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Melker Karlsson wünscht sich zweiten Finaleinzug

Der Angreifer der San Jose Sharks sieht sein Team für den Kampf um den Stanley Cup gerüstet

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Für Melker Karlsson war es der Moment höchster Glücksseligkeit in der Saison 2016/17: Mit einem feinen Handgelenkschuss hatte er gerade den Puck über die Fanghand von Cam Talbot ins Netz befördert und den San Jose Sharks den Overtime-Sieg im ersten Playoff-Spiel gegen die Edmonton Oilers beschert. Vor lauter Begeisterung hüpfte er mit dem Hintern an die Plexiglasscheibe, bevor er von der Jubeltraube seiner Mitspieler absorbiert wurde. Viel Grund zur Heiterkeit hatten Karlsson und seine Teamkameraden in der Folge allerdings nicht mehr. Die Sharks verloren die Playoff-Serie der ersten Runde mit 2:4 und mussten ihren Traum vom Stanley Cup früh begraben. Alles vergessen. Für die kommende Spielzeit kündigt der schwedische Center einen neuen Versuch an, zum zweiten Mal ins Stanley-Cup-Finale einzuziehen.

Im Mai verlängerten die Sharks den Vertrag mit dem 27-jährigen Angreifer um drei Jahre. Karlsson war 2014 als Free Agent zur Franchise aus Kalifornien gekommen und absolvierte dort seitdem 185 Hauptrunden-Partien. Dabei verbuchte er 65 Scorer-Punkte (34 Tore, 31 Vorlagen). Bei 30 Einsätzen in den Playoffs kamen neun Zähler hinzu (sechs Tore, drei Assists). Über das Vertrauen der Sharks-Verantwortlichen in seine Fähigkeiten freut er sich. "Es ist ein gutes Gefühl, drei weitere Jahre in San Jose sein zu können", sagte er gegenüber NHL.com/de. "Die Stimmung in der Arena ist in der Zeit, in der ich hier bin, immer besser geworden. Seit unserem Finaleinzug 2016 herrscht eine unglaubliche Atmosphäre."

Video: SJS@EDM, Sp1: Karlsson gelingt das Overtime-Siegtor

In den ersten Wochen nach dem Playoff-Aus gegen die Oilers ließ es Karlsson etwas ruhiger angehen. Im Sommer begann er zunächst in seiner Heimat zusammen mit einigen schwedischen Kumpels aus der NHL wieder das Training. Dazu zählten unter anderem Adam Larsson, Oscar Lindberg und Viktor Arvidsson. Die Probleme an der Schulter und im Ellbogen, die ihn in der abgelaufenen Saison plagten, hat er nach eigenen Angaben überwunden. "Anfangs hat es noch weh getan, aber inzwischen hatte ich ja genügend Zeit, alles auszukurieren", so der Sharks-Angreifer.

Was die Zielsetzung des Klubs für die kommende Saison angeht, machte Karlsson eine klare Ansage. "Wir wollen wieder ins Finale. Die Erinnerung an die Endspiel-Serie gegen die Pittsburgh Penguins vor einem Jahr ist für uns alle eine riesige Motivation. Es waren die unterhaltsamsten Partien, die ich jemals erlebt habe. Und auch die schmerzhaftesten. Wir waren so nah dran am Titel und haben es am Ende doch nicht geschafft", sagte Karlsson.

Video: SJS@MTL: Karlsson versenkt Rückhandschuss gegen Price

Nach seinen Worten hat das Team die Lektionen aus dem verlorenen Finale gegen die Penguins und dem Ausscheiden gegen die Oilers gelernt. "Wir sind noch erfahrener als in den vergangenen Jahren und haben trotz des Weggangs von Patrick Marleau eine gute Truppe beisammen. Um wirklich ganz vorne zu landen, müssen wir jedoch in den Playoffs unser gesamtes Leistungsvermögen über einen längeren Zeitraum abrufen", analysierte der Offensivmann.
Sich selbst möchte Karlsson keine besonderen Vorgaben machen. "Das habe ich noch nie getan. Ich will in erster Linie spielen und gewinnen. Allein dafür ist in der NHL jede Menge Aufwand nötig. Die langen Playoff-Serien fordern zusätzlichen Tribut", erläutert der Schwede. Jetzt blickt er erst einmal erwartungsfroh auf die bevorstehende Pre-Season und das erste Hauptrunden-Match am 4. Oktober zu Hause gegen die Philadelphia-Flyers. Sollte Karlsson dabei zum Auftakt ein Treffer gelingen, gilt ein weiterer heftiger Gefühlsausbruch als sehr wahrscheinlich.

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