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Verlust von Kris Letang 'hart' für Penguins

Da Pittsburgh auf seinen Topverteidiger in den Playoffs verzichten muss, wird Titelverteidigung schwerer

von Dan Rosen @drosennhl / NHL.com Chefautor

Sidney Crosby hat vergangene Saison die Conn Smythe Trophy gewonnen, doch die Pittsburgh Penguins hätten nicht ohne Kris Letang, der annähernd 29 Minuten pro Spiel auf dem Eis stand, den Stanley Cup geholt.

Nun müssen sie ohne ihren besten Verteidiger auskommen, ihrem vielleicht wichtigsten Spieler in den letztjährigen Stanley Cup Playoffs.

Letang muss wegen eines Bandscheibenvorfalls am Nacken operiert werden und wird die Playoffs verpassen. Der Gesundungsprozess wird vier bis sechs Monate dauern, so dass er rechtzeitig zum Beginn des Trainingscamps oder zum Saisonstart wieder zur Verfügung stehen könnte.

Letang, der seit dem 21. Februar nicht mehr gespielt hat, hegte die Hoffnung, dass er durch die Pause und Rehabilitation für die Playoffs wieder zur Verfügung stehen könnte, doch eine Magnetresonanztomographie bestätigte den Bandscheibenvorfall.

"Die Reha verlief sehr gut", sagte Letang. "Ich erfuhr es dann vergangene Woche. Das ist wirklich bitter."

Die Penguins müssen ohne Letang auskommen. In den letzten 20 Spielen hat das ziemlich gut geklappt. Ihre Bilanz ohne Letang lautete 12-5-3, darunter 3-2-2 gegen Mannschaften, die schon einen Playoffplatz ergattert haben oder noch um einen spielen.

Doch was die Penguins in den fast sieben Wochen ohne Letang erreicht haben, ist nicht entscheidend. Wichtig ist, was sie ab nächster Woche ohne ihn machen.

Hat jemals eine Mannschaft, deren bester Verteidiger sich so verletzt hatte, dass er über das Saisonende hinaus ausfiel, den Stanley Cup gewonnen? In jüngster Zeit nicht und die jüngste Zeit geht zurück bis zu den 70er Montreal Canadiens, was ja auch schon etwas länger her ist.

Man könnte heranführen, dass die Carolina Hurricanes 2006 ohne einen echten Nummer 1 Verteidiger den Stanley Cup gewonnen haben. Bret Hedican war ihre Verteidiger mit der meisten Eiszeit (22:40 Minuten) und Frantisek Kaberle war ihr punktbester Defensivmann mit 13 Zählern in 25 Partien.

Dementsprechend könnten auch die Penguins ohne Letang, ihrer echten Nummer 1, den Stanley Cup gewinnen.

Die Hurricanes hatten aber schon die gesamte Saison 2005/06 so gespielt. Sie konnten damit umgehen. Ihre Verteidiger waren, lange bevor die Playoffs begannen, darauf eingestellt.

Diesen Luxus hat Pittsburgh nicht. Neben Letang stehen auch Olli Maatta und Trevor Daley nicht zur Verfügung.

Maatta hat aufgrund einer Handverletzung seit dem 16. Februar nicht mehr gespielt und Daley wegen einer Knieverletzung nicht mehr seit dem 21. Februar. Beide könnten nächste Woche rechtzeitig vor dem Playoffstart gegen die Columbus Blue Jackets wieder einsatzbereit sein.

Justin Schultz ist Penguins neue Nr. 1. Er hat eine überragende, eine Durchbruch-Saison, aber er stand in einer Playoffpartie noch nie länger als 19 Minuten auf dem Eis.

Kann Schultz 25 effektive Minuten in einer Playoffpartie bestreiten? Schaffen es Daley oder Maatta nach ihrer Rückkehr von einer Verletzungspause? Verbleibt den Penguins vor dem Playoffstart ausreichend Zeit eingespielte Top-6 zusammenzubringen?

Alles berechtigte Fragen, doch es gibt bis jetzt keine Antworten darauf.

Die restliche Defensivabteilung der Penguins ist mit Brian Dumoulin, Ian Cole, Ron Hainsey, Mark Streit und Chad Ruhwedel solide besetzt. Das ist eine wirklich tiefe, nützliche Defensivabteilung.

Das größte Problem der Penguins wird dadurch aber nicht gelöst.

"Er ist ein Spitzenspieler und ein großartiger Teamkollege", sagte Sullivan über Letang. "Es ist schwer einen solchen Kerl zu ersetzen."

Letang zu ersetzen ist in Pittsburgh unmöglich, schon alleine deswegen, weil sie wissen, dass er fehlen wird. Keiner im Kader kann ihn läuferisch, pucktechnisch oder in seiner Art, beim Gegner Chaos zu verursachen, kopieren.

Den Penguins fehlte Letang bei den Playoffs 2015 und sie verloren in der ersten Runde nach fünf Spielen gegen die New York Rangers.

Sie gewannen ohne ihm vergangene Saison Spiel 4 in der zweiten Runde der Eastern Conference gegen die Washington Capitals, doch es dauerte bis zur Verlängerung und Daley, der beim 3-2 Sieg über 28 Minuten auf dem Eis stand, verletzte sich sechs Spiele danach und fiel für die restliche Postseason aus.

Man stelle sich vor, die Penguins bekämen in den Playoffs einen weiteren Langzeitverletzten und können nicht einmal mehr auf Letang zurückgreifen.

Würde das bedeuten, dass die Penguins nicht erneut den Stanley Cup gewinnen können? Das ist natürlich Unsinn. Es wäre dumm ein Team abzuschreiben, das den unerschütterlichen Torwart Matt Murray und einen Crosby in seinen Reihen hat, der jeden Spieler, der mit ihm auf dem Eis steht, besser macht.

Wie auch immer, der Weg der Penguins wird seit der Nachricht am Mittwoch, dass Letang nicht mit auf die Reise gehen kann, wesentlich steiniger.

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