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Gawanke exklusiv: Einsatz in der NHL im Visier

In unserer Rubrik Tete-a-Tete spricht Verteidiger Leon Gawanke über seine starke Saison und den Einsatz mit der U20-Nationalmannschaft

von Alexander Gammel @nhlde / NHL.com/de Autor

Jeden Donnerstag während der Saison 2018/19 wird NHL.com/de in der Rubrik "Tete-à-Tete" eine exklusive Konversation mit Spielern oder Persönlichkeiten der NHL über alle Bereiche auf und abseits des Eises präsentieren.

In dieser Ausgabe: Leon Gawanke von den Cape Breton Screaming Eagles.

Der Verteidiger Leon Gawanke ist derzeit eines der größten Abwehrtalente, die das deutsche Eishockey zu bieten hat. Der 19-jährige Berliner durchlief den Nachwuchs der Eisbären Berlin, ehe er zur Saison 2016/17 zu den Cape Breton Screaming Eagles in die Quebec Major Junior Hockey League wechselte. Bereits nach einer Saison in Kanada, wurden die Winnipeg Jets auf ihn aufmerksam und wählten ihn in der fünften Runde des NHL Draft 2017.

Einen Einsatz in der NHL hat Gawanke noch nicht erlebt, doch in der laufenden Saison empfiehlt er sich mit starken Leistungen bei den Screaming Eagles. Mit 31 Punkten (zehn Tore, 21 Assists) in 29 Spielen ist er der zweitbeste Offensivverteidiger der Liga und einen Punkt davon entfernt, bereits nach der Hälfte der Saison die gleiche Punktzahl zu erreichen, wie in den beiden vorherigen Jahren. Diese Leistungen kommen genau zum richtigen Zeitpunkt, denn im Sommer geht es für Gawanke um einen neuen Vertrag.

 

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Aktuell arbeitet der 1,86 Meter große und 89 Kilo schwere Verteidiger bei der U20-WM der Division I in Füssen mit der deutschen Nationalmannschaft am Aufstieg. Deutschland gewann die ersten drei Spiele und Gawanke steuerte dabei zwei Assists bei.

Vor dem Turnier sprach Gawanke mit NHL.com/de über seine Leistungen in der Liga, das Turnier mit der Nationalmannschaft und seine Zukunft.

Du bist jetzt im dritten Jahr in Neufundland. Gibt es Dinge, die dir dort im Vergleich zu Deutschland besonders gefallen, oder Dinge die du aus Berlin besonders vermisst?

"Da fällt mir nicht wirklich viel ein. Das Leben drüben gefällt mir sehr, es macht Spaß, die Leute sind extrem aufgeschlossen und nett. An Berlin fehlt mir natürlich meine Familie, das ist ja klar. Wirklich große Sachen, die mir fehlen, oder die hier besser sind, gibt es nicht."

Du spielst bei den Cape Breton Screaming Eagles gerade eine unglaublich starke Saison. Was hast du besonders trainiert, was macht dich diese Saison so torgefährlich?

"Ich habe diesen Sommer härter gearbeitet, als in den anderen Jahren. Ich fühle mich auch immer besser, in einer besseren körperlichen Verfassung. Den größten Unterschied macht, dass ich konstant gute Leistungen bringe, nicht nur in einzelnen Spielen. Damit kommt natürlich auch eine gute Portion Selbstvertrauen. Wenn es einfach läuft, spielt man immer mit mehr Selbstvertrauen und wird dadurch immer besser. Das sind die wichtigsten Punkte."

Was brauchst du noch, damit der Anruf aus Winnipeg kommt und es auch bei den Jets klappt?

"Ich stehe eigentlich schon in ständigem Kontakt mit Winnipeg und weiß schon, woran ich noch arbeiten muss, um da oben mitzuspielen. Das ist bei mir vor allem das Defensivverhalten. Ich muss in der eigenen Zone einfach noch härter spielen, beim eins gegen eins, oder wenn es darum geht, den Puck aus dem Drittel zu kriegen und muss körperlich noch stärker und kräftiger werden."

Jetzt steht die WM mit der U20 in der Division I an. Das Ziel kann nur der Aufstieg sein. Wie seid ihr aufgestellt, wie ist die Stimmung in der Mannschaft?

"Unser Ziel ist natürlich aufzusteigen, wie auch in den letzten Jahren. Dieses Jahr sieht die Mannschaft wieder sehr stark aus und ist auf den einzelnen Positionen sehr gut besetzt. Die Stimmung ist wirklich gut, wir verstehen uns gut und kennen uns ja alle auch schon länger. Seit ich hier bin, hat alles sehr gut gepasst. Jetzt hoffe ich natürlich, dass wir den Aufstieg schaffen."

Ihr habt mehrere Leute in der Mannschaft die in Nordamerika spielen, zum Beispiel Taro Jentzsch, der in der Liga dein Konkurrent ist. Dazu kommt Dominik Bokk, der gedraftet wurde und aktuell noch in Schweden spielt. Sprecht ihr auch über das Spiel in Nordamerika und den Weg zur NHL, oder ist der Fokus ausschließlich auf die WM gerichtet?

"Taro kenne ich ja schon von klein auf. Ich habe in Berlin schon im Nachwuchs mit ihm gespielt und wir sind natürlich im ständigen Kontakt und reden auch ständig miteinander, wenn wir in Nordamerika sind. Hier bei der WM liegt der Fokus jetzt aber nur auf Deutschland und auf unseren Zielen, wie wir uns in der Mannschaft einbringen können."

Wie siehst du deine Rolle bei den Screaming Eagles und in der Nationalmannschaft? Gibt es da einen großen Unterschied?

"Es ist jetzt schon meine dritte WM, da will ich natürlich eine Führungsrolle übernehmen, ein Leader sein. Ich will den Jüngeren zeigen, wie man alles macht und ein gutes Beispiel sein. Bei Cape Breton ist es auch schon mein drittes Jahr, da sehe ich meine Rolle ziemlich ähnlich."

 

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Welchen Tipp würdest du jungen Spielern geben, die in deine Fußstapfen treten und den Weg nach Nordamerika schaffen wollen?

"Das sind die normalen Sachen. Man muss hart an sich arbeiten und trotzdem nie den Glauben an sich selbst verlieren, wenn man mal eine schlechtere Saison hatte, so wie ich letztes Jahr. Man muss einfach weitermachen, immer hart arbeiten und vor allem ruhig bleiben. Bei den Jüngeren merkt man oft, dass sie noch aufgeregt sind, dadurch spielt man nicht besser, wenn man sich selbst zu viel Druck macht. Einfach einen kühlen Kopf bewahren und sein Spiel durchziehen."

Eishockeyspieler gelten als sehr abergläubisch und auf ihre Routinen vor dem Spiel versteift. Wie sehen die Stunden vor einem Spiel bei dir aus?    

"Ich höre vor dem Spiel immer über Kopfhörer Musik und Spiele meistens ein bisschen auf dem Handy, eine richtige Routine habe ich aber vor dem Spiel nicht. Man macht natürlich vor dem Spiel immer das gleiche, bei Heimspielen geht man immer an die gleichen Orte, aber etwas Besonderes gibt es da nicht. Einfach Musik hören und auf das Spiel konzentrieren."

Sollte es mit dem NHL-Vertrag nicht klappen, hast du schon Pläne wie es weitergeht? Vielleicht wieder zurück nach Berlin?

"Zurzeit liegt der Fokus bei mir absolut auf der NHL. Das ist mein Ziel, deshalb bin ich nach Nordamerika gegangen. Was passiert, wenn ich im Sommer keinen Vertrag unterschreibe, das werden wir dann sehen. Da habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht."

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