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Mit neuer Aufgabe zurück in vertrauter Stadt

Michael Grabners Fähigkeiten in Unterzahl werden bei den New York Rangers gebraucht

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Die Vorbereitung lief für die New York Rangers nicht gerade rund. Zumindest wenn man die Ergebnisse in den letzten vier Spielen vor dem Saisonstart am Donnerstag nächster Woche zu Hause gegen die New York Islanders zu Rate zieht. Nach zwei Siegen zum Auftakt setzte es vier Niederlagen, zwei davon in der Verlängerung.

Die Aussagekraft solcher Spiele muss jedoch in Frage gestellt werden, weil in diesen sehr viel ausprobiert wird und zumeist nicht die Topbesetzung zum Einsatz kommt. Einer, der sein Können unter Beweis stellen durfte und in seinem zweiten Testspiel sogar ein Tor erzielen konnte, nachdem es die vergangenen zwei Jahre bei ihm nicht so gut lief, ist Michael Grabner.

Der österreichische Neuzugang der Rangers hatte in der Saison 2014-15 bei den New York Islanders ein Seuchenjahr, als er durch Verletzungen nur 34 Saisonspiele absolvieren konnte. Im Sommer letzten Jahres folgte der Wechsel zu den Toronto Maple Leafs, wo er mit 80 Einsätzen immerhin Stammspieler war, aber mit neun Toren und neun Assists die Saison nur mäßig abschloss.

Das alles muss immer unter der Voraussetzung gesehen werden, dass Grabner in der Saison 2010-11 immerhin 34 Tore erzielte und 52 Punkte sammelte. Eine Leistung, an der sich der 29-jährige in Villach geborene Kärntner heute noch messen lassen muss.

Immerhin führt das dazu, dass sein Name in der NHL geschätzt wird und er im Sommer einen neuen Vertrag bei den Rangers unterzeichnen konnte. Und so hieß es für Grabner mit Beginn des Training Camps zu überzeugen, denn die Leistungsdichte ist in Manhattan sehr hoch.

"Ich fühle mich gut", sagte Grabner zu Beginn dem RangersTV im Interview. "Das ist es, wofür du den ganzen Sommer über trainierst. Das ist immer hart, aber jetzt ist es vorbei und es geht los und wir können uns endlich auf das Eishockey fokussieren."

Die Gründe, warum er sich gerade den Rangers anschloss lagen auf der Hand, trotzdem betonte er, was für ihn ausschlaggebend war. "Es gab Interesse von einigen Teams, aber ich war begeistert hier her zu kommen", sagte er. "Ich kenne einige der Trainer hier. Sie kennen mich und wissen, was ich machen kann. Ich weiß wie sie arbeiten und trainieren und was sie von einem erwarten. Das hilft mir natürlich mich hier einzugewöhnen. Es ist ein großartiges Team und es wird hier Spaß machen."

Grabner weiß, dass es an der Zeit sein wird, sich wieder mehr in den Fokus zu bringen. Zwar hat der rechte Flügelstürmer mit der Nummer 40 einen Vertrag über zwei Jahre erhalten und ihn nur an Toren und Punkten zu messen, wäre kaum angemessen, doch ein Spitzenteam, wie die Rangers es sind, müssen von allen eingesetzten Stürmer zwangsläufig erwarten, dass sie punkten.

"Natürlich hoffe ich dem Team hier etwas zu geben, aber sie sind bereits eine schnelle Mannschaft", bezieht Grabner Stellung. "Sie haben sehr viele gute Spieler, aber ich hoffe mit meiner Schnelligkeit ein Faktor zu werden, der auch in den Playoffs sehr wichtig ist. Das ist das, was ich einbringen will, meine Schnelligkeit und meine Fähigkeiten in Unterzahl."

Letzteres dürfte ein deutliches Plus sein, warum die Rangers Grabner verpflichteten. Selbst Trainer Alain Vigneault machte keinen Hehl daraus, wo die Überlegungen des Managements hingingen.

"Ich schaue nicht gerne zurück in die Vergangenheit, aber wir haben zuletzt einige gute Spieler verloren, die in Unterzahl stark gespielt haben", sagte der Vigneault. "Diese Lücken gilt es zu füllen. Wir haben einige junge Spieler, die wir entwickeln möchten, aber wir haben auch Spieler wie Grabner verpflichtet, von denen wir der Meinung sind, dass diese gut in Unterzahl spielen werden. Wir wissen, dass die Special Teams ein wichtiger Faktor im modernen Eishockey sind und wir wissen, dass wir uns gerade in Unterzahl steigern müssen."

Es wird durchaus interessant sein zu beobachten, inwiefern sich Grabner im Starensemble der Blueshirts durchsetzen kann. Als er danach gefragt wurde, wie er sich als Spielertyp beschreiben würde, zeigte er zumindest eine klare Vorstellung von sich auf.

"Ich bin ein Unterzahlspezialist, schnell, bin defensiv sehr stark und versuche die gegnerischen Stürmer auszuschalten", sagte er. "Aber wir werden sehen, wo meine Rolle in der Mannschaft sein wird. Das müssen letztendlich die Trainer entscheiden."

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