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Der Routinier fühlt sich auf Long Island wohl

Andrew Ladd sieht sportliche Herausforderung und familiäres Glück bei den Islanders in New York

von Brian Compton @BComptonNHL / NHL.com Stellvertretender Chefredakteur

EAST MEADOW, N.Y. - Die Wochen vor dem 1. Juli waren für Flügelstürmer Andrew Ladd nicht einfach. Er wusste, dass seine Zeit bei den Chicago Blackhawks aufgrund von Salary Cap-Problemen ablief. Sein Leben würde sich, ebenso wie das seiner Frau und seiner drei Kinder bald dramatisch verändern.

Ein Ausflug nach New York am Abend seiner Vertragsfreiheit besiegelte dann sein Schicksal. Es war das erste Treffen mit General Manager Garth Snow von den New York Islanders, bei dem auch sein ehemaliger Teamkollege Doug Weight und Coach Jack Capuono anwesend waren. Noch bevor der Abend vorbei war beschloss Ladd, das er sich den Islanders anschließen würde.

Am nächsten Tag schon unterschrieb er seinen Siebenjahresvertrag, welcher ihm dem Vernehmen nach 38,5 Mio. US$ einbringen wird, was einem Durchschnitt von 5,5 Mio. US$ pro Jahr entspricht.

Er hatte ein neues Zuhause für sich und seine Familie gefunden

"Das ist wichtig" sagte Ladd nach dem ersten Training mit seinen neuen Teamkameraden. "Natürlich spielt das Eishockey eine wichtige Rolle bei der Entscheidung. Aber natürlich müssen auch die anderen Parameter passen. Die Familie muss sich wohlfühlen. Und natürlich ist es auch toll zukünftig mit einem John Tavares und dem Rest des Teams zusammenspielen zu können. Hier stimmt einfach die Mischung."

 "Das ist eine wichtige Entscheidung. Das betrifft alle Lebensbereiche. Natürlich verursacht so etwas auch Stress. Aber natürlich auch positive Aufregung. Viele Teams hatten mich angerufen. Das ist sehr schmeichelhaft für einen persönlich. Jetzt bin ich froh mich langfristig gebunden zu haben. Ich muss mir diesbezüglich nun keine Sorgen mehr machen."

Der erste Besuch in der Gegend konnte auch rasch jedweden eventuell zuvor noch vorhandenen negativen Eindruck bei Ladd überwinden helfen. Nachdem die Islanders im letzten Sommer nach 43 Jahren das Nassau Coliseum verlassen hatten, seither im Barclays Center in Brooklyn spielen und auch die Gegend rund um das nagelneue Trainigsscenter des Teams in Northwell, beim Health Ice Center, mit einer netten Nachbarschaft zu überzeugen wusste, stand dem Wechsel endgültig nichts mehr im Wege.

"Als wir hier früher mit unserem jeweiligen auswärtigen Team zu Besuch waren, da sah man das Marriott und das Colisseum. Das war es dann" schmunzelt Ladd. "Von Long Island bekam man da eigentlich nicht viel mit. Die vielen Städte, das Leben hier, das blieb einem verborgen. Nun habe ich gesehen, dass man hier toll leben kann. Wir freuen uns darauf in der Gemeinde aktiv zu werden."

"Auch über die Organisation wusste ich zuvor nicht so viel. Dougie und Garth haben mir da rasch mehr von erzählt, das hat meine Perspektive verändert. Ich habe ihre Ideen und Pläne sofort verinnerlicht."

Ladd gewann den Stanley Cup im Jahre 2006 zusammen mit Weight bei den Carolina Hurricanes. Damals war er erst 20 Jahre alt. Zehn Jahre später überzeugte Weight ihn nun vom Wechsel zu den Islanders, welche im Vorjahr erstmals seit 1993 eine Playoffrunde überstanden. New York besiegte die Florida Panthers in der ersten Runde der Eastern Conference Playoffs in sechs Spielen. Danach verlor die Franchise jedoch dann gegen die Tampa Bay Lightning in fünf Spielen.

"Ich denke er hat erkannt um was es uns hier geht" sagte Weight. "Dass er mich kennt, das ist sicherlich auch ein Teil der Entscheidung gewesen. Aber inzwischen hat er sie alle getroffen. Er und seine Familie haben Long Island rasch ins Herz geschlossen. Er mochte auch unsere sportlichen Pläne und die damit verbundenen Perspektiven."

Ladd, der den Stanley Cup auch im Jahre 2010 mit den Chicago Blackhawks gewinnen konnte, konnte bereits fünfmal die 20-Tore-Marke knacken. Sein Karrierebestwert stammt aus dem Jahre 2014-15 als er mit den Winnipeg Jets 62 Punkte sammeln konnte.

Ob er diese Werte nun an der Seite von Tavares noch einmal übertreffen kann?
"Wer weiß" sagt er dazu. "Ich werde einfach weiterhin mein Spiel spielen. Man darf da gar nicht zu viel drüber nachdenken, dann bekommt man Probleme. Mit einem Spieler wie ihm, da kann man nicht so viel falsch machen. Da braucht man seine Freiheiten."

Nachdem die Islanders mit Frans Nielsen, Kyle Okposo und Matt Martin drei Schlüsselspieler verloren hatten, wird es auf Ladd schon ankommen, will das Team an die erfolgreichen Zeiten erneut anknüpfen können.

"Man muss die Nerven behalten, wenn es im Laufe einer langen Saison dann so diverse Höhepunkte und Tiefpunkte gibt. Da gilt es dann die Ruhe zu behalten, konzentriert weiter zu arbeiten. Diese Erfahrungen habe ich schon gesammelt."

"Hier hat man zuletzt so einige Erfahrungen mit dem Erfolg in den Playoffs zuletzt sammeln können. Auch aus der Niederlage gegen das Team aus Tampa konnte man lernen. Darauf kann man nun sicher aufbauen. Das kann uns zukünftig noch sehr nützlich sein."

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