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Lightning wieder im Playoff-Rennen

Wildcard-Plätze nach zuletzt starken Auftritten in Schlagdistanz - Kucherov als "First Star of the Week" ausgezeichnet

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Die Tampa Bay Lightning sind wieder ein ernsthafter Kandidat für die Playoffs. Was Branchenkenner im Oktober 2016 noch als Binsenweisheit abgetan hätten, besitzt im März 2017 tatsächlich einen Nachrichtenwert. Der Titelanwärter war zeitweise sogar auf den letzten Tabellenplatz in der Eastern Conference abgestürzt, nachdem sich die Niederlagen im Januar zu einer Girlande des Grauens aufgefädelt hatten. Am Tiefpunkt angelangt, betätigte man jedoch erfolgreich die Schubumkehr. Inzwischen sind zumindest die Wildcard-Plätze in Schlagdistanz.

Allein aus den vergangenen fünf Spielen holte Tampa sieben von zehn möglichen Punkten. Im Duell gegen die New York Rangers am Montag langte es zu einem Zähler. Dass es nicht noch einer mehr wurde, lag zum einen an Rangers-Goalie Antti Raanta, der 38 Schüsse unschädlich machte, und zum anderen an der Humorlosigkeit von Mika Zibanejad in der Overtime. Der versenkte den Puck bei einem Konter zum entscheidenden 1:0 im Gehäuse der Lightning, nachdem auf der anderen Seite Ondrej Palat wenige Augenblicke zuvor knapp vorbeigezielt hatte. Den Tampa nahestehenden Zuschauern gefiel die Aufführung des eigenen Ensembles trotz des fehlenden Happy Ends.

Dem Kollektiv auf dem Eis erging es ebenso. "Das war eines unserer besten Saisonspiele. Alles hat gepasst: der Einsatz, die Leistung", befand Palat, der liebend gerne anstelle von Zibanejad den letzten Akt beschlossen hätte. Doch Trübsal blasen wollte er deswegen genauso wenig wie Lightning-Coach Jon Cooper. Der wies auf die spezielle Regieführung hin, unter der eine Verlängerung in der NHL stehe. "In der Overtime geht es nicht so sehr darum, eigene Chancen zu generieren, sondern Fehler des Gegners auszunutzen. Heute haben wir diesen Fehler gemacht und sie haben ihn ausgenutzt. Das war´s dann", erläuterte der Übungsleiter.

Video: NYR@TBL: Zibanejad trifft in Verlängerung zum Sieg

Dank der ansehnlichen Punktesammlung in diesem Monat haben sich auch die Bedenken des Publikums wegen der Kader-Ausdünnung im Zuge der NHL Trade Deadline am 1. März zerstreut. General Manager Steve Yzerman verfolgte hartnäckig sein Ziel, bei den Gagen zu sparen. Aus diesem Grund mussten mit Ben Bishop (zu den Los Angeles Kings), Valtteri Filppula (Philadelphia Flyers) und Brian Boyle (Toronto Maple Leafs) drei gestandene Profis die Umzugskartons packen.

Die Verpflichtung von Mark Streit schien das Sparvorhaben des Managements zunächst zu konterkarieren. Doch kaum als die öffentliche Diskussion über Sinn und Zweck darüber begonnen hatte, war sie schon wieder beendet und der Schweizer Verteidiger an die Pittsburgh Penguins weitergereicht. Im Gegenzug für Streit bekamen die Lightning einen Viertrundenpick beim NHL Draft 2018.

Top-Scorer Nikita Kucherov wollte die Transfer-Politik des Vereins keiner ausführlichen Analyse unterziehen. "So ist das Geschäft. Dafür haben wir ja unseren General Manager. Unser Job ist es, Hockey zu spielen", erklärte er auf hartnäckiges Nachfragen von Reportern. Seinen Job erledigt der russischen Angreifer derzeit zur vollsten Zufriedenheit. Bei den vier Begegnungen in der Woche vom 27. Februar bis 5. März erzielte er neun Punkte (fünf Tore, vier Vorlagen). Inkludiert ist ein Hattrick beim 5:1-Kantersieg gegen die Ottawa Senators. "Das war ein großartiger Moment. Zumal der letzte Hattrick schon ein Weilchen zurückliegt", sagte er. Die NHL dekorierte ihn am Montag für seine herausragenden Leistungen mit dem "First Star of the Week".

Video: TBL@BUF: Kucherov beendet den Shootout mit seinem Tor

Der Rechtsaußen hat in der dritten Saison in Folge die 60-Punkte-Marke übertroffen. Die vereinsinterne Scorer-Wertung führt er derzeit mit 63 Zählern an. In der Liga stand er mit diesem Wert nach dem Spieltag vom Dienstag auf Rang zehn. Insgesamt verbuchte er bei 269 NHL-Einsätzen bislang 212 Punkte.

Kucherov macht mit seinen Scorer-Qualitäten den Ausfall von Kapitän Steven Stamkos zumindest teilweise vergessen. Der Center hatte sich Mitte November einen Meniskusriss zugezogen und seitdem kein Spiel mehr bestritten. Dem Vernehmen nach arbeitet er hart an seinem Comeback. Ein Termin für die Rückkehr aufs Eis bei einem Pflichtspiel sei jedoch noch nicht absehbar, heißt es aus Vereinskreisen.

Die nächsten beiden Stücke, die in der Amalie Arena von Tampa dargeboten werden, sind zwei echte Klassiker. "Lightning gegen Minnesota Wild" steht für Donnerstag auf dem Spielplan. Am Sonntag lautet der Titel "Lightning gegen Florida Panthers". Über die zu erwartende Dramaturgie gab Kucherovs Stürmerkollege Victor Hedmann schon einmal vorab Auskunft. "Wir müssen schnell in die Gänge kommen und gewinnen", sagte er Anfang der Woche.

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