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Kuznetsov war nach Stanley-Cup-Sieg im Tunnel

Der 26-jährige Russe brauchte lange, um den Triumph zu verarbeiten und erwartet kommende Saison heiße Capitals

von Stefan Herget @nhlde / NHL.com/de Chefautor

NHL.com/de hat sich kürzlich mit einigen der besten Spieler aus der NHL getroffen und sie befragt, um einen Einblick in ein breites Themenspektrum zu bekommen. In dieser Ausgabe Evgeny Kuznetsov von den Washington Capitals:

Jeder Spieler hat wie jeder andere Mensch auch so seine Eigenheiten. Diese zeigen sich etwa im Torjubel, bei öffentlichen Auftritten, Interviews und Aussagen zu gewissen Themen oder die Art und Weise, wie er Triumphe feiert.

 

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Evgeny Kuznetsov, seines Zeichens Stürmer der Washington Capitals, hatte im Gespräch mit NHL.com/de seine ganz eigene Erklärung parat, wie er den erstmaligen Gewinn des Stanley Cups im Juni nach dem 4:3-Sieg in Spiel 5 des Finales bei den Vegas Golden Knights auf sich wirken ließ. 

"Ich war in den letzten Sekunden auf dem Eis und habe meine Handschuhe fallen lassen", erinnert sich die Nummer 92 der Capitals. "Aber was mich gewundert hat war, dass ich in diesem Moment nichts gefühlt habe. Ich sah nur die Jungs herumspringen und mich mittendrin. Aber es hat gute 15 Minuten gedauert, bis ich es realisierte."

Doch selbst nach dieser Zeit räumte der 26-jährige Russe Probleme ein, das Geschehene zu fassen. "Es war irgendwie eigenartig. Immer wieder überkam mich das Gefühl und die Frage, ob wir wirklich gewonnen hatten?", schildert Kuzy, wie er liebevoll genannt wird. "Erst als der Stanley Cup in meine Heimatstadt kam, realisierte ich endgültig, was wir erreicht hatten."

Kuznetsov, der die Capitals mit 32 Punkten (12 Tore, 20 Assists) in 24 Spielen der Stanley Cup Playoffs anführte, brachte die silberne Trophäe in seine Heimatstadt Tscheljabinsk. Für den dort ansässigen Klub HC Traktor war er, vor seinem Engagement in Washington, fünf Spielzeiten lang in der Kontinental Hockey League (KHL) aktiv.

"Es war ein besonderer Tag für meine Eltern, meine Frau und meine Kinder, für einfach jeden, der da war", erzählt Kuznetsov. "Ich war so stolz auf sie, weil sie so stolz auf mich waren. Als ich vor fünf Jahren in die NHL ging, waren sie diejenigen, die an mich glaubten und daran, dass ich den Stanley Cup nach Russland bringen würde. Nun ist es passiert."

Zur Feier des Tages aß er das russische Nationalgericht Pelmeni, gefüllte Teigtaschen in der Art von Tortellini, aus der oben am Pokal angebrachten Schüssel. Außerdem gab er den Fans in der Arena die Möglichkeit zu einem Foto und ließ sich vor dem KHL-Heimspiel gegen HK Metallurg Magnitogorsk auf dem Eis feiern.

"Ich habe mich wie ein Kind an seinem ersten Schultag gefühlt, gespannt aber wissend, dass man kein Kleinkind mehr ist und jetzt zur Schule geht", präsentiert Kuznetsov seine eigene, aber interessante Version zu den Erlebnissen. "So ist das, wenn man plötzlich den Stanley Cup zu Hause präsentieren darf. Man ist jetzt Stanley-Cup-Sieger und wird von den Fans bewundert. Das ist unglaublich und je mehr man darüber nachdenkt, umso gieriger wird man nach diesem Erfolg."

Video: VGK@WSH, Sp3: Kuznetsov bezwingt Fleury

Das ist wiederum einer der Aspekte, der ihm die Hoffnung gibt, dass alle Teamkollegen zum Saisonstart bereit sein werden, die Mission Titelverteidigung anzugehen. Hinzu kommen weitere Erlebnisse, wie Kuznetsov eindrucksvoll schildert.

"Es war eine unglaubliche Atmosphäre im Stanley Cup Finale: Die Anspannung im Team, bei der Familie und den Freunden, die Stimmung unter den Fans, die vielen Medienvertreter", so Kuznetsov. "Es hat wahnsinnig Spaß gemacht und es hätten auch gerne sechs oder sieben Spiele sein können. Es macht dich einfach süchtig. Für diese Momente trainierst und spielst du."

 

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Doch könnte es sein, dass die Capitals im Sommer zu wenig Zeit hatten, sich intensiv auf die neue Saison vorzubereiten? Kuznetsov legt sein Vertrauen voll in die Hände des neuen Coaches Todd Reirden, der Championship-Trainer Barry Trotz nachfolgt. 

"Wir haben einen guten Trainer, der uns schon richtig einstellen wird", ist sich Kuznetsov sicher, dass es in der neuen Serie erfolgreich weitergeht. "Dabei spielt es auch keine Rolle, ob das, was der Coach sagt, gut oder schlecht für dich ist. Du musst an das Team denken. Das hat Priorität. Du musst deinen Beitrag leisten, dass die Mannschaft gut spielt."

Auch die neue Rolle des Gejagten werden die Capitals nach seinen Worten mit einem besonderen Spaß angehen: "Wir haben viel gefeiert, jetzt wollen wir wieder angreifen. Und es wird cool, weil jeder uns schlagen will. Wir sind schließlich der Stanley-Cup-Sieger. Das ist doch toll."

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