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Martin ist ein ruhiger und stabiler Partner

von Amalie Benjamin / NHL.com

SAN JOSE - Es ist hart, auf Brent Burns zu verzichten, auf den Eis, neben dem Eis, überall. Er ist voller Haare und Bart und bunten Tattoos und fehlenden Zähnen. Er ist, wie sie sagen, ein Typ. Er hat genug Persönlichkeit und Flair für zwei, was nützlich für seine unaufdringlichen Defensivpartner ist.

Paul Martin, völlig anders als Burns, könnte in der Menge untergehen. Er ist womöglich nicht die erste Person, die dir auffällt, wenn er die Straße entlang geht. Er ist auch nicht im Rennen um eine der wichtigen Trophies in dieser Saison (Burns ist ein Finalist um die Norris) und die Adjektive die er sammelt, sind nicht so auffällig, wie er ist. Er ist beständig, stabilisierend und kommunikativ.

Er ist ruhig.

Er ist auch ein Grund dafür, vielleicht nicht der aller auffälligste, weshalb es die San Jose Sharks in das Stanley Cup Finale gegen die Pittsburgh Penguins, sein Arbeitgeber in den vergangenen fünf Jahren, gemacht haben.

"Es ist hart", sagte Burns während des Western Conference Finales darüber, so weit zu kommen. "Ich denke, dass die Leute nicht wissen, wie klein der Unterschied ist, und wie hart es ist, und wie wichtig es ist, seine Möglichkeiten wie diese zu nutzen."

Manchmal braucht auch ein Team, das fast aber noch nicht ganz so weit war, ein zwei oder drei Ergänzungen. Vielleicht war es das, was in dieser Saison mit den Sharks passierte, mit Joonas Donskoi, Joel Ward, Martin Jones, und eben Paul Martin.

Martin erreichte bisher in jeder Spielzeit seiner Karriere die Playoffs. Es begann 2003-2004 mit den New Jersey Devils und ging in fünf weiteren Playoffteilnahmen mit den Penguins weiter. Aber er erreichte erst ein Conference Finale und bis zu dieser Saison noch kein einziges Stanley Cup Finale. Hierzu benötigte er stolze 103 Playoffspiele.

Im Herbst nachdem sie den Stanley Cup holten (2003) stoß er als Rookie zu den Devils und unterzeichnete 2010, ein Jahr nach deren Meisterschaft, bei den Penguins.

Er weiß, wie schwer es ist.

Er wusste aber auch, dass die Sharks eine Chance haben; ein Grund dafür, weshalb er am 1. Juli einen Vertrag mit ihnen unterzeichnete. General Manager Doug Wilson schwärmte von seinem Hintergrund mit Siegreichen Teams, von seiner Fähigkeit, mit "High-End-Spielern" zusammenzuarbeiten. Alles davon kam in dieser Saison zum Tragen und nicht zuletzt seine Fähigkeit, mit Burns zusammenzuspielen.

"Er ist ein unglaublicher Partner", sagte Burns. "Es macht Spaß, ihn auf dem Eis um sich zu haben. Ich denke, das ist großartig. Ich kann nicht oft genug sagen, wie toll das ist."

"Ich weiß nicht, ob es Erfahrung ist, ich denke einfach, dass er eine tolle Ruhe ausstrahlt. Gut ist, dass er das Spiel lesen kann und wir eine richtige Chemie zueinander gefunden haben. Ich kann aus ihm lesen und er aus mir. Das läuft wunderbar."

Sie stabilisieren sich auch. Martin und Burns kommunizieren und sprechen nach Spielen. Sie Facetimen und resümieren ihre Wechsel. Sie sind die richtigen Spieler mit den richtigen Partnern zur richtigen Zeit bei den Sharks. Und sie verhalfen ihnen dazu, hierhin zu kommen, in das Finale.

"Wir komplettieren uns einfach", sagte Martin. "Er ist eine große Persönlichkeit und genießt es, laut zu sein. Er liebt das Spiel und den Einlauf. Ich bin eher reserviert und leise, deshalb denke ich, komplettieren wir uns auch neben dem Eis sehr gut."

"Auf dem Eis ist unser Spiel sehr gleich. Ich lese aus ihm, lass ihn sein Ding machen und hoffentlich kann ich ihm helfen, wenn er meine Hilfe benötigt. Wir sind in einem guten Prozess. Hoffentlich wirds noch besser."

Burns, wie Martin hinzufügt, ist ein stolzer Spieler, jemand den es richtig mitnimmt, wenn er einen Fehler macht. Dabei wollte ihm Martin helfen, er solle sich von diesen Momenten nicht so runterziehen lassen. Laut Martin nimmt er sich eine viel zu schwere Last auf.

Jetzt kann er es einfacher angehen lassen. Er kann das auch, weil Martin da ist, um ihn aufzufangen.

"Wenn du so einen Vollblutspieler hast, der auf das Eis springt ... wenn er den Puck tief in die gegnerische Zone bringt, kann Paul ihm den Rücken freihalten und verteidigen. Das erlaubt Burns, wieder ins Spiel zu kommen, weil er so groß, so schnell und so stark ist, kann er zurückkommen", erklärte Gary Agnew, ein Co-Trainer der Penguins aus der letzten Saison. "Wie jeder dieser Verteidigertypen, ob Kris Letang oder P.K. Subban, alle brauchen jemanden, der das kann und ich denke Paul ist einer der besten darin."

Also hat ihm der Wechsel nach Kalifornien gut getan. Der erfahrene Verteidiger passt perfekt in sein neues Team und sein Abschied wurde von seinem alten beklagt, auch wenn das alte Team in der zweiten Saisonhälfte in Fahrt kam und es selbst bis in das Finale geschafft hat.

Und er wirkt überhaupt nicht übersehen, nicht in einem Team mit so vielen Stars wie bei den Sharks, mit so vielen großen Namen und Talenten. Nicht in einer Defensive mit Burns oder in einem Abwehrpaar mit ihm. Er weiß, dass er nicht den sexiesten Namen der Sharks hat.

Während Burns die Schlagzeilen macht - wegen seines Spiels und seiner Persönlichkeit, die wie Martin sagt: "ihn jung fühlen lässt", trotz eines vier-Jahre Altersunterschied zwischen dem 31-jährigen Burns und dem 35-jährigen Martin - besitzt Martin die Fähigkeit, ruhig zu bleiben. Er kann das Gegenstück zu seinem Partner sein.

"Paul ist eher der "ich geh aufs Eis, mach meinen Job, schleiche mich aus der Hintertür und geh Fischen" Typ", sagte Agnew. "Er ist dieser Junge. Er wird von den Spielern sicherlich nicht unterschätzt, aber ich schätze, sie widmen ihm nicht viel Aufmerksamkeit. Er ist ein solider Fels."

Er ist ganz sicherlich nicht Burns, aber er ist genau das, was die Sharks benötigen.

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