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Grabner exklusiv: Stärken, Schwächen und Ziele

Der Österreicher teilt seine Gedanken zu seiner Rolle in der Mannschaft und spricht über die Ziele

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

Jeden Donnerstag während der Saison 2018/19 wird NHL.com/de in der Rubrik "Tete-à-Tete" eine exklusive Konversation mit Spielern oder Persönlichkeiten der NHL über alle Bereiche auf und abseits des Eises präsentieren.

In dieser Ausgabe: Michael Grabner von den Arizona Coyotes.

In der österreichischen Stadt Villach begann im Jahr 2003 eine große Eishockey-Karriere, als Michael Grabner, damals gerade 16 Jahre alt, sein Debüt in der Herrenmannschaft des EC VSV gab. Das Talent des Stürmers war schnell erkannt und 2006 wurde er im NHL Draft in der ersten Runde als 14. Spieler von den Vancouver Canucks gewählt.

2009/10 spielte er seine erste NHL-Saison, wurde aber am Ende der Saison an die New York Islanders abgegeben. Dort debütierte er mit 34 Toren und 52 Punkten. Nach seiner Zeit mit den Canucks und Islanders, trat Grabner noch für die New Jersey Devils und die New York Rangers an, ehe er am 1. Juli 2018 als Free Agent von den Arizona Coyotes verpflichtet wurde.

 

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In den letzten beiden Jahren traf er je 27 mal und verdiente sich einen Ruf als schneller Torjäger und schlagkräftige Waffe in Unterzahl und im Konterspiel. Mit den Coyotes, die vergangene Saison auf dem letzten Platz der Western Conference landeten (29-41-12, 70 Punkte), startete der 31-jährige Außenstürmer nun in seine zehnte Saison in der NHL und steht nach 23 Spielen bei sechs Toren und elf Punkten.

Am 1. Dezember erlitt Grabner in der Begegnung gegen die St. Louis Blues durch einen hohen Stock jedoch eine Verletzung am linken Auge. Wie ernst die Verletzung ist und wie lange er ausfallen wird ist noch nicht klar. Vor dem Spiel am 29. November gegen den Ligaprimus, die Nashville Predators, sprach Grabner mit NHL.com/de über sich und sein neues Team. Es ging um Stärken, Potenzial und sportliche Ziele.

Du bist Anfang Juli zu den Coyotes gekommen, warst in der Saison davor bei den Devils und Rangers. Wie ist es für dich in der neuen, kleineren Stadt zu spielen?

"Es war am Anfang schon eine kleine Umstellung. Ich war in meiner Karriere bisher viel in Großstädten unterwegs, in Toronto, in New York und Umgebung. Das hat sich hier jetzt alles geändert. Es ist ruhiger, aber meine Familie und ich haben uns sehr schnell eingelebt und der neue Lebensstil und das veränderte Klima gefallen mir sehr gut. Ich glaube auch, dass es so einfacher ist, als von einer kleinen Stadt in die Großstadt zu ziehen."

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Würdest du sagen, dass sich deine Rolle im Team sehr verändert hat? Wie würdest du deine Rolle beschreiben?

"Ich glaube nicht, dass sich meine Rolle groß verändert hat, egal bei welcher Mannschaft ich gespielt habe. Ich bin schon einige Jahre in der Liga und die Trainer und das Management wissen schon, was ich gut kann, wo meine Stärken liegen. Das einzige, was vielleicht dazu gekommen ist, ist dass unsere Reihe defensiver spielt, oft gegen die Topreihen der anderen Mannschaft. Aber das ändert nicht wirklich viel an meiner Rolle. Ich denke nur vielleicht etwas defensiver als früher. Natürlich schieße ich gerne Tore, das macht Spaß, aber man muss auch die Kleinigkeiten gut machen, besonders wenn man gegen die großen Stars spielt."

Eure absolute Paradedisziplin ist die Unterzahl. Ihr habt die zweitbeste Quote (89,2 Prozent) der NHL und was besonders beeindruckend ist, ganze zehn Tore in Unterzahl kassiert, deutlich der beste Wert der Liga. Was macht euch hierbei so stark?

"Wir haben einfach eine gute Chemie. Da wird das natürlich leichter, wenn man drei oder vier Leute auf das Eis schickt, die sich verstehen und dann Druck ausüben und unser System durchsetzen. Wir müssen schauen, dass wir die zwei Minuten überstehen und so wenig Chancen wie möglich zulassen. In den letzten Spielen haben wir ein paar Tore kassiert, aber da war auch Pech dabei. Wir haben unseren Plan und der funktioniert."

Letzte Saison stand Arizona am Ende auf dem letzten Platz der Conference, teilweise sogar mit einigem Abstand, kam dann aber besser in Form. Diese Saison ist der Start deutlich besser gelungen. Kommt da noch einmal eine Steigerung, so wie letztes Jahr? Was ist noch drin?

"Letztes Jahr war ich noch nicht hier, aber ich habe natürlich viel über den Start im letzten Jahr gehört. Unsere Mannschaft hat aber sehr viel Potenzial. Wir haben diese Saison gut angefangen. Jetzt haben wir wieder ein paar Spiele liegen lassen, etwas nachgelassen. Aber wir haben gezeigt, dass wir gut spielen können. Natürlich gibt es noch Sachen, die wir verbessern können. Wir haben noch Luft nach oben und haben sehr talentierte Spieler. Wir spielen unser System und das funktioniert. Wir haben zwar einige Spiele verloren, haben aber insgesamt eine gute Leistung gebracht. Es geht immer auf und ab. Man muss einfach schauen, dass sich das Team wieder nach oben arbeitet. Unsere Mannschaft ist gut und wir wissen was wir gut können und arbeiten hart an den Sachen, die wir noch verbessern können. Dann geht es am Ende schon noch den einen oder anderen Platz nach oben."

Rechnet man eure Unterzahltore auf die 82 Spiele einer kompletten Hauptrunde hoch, dann seid ihr auf Kurs den Rekord für die meisten Unterzahltore der NHL-Geschichte (36, Edmonton Oilers, 1983/84) zu brechen. Habt ihr das überhaupt im Blick?

"Das haben wir tatsächlich in den letzten Wochen gehört. Aber am Ende des Tages glaube ich, dass dieser Rekord ziemlich sicher steht. Wie gesagt, unser Ziel ist die zwei Minuten zu überstehen und vielleicht ein bisschen Druck auf die Topspieler auszuüben. In den letzten Spielen haben wir einige Tore kassiert. Wir müssen jetzt schauen, dass das in den nächsten Tagen nicht passiert. Wenn man dann eine Chance kriegt, dann nehmen wir das als Bonus gerne mit."

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Du hast am Anfang der Saison ein paar Spiele für die ersten Punkte gebraucht, bist jetzt aber selbst auch auf einem guten Kurs. Es sieht so aus, als würdest Du die 20 Tore und auch 40 Punkte wieder erreichen können. Wie zufrieden bist du bisher mit deinen Leistungen?

"Als ich jünger war, habe ich mir immer das Ziel gesetzt 20 Tore zu schießen. Das ist ein guter Wert. Aber mein Ziel ist es in den letzten Jahren immer mehr einfach der Mannschaft zu helfen, egal wie. Ob das in der Abwehr oder in Unterzahl ist, das ist mir egal. Ich will einfach meine Rolle möglichst gut spielen. Die Chancen selber ein Tor zu erzielen, die kommen dann einfach, wenn man die kleinen Dinge richtig macht. Das lernt man mit der Zeit. Als ich jünger war, wollte jedes Mal ein Tor schießen, wenn ich auf das Eis gegangen bin und habe dadurch Fehler gemacht, die mir jetzt nicht mehr passieren würden. Es macht Spaß Tore zu erzielen, jeder will Tore schießen. Aber dafür darf man andere Sachen nicht vernachlässigen."

 

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Was hast Du dir für diese Saison persönlich und gemeinsam mit dem Team noch vorgenommen?

"Mein persönliches Ziel ist es einfach der Mannschaft zu helfen. Ich habe letztes Jahr gegen die Coyotes gespielt. Die waren ein wirklich harter Gegner. Daher wusste ich bei meinem Wechsel, hier ist viel Potenzial im Team vorhanden. Wir wollen jetzt einfach versuchen wieder in die Playoffs zu kommen und ich werde alles geben um meinen Teil dazu beizutragen."

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