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Draisaitl ein großer Fan der Kölner Haie

Der Oilers Center ist mit seinen Gedanken nie weit weg von seinem Heimatteam, das sein Vater trainiert

von Nicholas J. Cotsonika @cotsonika / NHL.com Kolumnist

Köln, Deutschland -- Die schattenhafte Figur stand im Eingang, als die Kölner Haie am Dienstag zum Training das Eis betraten. Nach einem kurzen Moment verschwand er aus dem Sichtfeld.

"Wir haben gescherzt, dass wir einen kleinen Spion in der Umkleide hatten", sagte Ryan Jones. "Normalerweise mögen wir keine Jungs da drin, aber...."

Das ist nicht üblich und der Junge war Center Leon Draisaitl, dessen Edmonton Oilers gegen die Kölner Haie am Mittwoch ein Vorbereitungsspiel in der Lanxess Arena (16:00 Uhr) im Rahmen der NHL Global Series Challenge 2018 bestreiten.

Es sagt einiges über Draisaitl aus, dass er an einem freien Tag der Oilers an der Eisfläche stand. Das hängt auch damit zusammen, dass er selbst aus Köln stammt und dass sein Vater, Peter, die Haie trainiert.

 

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Draisaitls Verbindungen zu den Haien sind viel tiefer, als er im Vorfeld dieses Events zugegeben hat. Ja, sein Vater schaut sich alle Spiele seines Sohnes an, doch wie sich nun herausstellt beruht das auf Gegenseitigkeit.

"Er ist wahrscheinlich unser Fan Nr. 1 in Nordamerika", sagte Verteidiger Moritz Müller, der Kapitän der Haie. "Er beobachtet jedes unserer Spiele. Direkt nach dem Spiel schreibt er mir 'Das muss besser werden'. Er ist wirklich intensiv mit dabei. Natürlich ist sein Vater der Trainer. Er liebt seine Stadt und diesen Klub. Er ist bei uns immer willkommen."

Draisaitl wurde am 27. Oktober 1995 in Köln geboren, als sein Vater für die Haie spielte. Er wuchs mit den Haien auf und sah ihnen zu. Die Haie teilen ein Foto von ihm, das ihn als jungen Spieler im Haie-Trikot zeigt.

Der heute 22-Jährige kennt ein paar aktuelle Spieler der Haie, seit sie als Kinder im Alter von 6, 7 und 8 Jahren zusammen gespielt haben. Er und Haie-Torwart Hannibal Weitzmann sind beste Freunde. Sie gingen im Sommer zusammen in den Urlaub. Weitzmann sagte, ihre Familien seien begeistert darüber, dass er und Leon zum ersten Mal seit sie Junioren waren gegeneinander antreten.

"Sie sind wie Brüder", sagte sein Vater. "Sie fühlen sich sehr verbunden. Jedes Mal, wenn sich eine Gelegenheit ergibt, dann treffen sie sich."

Es ist Müllers 16. Saison bei den Haien. Er kennt Draisaitl seit er ein Junge war und er hat mit ihm in der Deutschen Nationalmannschaft gespielt. Er erzählt, dass er ganz genau verfolgt hat, wie Draisaitl zwei Saison bei Prince Albert in der Western Hockey League aktiv war, als dieser von den Oilers beim NHL Draft 2014 an dritter Stelle gezogen wurde und wie er 2014/15 zwischen Edmonton und Kelowna in der WHL gependelt ist. Draisaitl wurde 2016/17, in seiner zweiten vollen Saison, mit 77 Punkten (29 Tore, 48 Assists) achtbester Scorer der Liga.

"Wir sahen, wie er rüber ging und wir hofften, dass es für ihn gut ausgeht", sagte Müller. "Wir alle wussten, dass er das Talent hat, aber manchmal muss man auch den richtigen Zeitpunkt erwischen. Wir sind wirklich froh, dass ihm dieser Durchbruch gelungen ist, dass er so aufdrehen konnte, wie in seinem zweiten Jahr. Ich glaube, dass er ein NHL-Superstar wird."

Draisaitl kennt weitere Haie-Spieler aus der Nationalmannschaft und wiederum andere vom Trainingscamp. In der Deutschen Eishockeyliga hat die Saison bereits begonnen, so dass die Haie schon am 1. August ins Camp gingen.

Draisaitl war einer von ihnen, als es aufs Eis ging. Er nahm an ihren Trainingseinheiten teil, um mit Assistenztrainer Thomas Brandl seine Fähigkeiten zu verbessern. Die Haie teilten ein weiteres Foto von Draisaitl, auf dem er ein Köln-Trikot und ansonsten seine Edmonton-Ausrüstung trug.

 

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"Es ist für alle cool, Leon in der Nähe zu haben", sagte Jones, der von 2008 bis 2014 334 Partien in der NHL gespielt hat, darunter 247 Spiele mit den Oilers, und nun in seiner fünften Saison bei den Haien ist.

"Diese jungen Kerle sehen, was er abseits des Eises macht, und das ist etwas, was sie in ihr eigenes Leben einbringen können. Er ist ein guter Kerl, er ist ein phänomenaler Eishockeyspieler und er arbeitet hart. Wenn er hier bei uns ist, macht er alles, was wir tun, aber darüber hinaus dann noch mehr, was viel über ihn aussagt. Er kam nicht zufällig dorthin, wo er jetzt ist. Er hat Talent, doch da steckt auch eine Menge harter Arbeit und Entschlossenheit dahinter, um dahin zu kommen, wo er ist."

Wenn man das alles bedenkt, muss man sich vorstellen, was es für Draisaitl, seinen Vater, die Haie und die Kölner Fans, vor allem die jüngsten, bedeutet. Draisaitl ist mit 207 Punkten (75 Tore, 132 Assists) im Alter von 22 Jahren bereits der sechstbeste deutsche Scorer in der Geschichte der NHL. Der einheimische Junge hat es in Nordamerika gut gemacht, hat aber nicht vergessen, woher er kommt.

"Wir brauchen das", sagte Müller. "Wir brauchen die Jungs, die rübergehen und Superstars werden. Du weißt, wie das ist. Kleine Kinder spielen, und sie identifizieren sich mit den Besten. Wenn du einen Deutschen hast, der einer der Besten ist, dann ist er ein tolles Vorbild für die Kinder und dem Eishockeysport in Deutschland."

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