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Lieber Vierter als Dritter?

von Bernd Roesch / NHL.com

Das Rennen um die Plätze in der Metropolitan Division wird immer enger. Die beiden Franchises aus New York schenken sich im Saisonendspurt nichts. Die drittplatzierten New York Rangers (99) und die New York Islanders (97) trennen nur noch zwei Punkte, wobei die Islanders noch ein Spiel mehr in der Hinterhand haben. Bei Punktgleichstand blieben die Rangers vor ihrem Rivalen aus Brooklyn, da sie mehr Siege in der regulären Spielzeit plus Overtime eingefahren haben.

Ihre vergangenen zwei Partien konnten die beiden Kontrahenten jeweils gewinnen und sich damit sicher für die Playoffs qualifizieren. Die Islanders bezwangen zuletzt den Presidents' Trophy Gewinner, die Washington Capitals, noch mit 4-3 in Overtime nachdem sie in diesem Spiel bereits mit 1-3 hinten gelegen waren und die Rangers brachten am Dienstag, nach einem 2-Tore Rückstand, mit einem 3-2 Sieg über die Tampa Bay Lightning den Madison Square Garden zum Kochen.

Die Rangers und die Islanders haben sich ihre Playoffteilnahme bereits gesichert und es besteht nur noch ein geringes Risiko, dass die Islanders auf den zweiten Wildcard Platz, den aktuell die Philadelphia Flyers innehaben, abrutschen werden. Die Rangers bestreiten noch zwei Heimspiele, eines pikanterweise gegen die Islanders heute Nacht, und das zweite Samstagmittag gegen die Detroit Red Wings. Die Islanders beenden nach ihrem heutigen Auftritt im MSG die Saison mit zwei Heimpartien gegen die Buffalo Sabres und Flyers.

Mit Blick auf die anstehenden Playoffs stellt sich die Frage, ob es wirklich so gut wäre, wenn man die Metropolitan Division als Tabellendritter abschließen würde. Dies würde letztendlich bedeuten, dass man in der ersten Runde auf Sidney Crosby und seine Pittsburgh Penguins träfe, die mit mittlerweile sieben Siegen in Folge, bei einem Torverhältnis von insgesamt 35 zu 15, zweifelsfrei einen Lauf haben und bei noch zwei ausstehenden Spielen über ein Polster von drei Punkten auf die Rangers verfügen. Seit Anfang März verloren die Penguins nur vier von 19 Auftritten.

Würde man, anstatt als Tabellendritter in der Division, auf dem ersten Wildcard Platz die Saison beenden erwartet einen in der ersten Playoffrunde mit den Florida Panthers der vermeintlich leichtere Gegner. Man würde bei einem Weiterkommen Floridas Platz im Playoffbaum einnehmen und auch in der nächsten Runde gegen eine Mannschaft aus der Atlantic Division spielen. Wäre das ein nicht zu unterschätzender Vorteil? Könnte es sein, dass aufgrund dieser Konstellation das heutige Derby zwischen den beiden New Yorker Mannschaften an Brisanz verliert und weniger emotional als üblich bestritten wird?

Rangers Verteidiger Marc Staal sieht diese Bedrohung nicht: "Wir spielen noch ums Heimrecht [in der ersten Playoffrunde] und möchten am Ende der Saison so weit oben stehen wie möglich", und fügte hinzu. "Wenn du richtig spielst, dein bestes Eishockey ablieferst, dann gewinnst du auch. Das werden wir versuchen."

Auch bei den Islanders besteht nicht die Gefahr, dass sie die ausstehenden Spiele auf die leichte Schulter nehmen werden, dafür wird auch ihr Trainer Jack Capuano sorgen, der am Montag vor der Partie gegen die Lightning im Barclays Center harte Worte für einige seiner Spieler gefunden hatte und deren Einstellung, namentlich die der drei Stürmer Josh Bailey, Ryan Strome und Brock Nelson vor versammelter Presse kritisierte. Die Kabinenpredigt verfehlte ihre Wirkung nicht - das Spiel gegen die Lightning ging mit 5-2 Toren an die Islanders.

Thomas Hickey, der Torschütze des Overtime-Siegtreffers im Verizon Center am Dienstag, beschreibt die positive Stimmung, die mittlerweile wieder in der Kabine herrscht, wie folgt: "Wir glaubten immer daran, dass wir es in die Playoffs schaffen werden, doch wir wollten den Einzug nun möglichst schnell selber dingfest machen und nicht auf den Ausgang anderer Partien angewiesen sein."

Die von Verletzungssorgen geplagten Islanders, unter anderem müssen sie momentan auf die Dienste von Travis Hamonic, Calvin de Haan, Cal Clutterbuck und Schlussmann Jaroslav Halak verzichten, zeigen sich kämpferisch, denn schließlich möchten sie nach über zwei Jahrzehnten, zum ersten Mal seit 1993, als sie die Patrick Division auf dem dritten Platz abschlossen und bis in das Conference Finale vordringen konnten, wieder eine Playoffserie für sich entscheiden. "Gewinnen fühlt sich immer verdammt gut an", meinte am Dienstag auch Islanders Teamkapitän John Tavares.

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