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Predators hadern mit fehlender Torgefahr

Nashville droht die Playoffs zu verpassen, auch weil die talentierten Stürmer zu selten das Ziel finden

von Alexander Gammel @NHLde / NHL.com/de Freier Autor

Jede Saison bringt sowohl positive, als auch negative Überraschungen mit sich. Eine der großen Enttäuschungen der laufenden Saison trifft die Nashville Predators. Das Team entwickelte sich vor drei Jahren mit dem unerwarteten Einzug ins Stanley Cup Finale zu einem der stärksten Teams der Liga. Es folgten zwei Division-Titel und ein Mal sogar die Presidents' Trophy als punktbestes Team der regulären Saison. Nun droht der Mannschaft aus Tennessee erstmals seit der Saison 2013/14 eine Saison ohne Playoff-Teilnahme.

Die Predators erwischten eigentlich einen guten Start in die Saison. 18 Punkte aus 13 Spielen (8-3-2) im Oktober bedeuteten den zweiten Platz der Central Division hinter den punktgleichen Colorado Avalanche. In der gesamten Western Conference verbuchten nur die Edmonton Oilers einen Punkt mehr. Nashville begeisterte seine Fans im ersten Monat der Saison besonders durch die unaufhaltbare Offensive, die mit 4,08 Toren pro Spiel den besten Wert der NHL erreichte.

Genau diese Stärke verloren die Predators in der Folge allerdings, seit Anfang November schießen sie pro Spiel mehr als ein Tor weniger und liegen mit 2,97 Toren pro Spiel auf Rang 18. Dieser Leistungsabfall macht sich in der Tabelle längst bemerkbar. Sie wurden in der Western Conference vom dritten auf den zwölften Platz durchgereicht und bilden das Schlusslicht der Central Division. Die beiden Wildcard-Plätze sind zwar nur sechs Punkte sowie der dritte Platz der Division neun Punkte entfernt und die Predators haben im Vergleich zur Konkurrenz mit noch 34 Spielen die meisten zu absolvieren, doch wenn die Predators nicht zu ihrer Torgefahr zurückfinden ist fraglich, woher diese Punkte kommen sollen.

 

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Wirft man einen Blick auf die Statistiken der einzelnen Spieler, wird der Grund für die Flaute schnell klar. Über mangelnde Tiefe im Kader können sie sich kaum beschweren. 25 von 28 eingesetzten Spielern verbuchten wenigstens einen Punkt. 20 Spieler trafen diese Saison bereits und acht Spieler kommen auf wenigstens zehn Tore.

An der Spitze der teaminternen Scorerliste wird es jedoch dünn, denn dort steht der Schweizer Kapitän Roman Josi, ein Verteidiger, allein auf weiter Flur. Der Berner bringt es auf 48 Punkte (14 Tore, 34 Assists) in 48 Spielen, liegt damit 15 Punkte vor dem zweitbesten Spieler der Predators und auf Rang zwei der Torschützenliste. Im Powerplay kann keiner seiner Teamkollegen im Angriff seine vier Tore überbieten und seine 16 Punkte in Überzahl sind konkurrenzlos.

Fakt ist, dass die Spitzenstürmer der Predators mehr Punkte und vor allem Tore liefern müssen, wenn sie in der Tabelle nach oben klettern wollen. Das nötige Potenzial ist sicherlich vorhanden. Spieler wie Matt Duchene, Mikael Granlund, Filip Forsberg, Viktor Arvidsson und Ryan Johansen haben in den vergangenen Spielzeiten bewiesen, dass sie zu mehr fähig sind.

In den vergangenen drei Saisons führte Johansen die Scorerliste der Predators mit 179 Punkten (43 Tore, 136 Assists) an, dicht gefolgt von Forsberg mit 172 Punkten (85 Tore, 87 Assists) und Arvidsson mit 170 Zählern (94 Tore, 76 Assists). Duchene wurde im Sommer verpflichtet, nachdem er in der vorherigen Saison auf 70 Punkte und 31 Tore gekommen war. Granlund kam vergangene Saison zur NHL Trade Deadline und war in den sechs vorangegangenen Spielzeiten mit 309 Punkten (91 Tore, 218 Assists) der Topscorer der Minnesota Wild.

Video: NSH@LAK: Johansen schließt nach Josis Rückhandpass ab

Diese Saison liegt Forsberg mit 33 Punkten (16 Tore, 17 Assists) klar hinter Josi, Duchene folgt mit einem Punkt Abstand (zehn Tore, 22 Assists). Johansen liegt mit 27 Punkten (zehn Tore, 17 Assists) hinter Verteidiger Ryan Ellis. Arvidsson verpasste zwölf Spiele verletzungsbedingt und sammelte in den restlichen Partien 21 Zähler (zwölf Tore, neun Assists), während Granlund mit 17 Punkten (neun Tore, acht Assists) auf seine schlechteste Saison zusteuert, seit er 2012/13 in seiner ersten NHL-Saison nur 27 Spiele bestritt.

Video: NSH@EDM: Forsberg trifft im Lacrosse-Stil

Grundsätzlich ist eine ausgeglichene Offensive, in der viele verschiedene Spieler punkten etwas Positives. Sie macht unberechenbar und verhindert, dass der Gegner das Spiel gewinnt, indem er eine Reihe ausschaltet. Will man im Konzert der ganz großen Teams mitspielen, braucht man jedoch auch die Spieler, die ein Spiel im Alleingang entscheiden können. Das Spiel für Spiel von Verteidiger Josi zu verlangen, kann nicht gut gehen. Noch haben die Predators genügend Zeit, um sich wieder nach vorne zu kämpfen, doch sollten die Stürmer nicht bald wenigstens annähernd zu ihrer alten Form finden, kann diese Zeit schnell knapp werden.

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