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Matthews lässt Maple Leafs jubeln

Toronto gewinnt NHL Centennial Classic nach dramatischem Match gegen die Detroit Red Wings

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

TORONTO -- Die Toronto Maple Leafs haben das NHL Centennial Classic für sich entschieden. In einem dramatischen Match bezwangen sie vor 40.000 Zuschauern im BMO Field die Detroit Red Wings mit 5:4 nach Verlängerung. Der entscheidende Treffer in der Nachspielzeit gelang Rookie Austin Matthews. Toronto feierte damit den fünften Sieg in Folge.

Bei den Red Wings begann die Nummer drei im Tor, Jared Coreau, weil die beiden etatmäßigen Goalies Jimmy Howard und Peter Mrazek nicht zur Verfügung standen. Der Ersatzmann geriet gleich mächtig unter Beschuss. Nach wenigen Sekunden rettete er gegen Nazem Kadri. Der Stürmer wurde beim Schuss von Detroits Brendan Smith behindert, was dem Verteidiger eine Zwei-Minuten-Strafe einbrachte. Im Powerplay hatte Mitchell Marner die nächste gute Möglichkeit für die Gastgeber, doch erneut war Coreau auf dem Posten. Fast im Gegenzug hatten die Red Wings die große Chance mit einem Shorthander in Führung zu gehen. Aber Frans Nielsen fand bei einem Schlenzer vom rechten Bullykreis in seinem dänischem Landsmann Frederik Andersen seinen Meister.

Die folgenden acht Minuten der Partie gehörten beinahe ausschließlich den Maple Leafs. Kadri und Matt Martin bei einer Zwei-gegen-eins-Situation hatten das 1:0 auf dem Schläger. Doch beide Male wehrte Coreau glänzend ab. Der Führungstreffer schien lediglich eine Frage der Zeit, zumal die Red Wings mitunter Schwierigkeiten hatten, den Puck aus der eigenen Zone zu bekommen.

Video: DET@TOR: Mantha trifft zweimal für die Red Wings

Mitte des ersten Abschnitts lösten sich die Red Wings jedoch langsam aus der Umklammerung. Nach einem Puckverlust der Maple Leafs in der neutralen Zone kam Anthony Mantha in aussichtsreicher Position zum Abschluss. Er scheiterte jedoch ebenso wie kurze Zeit später Thomas Vanek. Die beste Gelegenheit für die Gäste hatte 14 Sekunden vor dem Ende des ersten Drittels Gustav Nyquist. Aber auch er schaffte es nicht, mit einem Rückhandschuss aus Nahdistanz an Torontos Torhüter Andersen vorbeizukommen. Folglich endete das erste Drittel torlos.

Im mittleren Abschnitt verfinsterte sich die Mine von Maple-Leafs-Coach Mike Babcock zusehends. Gleich in der Anfangsphase handelte sich sein Team in Person von William Nylander eine Strafzeit ein und eröffnete dadurch Dylan Larkin die Chance zur Gäste-Führung. Andersen stoppte den Schuss mit der Brust und begrub die Scheibe anschließend unter der Fanghand.

Wenig später musste sich Torontos Goalie allerdings geschlagen geben. Die Red Wings erkämpften sich das Spielgerät in der neutralen Zone. Nach einer schnellen Passfolge landete der Puck auf der rechten Seite bei Mantha, der ihn gekonnt mit einem Schlenzer über Andersens Schulter hinweg in den Torwinkel beförderte (26.). Matthews war beim Versuch, den Schützen zu stören, einen Schritt zu spät gekommen. Es war Manthas achter Treffer in dieser Saison für die Red Wings.

Die Heimmannschaft antwortete mit wütenden Angriffen. Die beste Ausgleichschance hatte Verteidiger Jake Gardiner bei einer Überzahlsituation. Sein mächtiger Schlagschuss krachte jedoch nur an den rechten Pfosten. Die Führung der Red Wings nach 40 Minuten war durchaus verdient, was sich auch am Schussverhältnis von 18:17 zu ihren Gunsten widerspiegelte. Zudem arbeitete das Team um Kapitän Henrik Zetterberg engagiert und effektiv in der Defensive.

Babcocks Ansprache in der Kabine zeigte Wirkung, denn die Maple Leafs kamen wie verwandelt aus den Katakomben zurück. Leo Komarov setzte sich am Torraum gegen Nick Jensen und Coreau durch und lenkte ein Zuspiel von Gardiner zum vielumjubelten Ausgleich ins Netz (42.). Die Freudengesänge der einheimischen Fans nahmen an Lautstärke zu, als Mitchell Marner den Puck im linken Bullykreis aufnahm, sich gekonnt durch die Defensive der Red Wings fummelte und zum 2:1 einschoss (49.). Nach weiteren Toren durch Connor Brown (50.) und Matthews (53.) wähnten sich die Maple Leafs bereits als Sieger. Daran änderte zunächst auch der Anschlusstreffer der Red Wings durch Jonathan Ericsson zum 2:4 nichts (54.).

In der Schlussphase gefror Torontos Anhängern jedoch das Lächeln. Zweieinhalb Minuten vor dem Ende nahm Detroits Coach Jeff Blashill den Torwart vom Eis. Prompt verkürzte Larkin zum 3:4 (58.). Die Gäste setzten die Maple Leafs daraufhin weiter mit einem Mann mehr auf dem Eis unter Druck und schafften 1,1 Sekunden vor Ultimo tatsächlich noch den 4:4-Ausgleich durch Mantha. Nun feierten die wenigen Fans der Red Wings im weiten Rund.

In der folgenden Overtime rettete schließlich Rookie Matthews die Festtagsstimmung in Toronto. Mit seinem 20. Saisontreffer setzte er den Schlusspunkt unter eine denkwürdige Jubiläumspartie der NHL.

Video: DET@TOR: Matthews trifft mit einem harten Snapshot

Gut zu wissen
Für beide Mannschaften war die Partie unter freiem Himmel keine neue Erfahrung. Detroit spielte beim Centennial Classic bereits das vierte Mal auf Freieis. Für Toronto war es der zweite Auftritt bei einem Outdoor Game.

Tor des Spiels
Der zweite Treffer von Auston Matthews zum 5:4 in der Verlängerung. Mit seinem 20. Saisontor schenkte er sich und seinem Team den Sieg in einem denkwürdigen NHL Centennial Classic.

Save des Spiels
Die Rettungstat von Detroits Goalie Jared Coreau in der Verlängerung gegen Nazem Kadri.

Topszene des Spiels
Das Solo von Mitchell Marner durch die Defensive der Red Wings mit dem anschließenden Treffer zum 2:1 für die Maple Leafs.

Gut zugehört
"Das war definitiv das größte Erlebnis in meiner bisherigen Karriere." - Auston Matthews über sein erstes Outdoor Game vor den 40.000 Zuschauern und sein Siegtor in der Verlängerung

"Ich habe zu meinen Spielern gesagt: Die Maple Leafs haben drei Tore in kurzer Zeit geschossen. Warum sollten wir das nicht auch schaffen?" - Detroits Coach Jeff Blashill auf die Frage, was er seinem Team in der Auszeit nach dem 1:3 mit auf den Weg gegeben hat

"Für die Fans war das heute eine gute Show. Leider haben wir im letzten Drittel lange Zeit nicht so gespielt wie wir sollten. Aber unser Comeback war großartig." - Detroits Kapitän Henrik Zetterberg über den torreichen dritten Abschnitt der Partie

Was beide Teams erwartet
Toronto: Die Maple Leafs treten am Dienstag bei den Washington Capitals an.
Detroit: Für die Red Wings steht am Mittwoch das Auswärtsspiel bei den Anaheim Ducks auf dem Spielplan.

 

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