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Brooks Macek mischt die AHL auf

Der deutsche Olympiaheld trifft bei den Chicago Wolves wie am Fließband und spielt sich in den Fokus

von Marc Rösch @nhlde / NHL.com/de Autor

Willkommen bei Outside the NHL. Während der Saison 2018/19 wird Euch NHL.com/de mit Einblicken und Stories über die Eishockey-Welt außerhalb der NHL versorgen. In dieser Ausgabe geht es um AHL-Torjäger Brooks Macek.

Maximilian Kammerer, Yasin Ehliz, Dominik Kahun, Brooks Macek und Marcel Noebels wagten in diesem Sommer den Sprung über den großen Teich, wollten das große Abenteuer Nordamerika angehen und ihre Chance in einer NHL-Organisation ergreifen. Dass dieses Unterfangen ein Selbstläufer werden würde, dachte von den fünf jungen Deutschen keiner und so schaffte es bislang nur Kahun, sich direkt im NHL-Kader der Chicago Blackhawks festzuspielen.

 

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Mit seinen Leistungen in der Preseason überraschte er alle Beobachter. Sein Trainer John Quenneville dankte ihm mit Eiszeit in der ersten Sturmreihe des Original Six Teams neben Starspieler Jonathan Toews und Alex DeBrincat. Sieben Punkte (1 Tor, 6 Assists) aus den ersten 14 NHL-Spielen sind eine beachtliche Ausbeute für den wieselflinken 23-Jährigen.

Doch im Schatten des mit 23.500 Zuschauern fassenden United Centers dreht auch ein anderer Olympia-Silbermedaillen-Gewinner von PyeongChang voll auf. Nur knapp 30 Autominuten von der größten Arena der NHL entfernt, liegt die etwas weniger glamouröse Allstate Arena, die Macek mit seinen Leistungen zum Ausflippen bringt. 

Die Allstate Arena ist deutlich weniger prominent gelegen, als die Heimspielstätte der Blackhawks. Sie befindet sich nicht im pulsierenden Zentrum der Metropole am Lake Michigan sondern in Sichtweite des O'Hare International Airport im Vorort Rosemont. Dort, in der Mannheim Road, tragen die Chicago Wolves aus der American Hockey League ihre Heimspiele aus.

Die Wolves sind das Farmteam der Vegas Golden Knights und gewannen zwei Mal in Folge ihre Central Division, und auch in der Saison 2018/19 liegen sie voll auf Kurs. Großen Anteil daran hat unbestritten Macek, der mit zehn Toren aus zehn Spielen nicht nur teaminterner Toptorjäger ist, sondern auch ligaweit auf dem zweiten Rang der AHL-Torschützenliste liegt.

In Chicago trifft der Stürmer, der in 255 DEL-Hauptrundenspielen für die Iserlohn Roosters und den EHC Red Bull München insgesamt 183 Punkte (94 Tore, 89 Assists) erzielt hatte, wie am laufenden Fließband.

So auch am Freitag, als er mit den Wolves bei den Manitoba Moose gastierte. Sechs Minuten vor Spielende verwertete er ein Zuspiel vom NHL-erfahrenen Brandon Pirri. Doch Maceks Treffer kam zu spät. Chicago lag zu diesem Zeitpunkt bereits mit 2:5-Toren zurück und kam dank der Schlussoffensive nur noch auf ein undankbares 4:5 heran.

Dass er sich im ersten Monat der neuen Spielzeit der American Hockey League deutlich besser zurechtfindet als Ehliz (4 Spiele, 0 Punkte für Stockton Heat) und Kammerer (9 Spiele, 4 Assists für die Hershey Bears), die in DEL nicht wesentlich unproduktiver waren, kommt nicht von ungefähr. Immerhin hat der in Winnipeg, Manitoba, gebürtige Kanadier Macek deutlich mehr Erfahrung mit der nordamerikanischen Spielweise und der kleineren Eisfläche als seine deutschen Mitstreiter.

Diese Erfahrung aus fünf Saisons in der kanadischen Top-Juniorenliga WHL machte sich schon bei seinem dritten Pflichtspiel-Einsatz im Trikot der Wolves bezahlt. Am 13. Oktober schoss er die Grand Rapids Griffins, eines der erfolgreichsten Teams der Liga, fast im Alleingang ab. Beim 5:1-Sieg schnürte Macek einen Hattrick. Diese blieb jedoch nicht die einzige Multiple-Point-Leistung des 26-Jährigen. Am 24. Oktober scorte Macek beim 6:2-Heimsieg gegen die Cleveland Monsters gleich vier Mal. Die Divisions-Kontrahenten wurden von Macek und seinem Sturmkollegen Gage Quinney regelrecht auseinandergenommen.

 

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"Wir haben diese Reihe neu zusammengestellt und sie hat wirklich eingeschlagen", freute sich Wolves-Headcoach Rocky Thompson gegenüber dem Daily Herald. "Sie spielen einfach unglaublich gut zusammen, können ein gefährliches Spiel aufziehen und richtig gut schießen."

Angesichts seiner famosen Leistungen und der Lobeshymnen seines Trainers bei den Wolves steigen Maceks Chancen auf einen weiteren Versuch bei den Golden Knights. Sein Vertrag beim NHL-Club ist bis zum Ende der laufenden Spielzeit gültig. Nach nur einem Vorbereitungsspiel am 25. September wurde Macek aus dem Trainings-Camp der Golden Knights entlassen und in das Farmteam geschickt.

Nichtsdestotrotz hat er bei den Wolves eine beträchtliche Konkurrenz. Neben besagtem Pirri, der schon 228 NHL-Spiele für die Golden Knights, die Anaheim Ducks, die Chicago Blackhawks, die Florida Panthers und die New York Rangers bestritten und dabei 101 Punkte (60 Tore, 41 Assists) erzielt hat, dürfen sich unter anderem auch Quinney oder Tomas Hyka berechtigte Hoffnungen auf zeitweise Einsätze in der Eliteliga machen. 

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