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LeClair: Lindros war nicht aufzuhalten

Früherer Sturmpartner hält die Aufnahme in die Hockey Hall of Fame für verdient

von John LeClair / Spezial für NHL.com

Linksaußen John LeClair spielte mit Eric Lindros zusammen, als der Center im Zenit seiner Karriere stand. Er war an seiner Seite, als Lindros 1995 die Hart Trophy für den wertvollsten Spieler gewann die Philadelphia Flyers 1997 ins Stanley-Cup-Finale führte. LeClair, Lindros und Rechtsaußen Mikael Renberg bildeten die berühmt-berüchtigte "Legion des Verderbens". Alle drei nutzten ihre Größe und ihr Talent, um die Gegner zu terrorisieren und viele Tore zu schießen. Nachfolgend gibt LeClair seine Gedanken zum Einzug von Eric Lindros in die Hockey Hall of Fame am Montag in einem besonderen Testimonial für NHL.com weiter.

Wenn man einmal in Ruhe über einen Namen nachdenken muss, der den Einzug in die Hockey Hall of Fame verdient hätte, gab es für mich nie einen Zweifel: Eric Lindros. Kaum ein anderer Spieler hat zu seinen besten Zeiten das Spiel so dominiert wie er. Und das in allen Facetten. Er war einfach nicht aufzuhalten.

Am 9. Februar 1995 wechselte ich in einem Trade von den Montreal Canadiens nach Philadelphia. Ich hatte einen Anruf von Philadelphias General Manager Bobby Clarke bekommen. Dabei erwähnte er, dass er mich gerne in Erics Reihe sehen würde. Zu dem Zeitpunkt kannte ich Eric noch gar nicht so gut. Ich hatte ihn nur einmal kurz getroffen. Coach Terry Murray stellte mich dann tatsächlich in eine Linie mit Eric und Mikael. Ich merkte, dass vom ersten Moment an die Chemie stimmte. Also legten wir dementsprechend los.

Eric hatte einen Tatendrang, der mir nie zuvor begegnet war. Er wollte immerzu besser werden. Er stellte immer höhere Anforderungen an sich und die Mitspieler. Wenn man im Training mal eine hundertprozentige Torchance ausließ, scheute er sich nicht auf einen zuzukommen und zu sagen: "Den hättest du aber machen müssen." Er war ein ernsthafter Typ. Das half mir und unserer Reihe sehr. Wir konnten uns so viel besser entwickeln und härter spielen. Selbst in den Übungseinheiten ging es ganz schön zur Sache.

Eric hatte einfach alles, was man für einen guten Spieler braucht. Er war einem in vielen Dingen überlegen: von seinem Talent her und seiner stattlichen Größe von 1,93 Meter. Natürlich gab es viele gute Spieler in der NHL. Aber Eric machte einfach alles auf einem höheren Niveau als alle anderen.

Durch Lindros änderte sich auch die Spielweise unserer Gegner. Ihre Gedanken kreisten vor Partien gegen uns stets um die gleiche Frage: "Wie sollen wir gegen Eric spielen und wie können wir ihn stoppen?" Das alles hatte Einfluss auf die Mentalität unserer Rivalen, noch bevor der erste Puck gefallen war. Er stand im Mittelpunkt all ihrer Überlegungen. Alles wurde auf seine Person abgestimmt. Doch was unsere Kontrahenten auch probierten und wen sie gegen Eric stellten - die Ergebnisse fielen meist dürftig aus. Wir gewannen mit Eric fast immer.

Abseits des Eises war er die meiste Zeit ein entspannter Bursche. Man hatte ihn gerne um sich. Auch als Teamkollege war er von allen geschätzt. Er hatte überhaupt keine Starallüren. In unserer Kabine war er für jeden Spaß zu haben. Von den Kontroversen und manch anderen unangenehmen Dingen, die es natürlich ebenfalls gab, bekamen die meisten nicht viel mit.

Leider plagten Eric immer wieder schwere Verletzungen. Nach einigen Gehirnerschütterungen musste er mit 33 Jahren nach nur 760 Hauptrunden-Spielen seine NHL-Karriere beenden. Es gibt für mich keinen Zweifel, dass er ohne die Verletzungen noch viele Jahre auf höchstem Level gespielt hätte. Wenn man weiß, wie sehr er brannte, wie er sich vorbereitete, was er noch hätte erreichen können, dann schmerzt der frühe Abschied umso mehr.

Sechs Jahre musste Eric auf diesen Augenblick warten. Nun ist er dort, wo er hingehört: in der Hockey Hall of Fame. Das große E hat sich seinen Platz in der Ruhmeshalle redlich verdient.

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