängerung zum Sieg beisteuerte. "Wie er sich gesteigert und ausgeglichen und dann den Siegtreffer erzielt hat, von daher gigantisch. Wir haben die Strafzeit überstanden und hatten dann gute Chancen und daraus Profit geschlagen."

Gerade in der Verlängerung wurde der Eindruck gewonnen, dass die Avalanche frischere Beine als die Flames hatten. Bei den letzten Metern im Kampf um den Puck wirkten die Gäste stets den entscheidenden Schritt langsamer. So eröffnete auch Flames-Stürmer James Neal den Passweg von Soderberg auf Rantanen vor dem Siegtor, indem er nicht mehr konsequent nach hinten durchzog und eher seine Bewegung ausgleiten ließ.

Video: CGY@COL, Sp4: MacKinnon legt für Rantanen im PP auf

Das ist auch einer der Ansatzpunkte von Calgary für die kommende Aufgabe. Sie müssen die Schnelligkeit der Avalanche in den Griff bekommen, wenn die Saison noch etwas andauern soll. Zwar standen die Flames über weite Strecken des Spiels defensiv besser als in Spiel 3, das mit 6:2 verloren ging, doch erneut ließen sie zu viele Torschüsse zu und verließen sich in erster Linie auf Smith. Der teilweise bemitleidenswerte Tormann musste in den beiden Spielen in Denver insgesamt 99 Saves zeigen. Eindeutig zu viel, wenn die Kanadier Spiele gewinnen wollen.

"Es ist nichts Persönliches", betonte Smith zu seiner Leistung. "Das macht mir nichts aus. Es geht um das Gewinnen, es geht darum, dass das Team gewinnt. Es ist schön persönlichen Erfolg zu haben, aber ich bin nur rein kleines Rad, aber wenn wir nicht das Ergebnis einfahren, dann spielt es keine Rolle. Du musst dich steigern. Das heute tat weh, besonders wenn du zehn Minuten vor dem Ende führst."

Die Flames werden in Spiel 5 im Scotiabank Saddledome am Freitag (10 p.m. ET; NBCSN, CBC, SN, TVAS, ALT, NHL.tv; Sa. 4 Uhr MESZ) sicher mit viel Wut im Bauch und dem Anspruch antreten, es besser machen und es allen zeigen zu wollen.

"Wir erwarten ein stolzes Eishockeyteam, das uns in Calgary empfangen wird", prophezeite Bednar schon einmal. "Sie sind eine sehr gute Mannschaft, die alles versuchen wird, die Serie noch zu drehen. Das dürfen wir bei der Serienführung nicht vergessen und unsere Leistung bringen. Dann können wir sie noch ein weiteres Mal schlagen."   

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