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Historischer Saisonstart für Mika Zibanejad

Schwede nährt mit acht Punkten die Hoffnung auf eine Rückkehr der New York Rangers in die Playoffs

von Christian Treptow @NHLde / NHL.com/de Freier Autor

Die Erwartungen und Hoffnungen bei den Fans der New York Rangers waren schon immens vor dem Start der Saison. Mit Artemi Panarin hatten die Rangers den dicksten Fisch unter den verfügbaren Stürmer-Free-Agents in diesem Sommer an Land gezogen. Er sollte dafür sorgen, dass wieder Playoff-Eishockey im Madison Square Garden zu sehen ist. 

Doch die Schlagzeilen zum Saisonstart schreibt ein anderer. Mika Zibanejad punktete in den ersten beiden Partien fast nach Belieben. Acht Scorerpunkte (vier Tore, vier Assists) hat er schon auf dem Konto und führt damit zu diesem frühen Zeitpunkt die Liga an. Mit dieser Bilanz ist der Schwede in illustrer Gesellschaft. Denn acht Punkte in den ersten beiden Partien einer Saison, das haben seit 1990 nicht viele Spieler geschafft. Jaromir Jagr (1995/96) und Wendel Clark (1992/92) gelang das noch. Kevin Stevens und John Cullen (beide 1990/91) hatten sogar jeweils neun Punkte. In der Franchisegeschichte der Rangers war Rod Gilbert (1976/77) bislang der einzige Akteur, der acht Scorerpunkte in den ersten beiden Saisonspielen verbuchte. 

Video: NYR@OTT: Zibanejad trifft auf unterschiedliche Weise

Beim 6:4-Auftaktsieg im Madison Square Garden gegen die Winnipeg Jets glänzte Zibanejad, der Center der ersten Reihe, vor allem als Vorbereiter, verbuchte ein Tor und drei Vorlagen. Beim 4:1-Erfolg bei den Ottawa Senators stellte Zibanejad nun seine Knipser-Qualitäten unter Beweis. Drei Tore schoss er selbst, eines bereitete er vor. Das Besondere: Der 26-Jährige traf jeweils einmal bei Fünf gegen Fünf, in Überzahl und in Unterzahl. 

Und das ausgerechnet in Ottawa. Denn dort begann mit neun Spielen (ein Assist) in der Saison 2011/12 die NHL-Karriere von Mika Zibanejad. 281 Partien bestritt er für das Team aus der Hauptstadt Kanadas, bevor es 2016/17 zu den Rangers ging.

"In Ottawa hat alles angefangen. Hier habe ich die erste Gelegenheit bekommen, in der NHL zu spielen, und dafür bin ich wirklich dankbar"; sagte Zibanejad. "Jetzt hierherzukommen und einen Hattrick zu schaffen - an diesen Abend werde ich mich noch lange erinnern."

Bis zur vergangenen Saison hatte der Schwede konstant gescort. Allerdings waren bis dahin 51 Punkte das Maximum. In der Runde 18/19 kam der Durchbruch mit 74 Scorerpunkten (30 Tore, 44 Assists). Zibanejad ist auf dem besten Weg, diese Marke wieder zu übertreffen.

"Ich kann es gar nicht richtig erklären, was gerade passiert. Ich spiele mit guten Teamkollegen und unglaublichen Spielern zusammen. Ich bekomme viele Chancen und jetzt gehen sie rein. Ich versuche, das so lange wie möglich zu nutzen", erklärte der Stürmer.

Für Zibanejad war es der dritte Hattrick in seiner NHL-Karriere. 

 

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Auffällig: Schon früh in der Saison klappt das Zusammenspiel mit Neuzugang Panarin sehr gut. Der Russe markierte gegen Ottawa das 4:1 und legte Zibanejads 2:1 auf. Am deutlichsten war das gute Spielverständnis beim 2:1 zu sehen, als Panarin, Zibanejad und Pavel Buchnevich, der hier in der Regel zum Einsatz kommt, mit ein paar Direktpässen die Senators-Abwehr aushebelten.

Was die erste Reihe abliefert, begeistert auch die Mitspieler. "Manchmal sieht es bei der Reihe so aus, als ob sie ein Videospiel spielen. Sie drücken einfach ein paar Knöpfe, der Puck kommt genau an, und es sieht gut aus", meinte zum Beispiel Rangers-Verteidiger Marc Staal. Es sei natürlich ein großer Vorteil, wenn die Drei so aufspielen. "Und auch, wenn man in Überzahl trifft." Denn entscheidend beim Sieg gegen die Senators waren die Special Teams. Die Rangers nutzten zwei ihrer drei Überzahlmöglichkeiten. Ottawa blieb bei fünf Versuchen in nummerischer Überlegenheit ohne Torerfolg. 

Auch spielerisch hatte Rangers-Coach David Quinn im Vergleich zum 6:4-Erfolg gegen die Winnipeg Jets bei seinem Team einige Fortschritte gesehen. "Wir haben uns gesteigert. Wir müssen uns darauf konzentrieren, uns selbst zu hinterfragen und was unsere Fähigkeiten sind. Wir waren heute viel besser als noch gegen die Jets", befand der Trainer. 

Eine Woche lang haben seine Jungs jetzt Zeit, weiter an der Feinabstimmung zu feilen. Denn erst am 12. Oktober (19 Uhr MESZ, NHL.tv) empfangen sie im Madison Square Garden die Edmonton Oilers. Gegen Leon Draisaitl, Connor McDavid und Co dürfte vor allem die Abwehr gefordert sein. Die machte gegen Ottawa Keeper Alexandar Georgiev jedenfalls schon mal das Leben leicht. 

 

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"Die Jungs haben großartig gespielt. Ich habe die meisten Schüsse gesehen. Bei dem einen, der reingegangen ist, hatte ich wenig Sicht." Bei seinem Saisondebüt stoppte der Vertreter von Henrik Lundqvist 31 Schüsse.

Gegen die Oilers wird erneut Mika Zibanejad mit seiner ersten Reihe gefordert sein. Es wird dem 26-Jährigen bewusst sein, dass er nicht an jedem Abend vier Scorerpunkte schaffen kann. Jedenfalls nicht in der NHL. Aber er hat gezeigt, dass er bereit ist, als Anführer der ersten Sturmreihe mit gutem Beispiel voranzugehen. Die Siege in den ersten beiden Saisonspielen dürften allen beteiligten in Manhattan viel Selbstvertrauen gegeben haben. Und sie haben auch weiter die Hoffnung genährt, dass die Rangers in den Playoffs nicht mehr nur Zuschauer sind.

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