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Lightning erringen ohne Kucherov einen umkämpften Sieg

Tampa verlor in Spiel 5 gegen Boston im zweiten Drittel seinen Star-Stürmer, zog aber trotzdem in das Conference Finale ein

von Alexander Gammel @NHLde / NHL.com/de Freier Autor

Die Tampa Bay Lightning lösten dank ihrer Hartnäckigkeit als erstes Team der diesjährigen Stanley Cup Playoffs das Ticket für das Conference Finale. Sie bezwangen die Boston Bruins am Montag in der zweiten Verlängerung von Spiel 5 der zweiten Runde in der Eastern Conference nach insgesamt 94:10 Minuten mit 3:2.

Es war für die Lightning das vierte von zehn Spielen in zwei Playoff-Runden, das in die Verlängerung ging. Erschwert wurde ihnen die Partie noch dadurch, dass sie im zweiten Drittel Starstürmer Nikita Kucherov aufgrund einer Verletzung verloren. Die Lightning bewiesen jedoch einmal mehr eine sehr gute kämpferische Einstellung, eine Qualität, die sie bereits die gesamten Playoffs über auszeichnet.

"Wir wussten, dass das es auf den Willen ankommen würde", erklärte Verteidiger Ryan McDonagh, der selbst die vergangenen drei Spiele verpasst hatte. "Wir hatten deutlich weniger Stürmer als sie, da mussten wir das Spiel einfach halten, die Zweikämpfe gewinnen und uns mit dem Puck vernünftig verhalten. Das war heute in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung. Es war kein so schöner Sieg, wie wir ihn gerne gehabt hätten, aber so läuft das manchmal. Ich bin einfach stolz darauf, wie wir uns durch die Höhen und Tiefen des Spiels gegenseitig aufrecht gehalten haben."

Video: BOS@TBL, Sp5: Palat fälscht Shattenkirks Schuss heim

Die Lightning hatten das Spiel bereits mit nur elf Stürmern begonnen und dafür einen weiteren Verteidiger aufgestellt. Umso schwerwiegender war der Verlust von Kucherov im zweiten Drittel. Der Stürmer hatte das Team in der regulären Saison mit 85 Punkten (33 Tore, 52 Assists) angeführt und auch in der Postseason gemeinsam mit Brayden Point die meisten Punkte erzielt. Er kam vor der Partie auf 16 Punkte (vier Tore, zwölf Assists) in zwölf Spielen.

"Er ist ein wichtiger Teil unseres Teams, sicherlich unser bester Stürmer", äußerte sich Torwart Andrei Vasilevskiy zu der Verletzung. "Leider fehlte er uns für fast vier Drittel. Aber das ganze Team hat Verantwortung übernommen, ausgeholfen und gut gespielt. Das war eine großartige Leistung von jedem Spieler im Team."

Von der Verletzung ließen sich die Lightning an diesem Tag kaum schocken. In der regulären Spielzeit trafen Ondrej Palat und Anthony Cirelli, in der Verlängerung übernahm Abwehrchef Victor Hedman die Verantwortung und schoss Tampa zum vierten Mal in sechs Jahren ins Conference Finale. Der vielleicht wichtigste Faktor war jedoch Vasilevskiy selbst, der bei 47:35 Torschüssen zu Gunsten der Bruins erneut seine Zuverlässigkeit bewies.

"Der Stützpfeiler des Teams war sicherlich 'Vasi', der alles gehalten hat, was er konnte und uns damit eine Chance gegeben hat", lobte McDonagh den russischen Torhüter. "Davon haben wir gelebt."

Die Lightning scheinen in dieser Postseason auf alles eine Antwort zu finden und mittlerweile fast schon daran gewöhnt zu sein, Schlüsselspieler zu verlieren. Kapitän Steven Stamkos verletzte sich in der Vorbereitung auf die K.o.-Phase, McDongah, einer der wichtigsten Verteidiger fiel vorübergehend aus und Hedman verließ Spiel 3 der Platzierungsrunde gegen die Philadelphia Flyers bereits im ersten Drittel. Die Lightning wachsen offenbar mit ihren Aufgaben und kämpfen sich immer wieder zum Sieg.

"Wir sind ein stolzes Team", so Hedman nach dem Spiel. "Wir wissen was wir wollen und wir akzeptieren kein Nein, deshalb bin ich stolz auf jeden einzelnen Spieler hier."

Video: BOS@TBL, Sp5: Hedman sorgt für die Entscheidung

Das gelingt ihnen dank der unglaublichen Tiefe des Kaders und der Konstanz von Vasilevskiy im Tor. Der 26-jährige Torwart kommt in den Playoffs auf eine Fangquote von 93,1 Prozent und einen Durchschnitt von 1,91 Gegentoren pro Spiel.

Die Dritte Reihe der Lightning überzeugt in fast jedem Spiel mit einer Leistung, die sich so mache Mannschaft von ihrer zweiten, oder gar ersten Reihe wünschen würde. Zudem sind in den entscheidenden Momenten die Leistungsträger für ihr Team da, wie man in der Verlängerung immer wieder sieht, die kein Team in diesen Playoffs so oft erlebt hat wie die Lightning.

Brayden Point erlöste das Team zwei Mal, Ondrei Palat entschied Spiel 2 gegen die Bruins in der Verlängerung und Hedman lieferte am Montag das entscheidende Tor.

"Um ehrlich zu sein, egal wie es ausgeht, ich bin immer stolz auf dieses Team", schwärmte Trainer Jon Cooper von der Einstellung seiner Mannschaft. "Sie haben die ganze Saison über alles getan, was ich ihnen abverlangt habe... Sie haben bewusste Entscheidungen getroffen, um an diesen Punkt zu kommen. Sie haben sich die ganze Anerkennung verdient, haben an sich, ihrem Spiel und ihrer Einstellung gearbeitet."

Genau diese Einstellung hat die Lightning nun in das Eastern Conference Finale gebracht. Dort treffen sie auf den Sieger aus der Serie der Philadelphia Flyers gegen die New York Islanders, in der die Islanders mit 3:1 führen.

Über den Zustand von Kucherov ist bisher nichts bekannt. Doch ob die Lightning mit, oder ohne ihn für die nächste Runde nach Edmonton reisen, bei ihrer Entschlossenheit, Vielseitigkeit und Tiefe, wartet auf den Sieger des Duells zwischen den Flyers und Islanders ein mehr als unangenehmer Gegner, der alles geben wird, um endlich wieder nach dem Stanley Cup greifen zu können.

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