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Lundqvist muss den Unterschied machen

New Yorks Goalie Henrik Lundqvist, der in den letzten fünf Spielen 19 Tore kassierte, muss nun das Ruder rumreißen

von Dan Rosen @drosennhl / NHL.com Chefautor

Bis vor kurzem war eine der besten Stories über den guten Saisonverlauf der New York Rangers die, dass Henrik Lundqvist nicht die Story war. Sein Team, das ihn in der Vergangenheit brauchte um durch weite Teile der Saison geschleppt zu werden, schoss haufenweise Tore und seine Verteidigung verhalf ihm dazu, sein Spiel zu finden.
Die Zeiten sind nun vorbei.

Die Rangers haben zwei Spiele in Folge verloren, darunter eine 5-4 Niederlage gegen die Montreal Canadiens am Samstag, in der Lundqvist drei Tore und die Führung innerhalb von 62-Sekunden im dritten Drittel hergab. In diesem Spiel ließ Lundqvist, der zu Beginn des Mittelabschnittes Antti Raanta ersetzte, fünf Tore bei 22 Schüssen zu. Raanta erlitt eine Verletzung am unteren Körperbereich und fällt mindestens für eine Woche aus.

Nun, wo noch fünf Spiele bis zur All-Star Pause vom 27. bis zum 30. Januar verleiben, stehen die Rangers auf dem ersten Wild-Card Platz für die Stanley Cup Playoffs in der Eastern Conference, doch ihre Fehlerrate schrumpft. Sie brauchen Lundqvist um besser, konstanter zu werden. Sie brauchen ihn wieder als ihren besten Spieler.

Jetzt, wo Raanta höchstwahrscheinlich bis zur All-Star Pause ausfällt, bleibt Rangers Coach Alain Vigneault kaum eine andere Wahl, als Lundqvist in den nächsten fünf Spielen einzusetzen. Am Dienstang empfangen sie im Madison Square Garden die Dallas Stars (7 p.m.). Hierfür erhielt Magnus Hellberg vom American Hockey League Team Hartford eine Einladung als Backup. Hellberg, 25, hat bis jetzt zwei NHL Einsätze mit insgesamt 32 Minuten Eiszeit.

Lundqvists Zeit um seine Saison zu Ändern und die Rangers zurück in die richtige Richtung zu bringen ist angebrochen.

"Hank hat in einigen Spielen ziemlich gutes Hockey für uns gespielt, doch manch andere Spiele waren nicht so konstant", erklärte Vigneault. "So sieht die Sache zurzeit aus, doch die Arbeitseinstellung, die ihn durch seine Karriere brachte sagt uns, dass er eine Antwort findet und wieder der Torhüter wird, den wir kennen."

Die Rangers brauchen Lundqvist wieder als der Torhüter, der er war, weil sie anfangen zu schwächeln. In ihren ersten fünf Spielen im Januar sind sie 2-3-0 und ließen 19 Tore zu. Lundqvist kassierte alle. In der harten Metropolitan Division sind die Rangers bis auf einen Wild-Card-Platz abgerutscht obwohl sie am Montag mit 57 Punkten nach 44 Spielen ligaweit auf dem geteilten sechsten Platz lagen.

Lundqvists Fangquote von 90,7 % und sein Gegentorschnitt von 2,72 -- darunter eine Fangquote von 86,1 % und ein Gegentorschnitt von 4,1 aus den letzten fünf Spielen -- verschlechtern seine Karrierestatistik und die Statistiken seines Teams.

Video: TOR@NYR: JVR bezwingt Lundqvist bei Überzahl

Das Problem ist zu oft die späte Spieldauer. Lundqvist lässt zu oft das gefürchtete dritte Tor und manchmal auch das vierte oder fünfte Tor zu. Dies kann er nicht abstellen. Die Rangers schafften es bislang, seine Schwächen auszumerzen, weil sie mit 3,41 Toren pro Spiel das treffsicherste Team der NHL sind. Doch Lundqvists Probleme wurden dadurch verstärkt, dass auch die Defensivreihe ihre Probleme hat und oft die falschen Entscheidungen trifft.

Ein solcher Fall ergab sich beispielsweise am Freitag bei der 4-2 Niederlage gegen die Toronto Maple Leafs. William Nylanders unbedrängter Handgelenkschuss vom rechten Bullykreis nach 4:49 Minuten war zwar lediglich das erste Tor des Spiels, doch gleichzeitig ein Nackenschlag, weil er niemals reingehen durfte.

Nylander war am Bullykreis völlig frei, weil sich die Stürmer auf der anderen Seite des Spielfeldes versammelten und Verteidiger Ryan McDonagh Nazem Kadris Pass nicht abfangen konnte. McDonagh verpasste es sodann, den Schuss zu blocken. Das ist der Punkt, wo sich Lundqvist einschalten muss.

Lundqvist erzählte, dass er den Schuss nach oben gehen sah, doch Nylander schoss tief durch die Hosenträger. Davon erholten sich die Rangers nicht mehr.

James van Riemsdyk erzielte einige Minuten später ein Überzahltor. Ein Tor, das deshalb zustande kam, weil Dan Girardi Mitchell Marners Pass nicht stoppen konnte und Lundqvist es dem Angreiffer viel zu leicht machte und ihm zu viel Platz zwischen den Beinen bot.

Im Mittelabschnitt stoppte Lundqvists Zach Hymans Alleingang in Unterzahl, als Toronto 2-1 führte, doch Connor Browns Gamewinner konnte er nicht verhindern. Browns Schuss wurde unglücklich von McDonagh abgefälscht und fand seinen Weg in die Maschen.

"Es ist immens wichtig, das richtige Spiel zur richtigen Zeit zu machen. Für mich persönlich heißt das, zur richtigen Zeit einen Save zu platzieren. Damit kann das Momentum eines Spiels sehr schnell wechseln", erklärte Lundqvist.

In früheren Jahren hätte Lundqvist auch am nächsten Abend seinen Start bekommen, obwohl er im Bell Centre patzte. Doch Vigneault wollte Lundqvist (29 Starts diese Saison) unter der 55-Spiele Marke halten, um ihn frisch für die Playoffs zu halten.

Video: NYR@MTL: Habs treffen gleich dreimal in 62 Sekunden

Also brachte Vigneaul Raanta in Montreal obwohl Lundqvist mit einer 93,5% Savepercentage bei Back-to-Back Spielen 3-0-0 ist. Raanta verletzte sich im ersten Abschnitt, also musste Lundqvist ran.

Es ist schwer herauszufinden, wie groß die Schuld der Verteidigung bei den Toren war, doch es ist Fakt, dass die Rangers große Saves von Lundqvist gebraucht hatten und sie kamen nicht. Das passiert in dieser Saison öfters, als es Lundqvist und die Rangers gebrauchen können.

"Torwartspiel kann in einem Spiel den Unterschied machen, indem der Save zur richtigen Zeit kommt", erklärte Vigneault. "Das entscheidet über Sieg oder Niederlage."

Und Torhüter sprechen davon, wie gut es sich anfühlt, wenn sie den Puck fangen. Lundqvist fühlt sich zurzeit nicht so gut. Sein Körper strahlt das ebenso aus, wie seine Statistiken.

Doch nun hat er die Chance auf eine ungestörte Fünf-Spiele Serie und kann seinen Saisonverlauf in eine andere Richtung bringen.

Es wird Zeit.

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