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Lightning stecken Flaute ihrer Top-Angreifer weg

Kucherov und Stamkos noch ohne Punkt gegen die Bruins, dennoch herrscht Zuversicht vor Spiel 3

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen gehen die Tampa Bay Lightning ins Spiel 3 der zweiten Runde der Stanley Cup Playoffs in der Eastern Conference bei den Boston Bruins. Der Grund dafür ist der starke Auftritt vom Montag. Beim zweiten Vergleich in der Amalie Arena setzten sie sich gegen den Kontrahenten aus Massachusetts mit 4:2 durch und schafften den wichtigen 1:1-Ausgleich in der Best-of-Seven-Serie.

Zwei Faktoren waren ausschlaggebend für den Erfolg der Bolts: Zum einen das überzeugende Penalty-Killing, zum anderen gelang es diesmal, die Top-Reihe der Bruins weitgehend in Schach zu halten. Ein wenig Grund zur Sorge vor dem ersten Auftritt am Mittwoch in Boston bereiten jedoch nach wie vor das schwache Powerplay und die Ladehemmung des Angriffsduos Nikita Kucherov und Steven Stamkos. Beide gingen auch im zweiten Vergleich gegen die Bruins komplett leer aus.

 

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Mit ihrem geglückten Spiel in Unterzahl schafften es die Lightning am Montag zweimal in wichtigen Phasen, den Gegner auf Abstand zu halten. Nach der 1:0-Führung kassierten sie binnen 15 Sekunden gleich zwei Strafzeiten. Während Tyler Johnson und Ryan McDonagh ihre Strafen abbrummten, verteidigte der Rest des Teams den Vorsprung mit Zähnen und Klauen. Besonders hervor tat sich dabei das Trio Victor Hedman, Dan Girardi und Ryan Callahan. Durch ihren aufopferungsvollen Einsatz gelang es, ein Gegentor zu verhindern.

Video: BOS@TBL, Sp2: Palat profitiert von einem Turnover

"Das war schon ein hartes Stück Arbeit. Umso mehr bin ich stolz darauf, dass wir es alle gemeinsam geschafft haben. Ich denke, dass uns das ein gewisses Momentum für den weiteren Spielverlauf gegeben hat", sagte Callahan. Im zweiten Abschnitt brachten die Lightning mit einem Mann weniger das 2:1 über die Zeit. Dieses Mal saß Hedmann auf der Strafbank.

Den größten Anteil am Sieg hatte zweifellos die Angriffsformation Ondrej Palat, Brayden Point und Johnson. Die drei Akteure machten am Montag nicht nur ihrem Ruf als Shutdown-Spezialisten alle Ehre, sondern setzten auch in der Offensive die entscheidenden Akzente. Alle drei trugen sich jeweils mit einem Treffer in die Torschützenliste ein.

 

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Ihre vornehmliche Order an diesem Abend lautete, die Kreise des Bruins-Paradesturms David Pastrnak, Patrice Bergeron und Brad Marchand einzudämmen. Dieses Trio infernale hatte Spiel 1 der Serie mit elf Punkten praktisch im Alleingang für ihre Mannschaft entschieden. Im Vorfeld des zweiten Duells war deshalb gerätselt worden, ob sie überhaupt noch einmal mit dieser Aufgabe betraut würden. Doch Lightning Coach Jon Cooper dachte keine Sekunde daran, ihnen diesen Job wegzunehmen. "Das stand für mich überhaupt nicht zur Debatte. Hätte ich es getan, wären sie vermutlich zu mir gekommen und hätten gefragt, was das soll", begründete der Trainer seine Entscheidung.

Coopers Sturheit zahlte sich aus. Bostons Top-Reihe blieb ohne Torerfolg. Ihre vier Assists wirkten sich nicht entscheidend auf den Spielverlauf aus. "Wir haben gezeigt, dass wir selbstbewusst genug sind, einen schwachen Abend wegzustecken. Uns war klar, dass wir eine Antwort darauf geben mussten. Und genau das haben wir getan", sagte Johnson. Sollten er und seine Teamkollegen Point und Palat am Mittwoch an ihre Darbietung aus Spiel 2 anknüpfen, wäre eine wesentliche Voraussetzung für ein erfolgreiches Abschneiden geschaffen.

Video: BOS@TBL, Sp2: Point, Johnson zu einem tollen Tor

Um die Bruins in deren Arena in Schwierigkeiten zu bringen, benötigen die Lightning jedoch den Beitrag aus allen Mannschaftsteilen. Besonders gefragt sind die beiden Top-Scorer Kucherov und Stamkos. Mit zehn Scorerpunkten (fünf Tore, fünf Vorlagen) aus sieben Spielen führt Rechtsaußen Kucherov zwar die vereinsinterne Wertung in den Playoffs an, doch in den beiden bisherigen Begegnungen gegen die Bruins lieferte er allenfalls durchschnittliche Kost.

Gleiches gilt für Kapitän Stamkos. Er rangiert in Tampas Scorer-Wertung momentan mit sechs Zählern (ein Tor, fünf Assists) noch hinter Point (acht Punkte - zwei Tore, sechs Vorlagen) auf dem dritten Platz. Diesen teilt er sich mit Palat, der ebenfalls sechs Punkte (zwei Tore, vier Assists) vorzuweisen hat. Seinen bisher einzigen Treffer erzielte Stamkos beim 2:5 in Spiel 3 der Auftaktrunde gegen die New Jersey Devils. Seit mittlerweile vier Partien wartet der Center auf einen Torerfolg.

Die Schwäche im Abschluss von Kucherov und Stamkos hat auch negative Auswirkungen auf das Überzahlspiel der Lightning. Beide stürmen zusammen mit Alex-Killorn und J.T. Miller in der ersten Powerplay-Einheit. In den vergangenen fünf Partien nutzte Tampa lediglich vier von insgesamt 19 Gelegenheiten bei numerischer Überlegenheit. Eine derart schlechte Quote kann sich das Team in den Playoffs nicht leisten, schon gar nicht gegen einen Gegner vom Kaliber der Bruins.

Lightning-Stürmer Chris Kunitz macht sich indes keine Gedanken wegen der Flaute von Kucherov und Stamkos. "Unser Wohl und Wehe hängt nicht von einer einzigen Reihe ab. Wir verfügen über genügend Spieler, die in die Bresche springen können", sagte er kurz vor dem Abflug nach Boston. Vor dem Gastspiel im TD Garden am Mittwoch ist ihm nicht bange. "Wir nehmen die positiven Emotionen vom Montag mit. Natürlich hat jedes Spiel dieser Serie seine eigenen Gesetze. Aber wenn es uns gelingt, über 60 Minuten konstant zu spielen und die Bruins in der Defensive zu beschäftigen, haben wir eine Chance."

Verteidiger Hedman freut sich auf die bevorstehenden Aufgaben im TD Garden. "Wir spielen gegen eine starke Mannschaft, die von ihren Fans frenetisch angefeuert wird. Ich mag Spiele unter solchen Bedingungen. Wir sind auf alle Fälle bereit und hoffen, dass wir mit zwei Siegen nach Hause zurückkehren", gab er sich kämpferisch.Das will Bostons Coach Bruce Cassidy unter allen Umständen verhindern. Er zählt dabei besonders auf die Dienste seiner Defensivspieler Zdeno Chara und Charlie McAvoy. Ihnen ist es laut Cassidy vornehmlich zu verdanken, dass Kucherov und Stamkos in den ersten zwei Spielen der Serie als Scorer überhaupt nicht in Erscheinung traten. "Zdeno und Charlie haben einen hervorragenden Job gemacht und die beiden nicht zur Entfaltung kommen lassen. Ich hoffe, es gelingt ihnen auch weiterhin. Das dürfte dann nämlich für reichlich Frust bei den Lightning sorgen", sagte er.

Spiel 3 der Serie zwischen den Bruins und den Lightning findet am Mittwoch im TD Garden in Boston statt (19 Uhr ET, NBCSN, CBC, TVAS).

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