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Marcel Goc nimmt zur 1. Playoff-Runde Stellung

In seiner exklusiven Kolumne schreibt der ehemalige NHL-Stürmer über die Auftaktrunde

von Marcel Goc @NHLde / exklusiv für NHL.com/de

Marcel Goc gehörte für den Zeitraum der Jahre 2005 bis 2015 zu den Aushängeschildern des deutschen Eishockeys in der NHL. Der heute 35-jährige Stürmer der Adler Mannheim wurde beim NHL Draft 2001 von den San Jose Sharks an insgesamt 20. Position in der ersten Runde gedraftet und absolvierte in der regulären NHL-Saison 636 Spiele mit erzielten 75 Toren und 113 Assists sowie 63 Spiele der Stanley Cup Playoffs mit fünf Toren und zehn Assists. Der langjährige Kapitän der deutschen Nationalmannschaft und Silbermedaillengewinner bei Olympia 2018 wird in einer regelmäßigen Kolumne exklusiv für NHL.com/de seine Ansichten zu Teams, Spielern und brennenden Fragen teilen.

Hier die neueste Ausgabe zur 1. Playoff-Runde:

1.271 Spiele sind in der regulären Saison absolviert worden. Eine Zahl, die man als Spieler erst einmal wegstecken muss. Jede Mannschaft hatte 82 Spiele und am Ende entscheiden manchmal Kleinigkeiten über den Playoff-Einzug oder das Scheitern. 16 von den 31 Mannschaften haben sich letztendlich qualifiziert und kämpfen ab Mittwoch um den Stanley Cup.

Entstanden sind reizvolle Begegnungen in der ersten Runde und mögliche noch bessere Partien in den folgenden Runden. Ich freue mich schon auf die Stanley Cup Playoffs und möchte folgend kurz etwas auf die Duelle der ersten Runde eingehen.

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Die Tampa Bay Lightning haben die ganze Saison dominiert und sind von den Columbus Blue Jackets wohl nicht zu stoppen. Diese Mannschaft weiß genau, um was es geht, hat die nötige Erfahrung und die Niederlagen der letzten Jahre in den Playoffs hat sie nur stärker gemacht. Sie werden generell in allen Runden nur schwer zu stoppen sein. Später wird es sicher enger, wenn die Boston Bruins, Toronto Maple Leafs, Washington Capitals oder Pittsburgh Penguins warten, aber Columbus traue ich es nicht zu.

Washington hat ebenfalls genug Erfahrung, um die Carolina Hurricanes auszuschalten. Es war für die Capitals nicht einfach nach dem Erfolg im vergangenen Sommer in die Spur zurückzufinden, doch seit Januar haben sie, glaube ich, bewiesen, dass wieder mit ihnen zu rechnen ist.

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Eine interessante Serie wird Boston gegen Toronto werden, wobei die Bruins in mehreren Spielen hintereinander sehr schwer zu beherrschen sind. Es ist eine unglaublich bissige Mannschaft, die zu Hause sehr stark ist, aber auch durch schnelle Gegenzüge auswärts scoren kann. Die Maple Leafs sind zwar auch sehr offensivstark, aber Boston ist meiner Meinung nach, den Tick besser besetzt, so dass sie sich am Ende durchsetzen sollten.

Sehr unschlüssig bin ich bei den New York Islanders gegen Pittsburgh. Bitter für die Islanders, dass sie nach ihrer tollen Saison in der ersten Runde ausgerechnet auf die Penguins treffen. Die Männer um Sidney Crosby sind in einer Playoff-Serie sicher schwer zu besiegen, denn sie haben die letzten Jahre so einiges erlebt und können schwierige Situationen meistern. Es wird eine enge Kiste, aber ich sehe die Penguins etwas vorne. Thomas Greiss würde ich natürlich wünschen, dass er viele Einsätze bekommt und sich durchsetzt, doch ein Scheitern von Pittsburgh in der ersten Runde wäre schon eine kleine Überraschung. Andererseits je länger ich über das Duell nachdenke, desto unentschlossener werde ich.

 

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Die Calgary Flames sind klarer Favorit gegen die Colorado Avalanche, außer Philipp Grubauer hält wie der Teufel. Doch die Flames sind zurecht das punktbeste Team der Western Conference geworden und es wäre ihnen daher zu gönnen, dass sie einmal wieder weiterkommen und ihre Hände in Richtung Stanley Cup ausstrecken können.

Die Nashville Predators sind wesentlich breiter aufgestellt als die Dallas Stars. Die Topreihe der Stars mit Tyler Seguin, Alexander Radulov und Jamie Benn haben fast 50 Prozent ihrer Tore geschossen, wie ich letztens in einer Statistik sah. Wenn die Predators sie ausschalten, dann wird es dünn, auch wenn die Stars eine starke Abwehr haben. Ich gehe daher davon aus, dass Nashville hier das Rennen machen wird.

Von Winnipeg Jets gegen St. Louis Blues erwarte ich die intensivste Serie. Beide Teams haben ihre Spieler für die besonderen Momente und sind sehr kampfstark. Da wird es sicher rumpeln. Es sind für mich zwei Mannschaften, auf die keiner in den Playoffs treffen will und jetzt treten sie gegeneinander an. Ich bin hier ähnlich unentschlossen wie bei Islanders gegen Pittsburgh, wer das Rennen machen wird.

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Bei der Neuauflage der Serie von den San Jose Sharks gegen die Vegas Golden Knights sehe ich San Jose vorne, wenn sie entsprechend gesund sind. Ich weiß nicht, wie sehr einige Akteure angeschlagen sind. Da fehlt mir der Einblick. Die volle Kraft wird aber nötig sein, um gegen Vegas zu bestehen. Die Golden Knights werden bis in die Haarspitzen motiviert sein. Sie haben letztes Jahr schon den Stanley Cup gespürt und wollen sicher den nächsten Schritt machen. Eine schwere Aufgabe für die Sharks. Doch der Ausgang ist vollkommen offen.

Zum Schluss möchte ich noch anmerken, dass ich ein schlechter Tipper bin, denn meistens tritt es anders ein, als ich es vorhergesagt habe. Aber vielleicht liege ich ja mal richtig. Wir werden es bald sehen. Ich wünsche uns auf jeden Fall tolle Stanley Cup Playoffs mit vielen Toren und spannenden Momenten.

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