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Maple Leafs gehen zuversichtlich in Spiel Zwei

Toronto hat in Spiel 1 gegen Washington gezeigt, dass es mit dem Favoriten mithalten kann

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Es hat schon etwas tragisches in sich, dass ausgerechnet ein in Toronto, Ontario geborener Spieler, der in 28 Playoffauftritten zuvor, kein einziges Tor erzielen konnte, den Toronto Maple Leafs in Spiel 1 der Eastern Conference Erstrundenserie einen Nackenschlag versetzen konnte. Tom Wilson erzielte das 3-2 Siegtor für die Washington Capitals im Verizon Center in der sechsten Minute der Verlängerung nachdem die Maple Leafs früh mit 2-0 in Führung gegangen waren.

Die junge Truppe aus der ostkanadischen Metropole ging durch die Niederlage aber noch lange nicht KO! Im Gegenteil, sie hatte bewiesen, dass sie durchaus in der Lage ist mit dem großen Favoriten mithalten zu können.

Mitchell Marner brachte mit dem Führungstor nach 95 Sekunden, in denen er zum ersten Mal NHL-Playoffluft schnuppern konnte, die Fans im weiten Rund der Arena zum schnell zum Verstummen, und nachdem Jake Gardiner etwas mehr als acht Minuten später nachlegte, schien eine Sensation in der Luft zu liegen. Die Geschichte endete aus kanadischer Sicht weniger erfreulich, die Köpfe ließen aber die Spieler der Maple Leafs nicht hängen - und das müssen sie auch nicht!

"Wir können viel Positives aus dieser Partie mitnehmen", sagte Marner auf der anschließenden Pressekonferenz. Für viele von uns war es die erste Playofferfahrung in der NHL. Wir kamen genau so heraus, wie wir es uns vorgenommen hatten, nur das Ergebnis hat am Ende nicht gestimmt."

Video: TOR@WSH, Gm1: Marner trifft zuerst

Die Maple Leafs ließen sich auch nicht von der Playoff-Atmosphäre beeindrucken, sondern genossen das Spiel. "Das hat richtig viel Freude bereitet. Die Stimmung [auch wenn sie gegen einen ist] spornt jeden an. In den Playoffs geht es viel enger zu. Du hast weniger Platz auf dem Eis, doch es macht viel Spaß", ergänzte Torontos 19-jähriger Center.
Klingt so eine Mannschaft, die den Kopf hängen lässt?

Torontos zweiter Torschütze, Verteidiger Jake Gardiner, der bereits vor vier Jahren in den Stanley Cup Playoffs 2013 die Erfahrung von sechs Playoffspielen machen konnte, verneinte nicht die Frage, ob sie den Capitals ebenbürtig seien. Sie haben ein verdammt gutes Team, doch wir hängen auch nicht nur auf dem Eis herum."

Es war eine Partie auf die Toronto aufbauen kann. Sie zeigten keine Ehrfurcht vor dem übermächtig erscheinenden Gegner und gingen keinem Zweikampf aus dem Weg. Als verpasste Chance, mit einem Auswärtssieg in die Serie zu starten, wollte es auch Mike Babcock nicht sehen.

"Aus diesem Spiel können wir Selbstvertrauen ziehen. Mir hat vieles gefallen, was ich von uns gesehen habe", sagte Maple Leafs Cheftrainer. Der erfahrene Coach weiß auch, wo er für das nächste Aufeinandertreffen ansetzen muss: "Wir dürfen nicht erneut 5-gegen-3 in Unterzahl geraten [Justin Williams nutzte eine nummerische Überlegenheit zum Anschlusstreffer] und wir müssen häufiger schießen. Wir hatten so viele Schussmöglichkeiten, doch wir haben es vorgezogen zu passen, wollten den Puck ins Tor tragen, anstatt einfach zu schießen. Wilson hat gezeigt wie das geht. Man muss den Puck aufs Tor bringen, dann kommt er zu irgendjemand zurück und man bekommt die zweite Chance."

Video: TOR@WSH, Gm1: Wilson trifft ins kurze Ecke

Nicht gelten lassen wollte Babcock, dass es seine Mannschaft geschafft hatte Alex Ovechkin weitestgehend aus dem Spiel zu nehmen. Washingtons Superstar kam bei 19:52 Minuten Eiszeit nur zu einem Torschuss. "Ja, das hat ganz gut geklappt, obwohl, wenn ich mir das anschaue [den Spielberichtsbogen], dann hatte Williams [zweifacher Torschütze der Capitals] einen ganz guten Abend."

Die Capitals verfügen über eine solche Tiefe an torgefährlichen Stürmer, die Fehler umgehend bestrafen können. "Das wussten unsere Spieler, doch sie wissen nun auch, dass sie läuferisch und körperlich mithalten können. Auch [die Capitals] machen Fehler, wenn man sie physisch unter Druck setzt, so wie sie es mit ihren Gegnern tun. Für uns war es wichtig einen Geschmack davon zu bekommen und zu verstehen, wie das Spiel so läuft. Nun ist es wichtig, dass wir von hier mit einem 1-1 aus der Serie rauskommen."

Ihre zweite Gelegenheit Washington in Schach zu halten und dann vielleicht für eine Sensation zu sorgen, haben die Maple Leafs am kommenden Samstag (7 p.m. ET) in Spiel 2, das erneut in der US-Hauptstadt stattfinden wird.

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