Skip to main content

Auch ohne Auston Matthews sind die Leafs stark

Toronto zeigt beim Erfolg gegen Boston einmal mehr, dass das Team, selbst ohne seinen Superstar, eine Macht ist

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Falls es denn noch eines weiteren Beweises bedurft hätte, dass die Toronto Maple Leafs inzwischen auch ohne ihren unbestrittenen Superstar Auston Matthews in der Liga eine sehr ernstzunehmende Größe geworden sind, dann hat das Franchise diesen Nachweis seiner Klasse am Samstagabend beim 4:3-Erfolg über den Rivalen von der Ostküste, die Boston Bruins, eindrucksvoll erbracht.

Ohne Matthews im Kader, der noch einige Tage verletzt nicht zu Verfügung stehen wird sprang abermals eine sehr ordentliche Leistung auf heimischem Eis im Air Canada Centre heraus. Vor allem Mitchell Marner, der alleine vier Zähler zum Sieg beitrug, darunter das Tor zum 1:1-Ausgleich im ersten Drittel, ließ den Ausfall von Matthews einmal mehr fast vergessen.

Es war beim letzten Vergleich mit den Bruins in der laufenden Hauptrunde, zudem das zweite Vier-Punkte-Spiel für Marner in dieser Spielzeit, der erstmalig zusammen mit William Nylander und Zach Hyman in einer Sturmformation aufgelaufen ist.

 

[Ähnliches: Matthews fällt zehn Tage für Maple Leafs aus]

 

Doch nicht nur die herausragende Performance von Marner unterstrich das aktuelle Leistungsvermögen der Leafs. Die Truppe präsentierte sich insgesamt wild entschlossen und extrem einsatzfreudig, so dass einem, um die Ambitionen der Mannschaft von Coach Mike Babcock derzeit wahrlich nicht bange sein muss.

"Jeder von uns wollte sich heute ganz besonders beweisen", bestätigte Marner. "Uns war ja klar, welche wichtige Rolle Auston bei uns im Kader hat. Wir konnten also nicht nachlassen und die Dinge einfach weiterlaufen lassen. Wir mussten uns reinhängen, um die entstandene Lücke zu schließen. Und das hat ganz gut funktioniert."

Es gelang letztendlich der neunte Heimsieg in Folge für Toronto. Eine Serie, die sich inzwischen auf Rekordniveau für das Franchise bewegt. Vergleichbar lange Serien hatten die Leafs lediglich in den Jahren 1953 und 2007 aufzuweisen.

Zudem konnte das Team von den bisher elf Begegnungen ohne Matthews in dieser Saison immerhin deren sieben gewinnen. Insgesamt läuft es also prächtig beim Team aus Ontario derzeit. Von 15 Spielen zuletzt gingen lediglich zwei verloren.

In diesem Zeitrahmen überzeugte vor allem Marner. Ihm gelangen 19 Punkte (10 Tore, 9 Assists) und er blieb nur ganze vier Mal ohne Scorerpunkt. Durch seinen Treffer und die drei Assists vom Samstag kommt er auf bereits 51 Saisonzähler, womit er von Matthews die teaminterne Führung in der Scorerwertung übernahm.

Sturmollege Nazem Kadri, der am Samstag mit zwei eigenen Treffern (zum 2:2 und 3:3) am Teamerfolg beteiligt war, ist von Marners Qualitäten überzeugt.

Video: BOS@TOR: Kadri schießt sein zweites PPG im Spiel

"Das Vertrauen in Marner ist da", bestätigte er gegenüber den versammelten Medienvertretern. "Wenn ein Offensivspieler erst einmal seinem Rhythmus gefunden hat, dann läuft es eben bei ihm, ohne dass er da groß drüber nachdenken müsste. Ein Lauf ist dann immer ein Stück weit unerklärlich. So ist das bei ihm aktuell eben auch."

Dabei wusste der Held des Abends bis zum Morgen noch nicht einmal von seiner Positionierung im Team. Ursprünglich war er in der Reihe mit Kadri und Patrick Marleau vorgesehen. Doch es wurde vom Coach anders entschieden. Der kurzfristige Schachzug ging offenkundig gut auf.

"Wir wollten, dass Mitch unsere Offensive bestmöglich verstärkt und zudem direkt gegen Bergerons Reihe aufläuft", erklärte der Trainer seine Überlegung im Nachgang. "Die Jungs haben in dieser Besetzung sehr dynamisch agiert und die Fehler der Defensive am Ende zudem gut korrigiert. Sie haben das insgesamt toll gemacht."

Video: CBJ@TOR: Marner versenkt Kadris Rückhandpass

Durch die zwei weiteren Zähler vom Samstag schoben sich die Leafs nun in der Tabelle einen Zähler vor den Bruins auf den zweiten Rang in der Atlantic Division. Boston hat jedoch noch fünf Spiele mehr zu absolvieren als die Ahornblätter.

Derzeit erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass sich beide Mannschaften in den Stanley Cup Playoffs erneut begegnen könnten. Der direkte Vergleich ging durch den 4:3-Erfolg vom Wochenende mit 3:1-Siegen an die Truppe aus Toronto.

Ron Hainsey, der Schütze des vielumjubelten 4:3-Siegtreffers rund 90 Sekunden vor dem Ende des Schlussdrittels, wollte, bei allem Selbstvertrauen des Teams, daraus jedoch keine voreiligen Schlüsse gezogen sehen: "Wir haben uns gegen sie insgesamt recht gut aus der Affäre gezogen, denke ich. Aber in sechs Wochen sieht die Welt ohnehin wieder ganz anders aus. Wenn wir tatsächlich gegeneinander in den Playoffs spielen werden, geht es wieder ganz neu los, dann sind ganz andere Dinge auf der Tagesordnung als zuletzt. Aber natürlich schadet es nie, wenn man gut spielt und gewinnt."

Dass sie das notfalls selbst ohne Matthews gut hinbekommen können, haben die Leafs einmal mehr auf beeindruckende Art und Weise untermauert. Die nächste Chance dazu erhalten sie schon am Montag, beim schweren Auswärtsspiel gegen die Tampa Bay Lightning, der ersten Partie ihres vier Spiele umfassenden Roadtrips, der ihnen, ob mit oder ohne Matthews, vor neue Herausforderungen stellen wird.

Mehr anzeigen

Die NHL verwendet Cookies, Web Beacons und andere ähnliche Technologien. Durch die Nutzung der NHL Websites oder anderer Online-Dienste stimmen Sie den in unseren Datenschutzrichtlinien und Nutzungsbedingungen beschriebenen Praktiken einschließlich unserer Cookie-Richtlinien zu.