Skip to main content

Lightning finden auch in Spiel 4 einen Weg

von Nicholas Cotsonika / NHL.com

NEW YORK - So sah es erneut für die Tampa Bay Lightning aus: Sie lagen im dritten Drittel auswärts zurück, hörten die anfeuernden Fans, sahen wie die Zeit heruntertickte und sie schafften es wiederum. Nikita Kucherov erzielte, wie im letzten Spiel, das Ausgleichstor und Jason Garrison gelang früh in der Overtime der Siegtreffer.

Die Lightning müssen aufgrund von Verletzungen auf Kapitän Steven Stamkos und auf Verteidiger Anton Stralman verzichten, aber sie haben Erfahrung, Tiefe, Entschlossenheit, das Können und vielleicht auch das bisschen Glück. Nach ihrem 2-1 OT-Sieg am Freitag in Spiel 4 und ihrem 5-4 OT-Erfolg am Dienstag in Spiel 3 führen sie in der Eastern Conference Zweitrundenserie gegen die New York Islanders mit 3-1.

Sie haben nun die Chance in Spiel 5 am Sonntag in der Amelie Arena die Islanders rauszuwerfen und in der zweiten Saison in Folge das Eastern Conference Finale zu erreichen.

"Ich glaube nicht, dass das heute unser bestes Spiel war", sagte Lightning Stürmer Ryan Callahan. "Doch zum Schluss des Tages haben wir einen Weg gefunden."

Islanders Coach Jack Capuano nannte Spiel 3 "entmutigend." Ja, wie würden sie es aus Sicht der Islanders beschreiben?

Zweimal warst du zuhause den Lightning überlegen. Zweimal lagst du im dritten Drittel vorne. Zweimal musstest du zusehen wie Kucherov den Ausgleich erzielt. Zweimal bist du der Meinung, dass eine Strafzeit ausgesprochen hätte müssen - gegen Brian Boyle wegen eines Checks in Spiel 3 und gegen Garrison wegen hohen Stocks in Spiel 4 - und dann siehst du wie der Übeltäter das Siegtor markiert. Zweimal verlierst du in der Overtime.

Du weißt, dass du in der Serie 3-1 vorne liegen könntest, stattdessen liegst du mit 1-3 hinten und dir ist bekannt, dass in der NHL-Historie nur zehn Prozent der Mannschaften, die in einer solchen Situation waren, zurückgekommen sind und noch gewonnen haben.

"Ich kann von den Jungs nicht verlangen, dass sie eine bessere Leistung abrufen sollen als in den letzten sechs Dritteln", sagte Capuano. "Wir haben extrem gut gespielt ... und wir sind schon zuversichtlich, dass wir uns im nächsten Spiel durchsetzen und Tore schießen können."

Im ersten Drittel von Spiel 3 erarbeiteten sich die Islanders ein Torschussverhältnis von 17-9. Sie gingen 1-0 in Führung, doch das Drittel endete 1-1. In Spiel 4 betrug das Torschussverhältnis 16-6. Sie gingen 1-0 in Front und hielten diesmal den Vorsprung, doch dann ließen sie ein vierminütiges Powerplay verstreichen nachdem Callahan eine 4-Minuten-Strafe wegen übertriebener Härte bekommen hatte. Sie waren so unbeholfen, dass die Fans sie wiederholt ausbuhten.

Man hatte das Gefühl, dass sie erneut von einem opportunistischen, explosiven Team, wie es die Lightning eines sind, eingeholt werden. Tatsächlich trat es ein.

Lightning Torwart Ben Bishop macht eine Parade nach der anderen, stoppte Kyle Okposo bei 2-gegen-1 und Calvin de Haan bei einem Unterzahlkonter im zweiten Drittel. Umso länger es 1-0 stand, desto größer standen die Chancen der Lightning, dass sie es noch ausgleichen können.

In Spiel 3 profitierten die Lightning von der Erfahrung, die sie im vergangenen Jahr gemacht hatten als sie bis in das Stanley Cup Finale eingezogen waren. In Spiel 4 haben sie wieder davon profitiert.

"Wir haben das schon einmal mitgemacht", sagte Lightnings Trainer Jon Cooper. "Es gibt nicht mehr einen Panikbutton. Auf unserer Bank erkennst du nicht, ob wir im ersten oder dritten Drittel sind. Jeder ist positiv eingestellt und es geht nur um den Job, der auf ihn wartet. Bis zum Ertönen der Schlusssirene ackern sie weiter."

In Spiel 3 traf Kucherov als im dritten Drittel noch 38,4 Sekunden zu spielen waren. In Spiel 4 gelang ihm ein Treffer 12:11 Minuten vor dem Ende des Schlussabschnitts. Diesmal gewann Tyler Johnson einen Zweikampf, passte vor Verteidiger Travis Hamonic in den linken Bullykreis. Kucherov haute einen Onetimer raus und fand die kleine Lücke am linken Torpfosten, bevor sie Schlussmann Thomas Greiss schließen konnte.

Kucherov schoss im vergangenen Jahr in 26 Stanley Cup Playoff Partien, auf dem Weg der Lightning ins Finale, zehn Tore. In diesem Jahr brachte er es auf acht Tore in neun Playoffspielen und hat damit zwei mehr auf dem Konto als irgendein anderer in der NHL.

"Es war offensichtlich, wenn wir dieses eine erzielen, dann macht sich auch das positive Gefühl auf der Bank breit, zweifelte niemand daran was weiter geschehen werde", sagte Cooper. "Und es passierte."

In Spiel 3 traf Boyle nach 2:48 Minuten in der Overtime, kurz nachdem er Islanders Verteidiger Thomas Hickey gelegt hatte ohne das eine Strafzeit ausgesprochen wurde. In Spiel 4 netzte Garrison nach 1:34 Minuten in der OT ein, nachdem er spät im dritten Drittel mit einem hohen Stock Okposo am Mund getroffen hatte und hierfür nicht bestraft wurde. Diesmal hielten die Lightning den Puck im Angriffsdrittel und Garrison ließ vom rechten Punkt einen Hammerschuss los, der an Greiss vorbei im langen Eck einschlug.

"Es ist definitiv eine Erleichterung", sagte Garrison.

Nicht, wenn du die Islanders bist, nicht wenn du der Rest der Liga bist.

Umso häufiger die Lightning solche Spiele gewinnen, umso mehr glauben sie in solchen Situationen an sich, bleiben gelassen, wenn sie unter Druck geraten und sind schwerer zu bezwingen.

"Wir haben eine Reihe junger Spieler und nur solche Erfahrungen bringen dich weiter, da du weder abhebst noch in Trübsal verfällst", sagte Tampa Bay Stürmer Alex Killorn. "Jeder sagt das, aber ..."

Die Lightning setzen das um.

Mehr anzeigen