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Kreider verspricht ein Powerstürmer zu werden

von Dan Rosen / NHL.com

GREENBURGH, N.Y. -- Die Erwartungen an New York Rangers Linksaußen Chris Kreider ähneln in der kommenden Saison jenen vom vergangenen Sommer.

Rangers Coach Alain Vigneault prophezeite vor elf Monaten, dass für Kreider 30 Tore ein realistisches Ziel wären. In der zweiten Saison in Folge gelangen ihm 21. Das war eine nicht zufriedenstellende Ausbeute, die zu mehr Fragen führte als dass sie Antworten gab.

Am Mittwoch gab New York Associate Coach Scott Arniel die gleiche Prognose ab wie Vigneault im vergangenen Sommer, aber er schränkte diese auch ein. Kreider verhinderte einen Schlichterspruch, nachdem er am 22. Juli einen 4-Jahres Vertrag über $18,5 Millionen akzeptiert hatte.

"Natürlich ist er ein 30-Tore Mann, wenn er über 80 oder 82 Partien konstant spielt", sagte Arniel am Telefon.

An Konstanz hat es Kreider in seinen vier Jahren bei den Rangers gefehlt. Das wurde noch nie so offensichtlich wie in der vergangenen Saison.

Er startete schwach und als seine Torflaute begann, hatte das auch Auswirkungen auf sein restliches Spiel. Er brauchte eine starke Serie im Saisonendspurt, mit zehn Toren in 22 Partien, um überhaupt auf 21 Treffer zu kommen.

Warum ist das passiert? Was lief bei Kreider falsch?

Seit dem Aus der Rangers gegen die Pittsburgh Penguins in der ersten Runde der Eastern Conference, war es Kreiders Anliegen darauf eine Antwort zu finden.

Kreider hat die vergangene Saison Revue passieren lassen, traf sich mit Vigneault und Arniel, schaute sich Videoaufzeichnungen an und studierte sie. Er sprach davon, dass er glaube die Antwort gefunden zu haben.

"Ich habe mich vielleicht zu dünn gemacht und war nicht mehr diese Art Spieler, von dem ich weiß, dass ich ein solcher bin", sagte Kreider. "Ich muss wieder ein Powerstürmer werden. Ich weiß was ich klasse kann und ich weiß worin ich gut bin und daran muss ich mich halten."

Es sind im speziellen fünf Dinge, sagte Arniel, Tempo, physische Präsenz, dicht machen, zum Tor ziehen und das Spielsystem annehmen. Das sind genau die fünf Dinge, zu denen er Kreider während der Saison 2014/15 geraten habe, sagte Arniel.

"Ich erinnere mich, dass wir uns darüber unterhalten haben, nachdem ich ihn gefragt hatte, was er glaube, welche Art Spieler er sei und er antwortete, dass er ein raffinierter, am Schläger geschickter Spieler sei, der 1-gegen-1 gehen kann", sagte Arniel. "Er wusste wer er ist. Er sagte es. Ich schrieb auf einem Zettel fünf Dinge, die ein echter Powerstürmer in jedem Spiel abrufen muss. Doch dann [in der vergangenen Saison] ging er davon ab."

Kreider, 25, muss das wieder verinnerlichen, um jener Spieler zu werden, den sich die Rangers vorstellen.

Tempo und Schlittschuhtechnik sind Kreiders größte Stärken. Beides kommt am besten zum Tragen, wenn er auf beiden Seiten des Eises zur Stelle ist. Vergangene Saison hatte Kreider immer versucht um den Gegner herumzuspielen, anstatt direkt auf ihn zuzugehen - die Kraft hierzu hat er.

"Wenn er das macht, dann ist er für die Verteidiger ein Albtraum", sagte Arniel.

Mit 1,91m und 102,5kg ist Kreider groß und stark genug, um ein physisch überzeugender Stürmer zu sein. Er muss einen Verteidiger niederkämpfen und durch die Leute ziehen.

"Ob du den Puck hast oder nicht, man kann seinen Körper einsetzen und dann durch die Leute mit Tempo hindurchlaufen", sagte Kreider. "Das kann ich durchgehend so machen, egal ob der Puck tief bei uns ist oder, ob wir ihn durch die neutrale Zone führen."

Kreiders Spiel an der Bande, vor allem im Drittel der Rangers, ist ein Schlüssel zum Erfolg und das hat er auch bei seinen Analysen erkannt. Arniel sagte über Kreider, dass er gut darin sei, aber eben nicht immer.

Kreider erwähnte auch, wie er sich selbst in der vergangenen Saison sah. Er hat den Puck durch die neutrale Zone getragen, anstatt zu attackieren und anschließend vors Tor zu ziehen, um in Position zu gehen.

"Ich hätte das letzte Saison so machen müssen und ich werde es kommende Saison umsetzen", versprach Kreider. "Groß, stark, schnell, ernst gemeint und imposant. Vors Tor ziehen und wie ein Powerstürmer spielen, Raum schaffen und auf beiden Seiten des Eises präsent sein."

Die Rangers glauben, dass er, wenn er konstant am rechten Platz in ihrem System spielt, auch im Verteidigungsdrittel, bei den Faceoffs und im Powerplay, einer der besten Powerstürmer der NHL werden kann - ein Schnäppchen für $4,625 Millionen in den kommenden vier Spielzeiten.

"Konstanz ist für mich das wichtigste Wort, egal ob man eine gute oder schlechte Saison gespielt hat", sagte Arniel. "Diese Jungs, die das verstanden haben, erreichen die nächste Stufe. Es sind jene Spieler die Stanley Cups gewinnen und ihre Mitspieler besser machen. Das ist der nächste Schritt den Chris machen muss."

"Ich muss ihm nicht mehr sagen, was die fünf Dinge sind oder ihm ein Video vorführen, denn das weiß er schon alles. Nun kommt es darauf an konstante Leistungen abzurufen, so dass der Zug zum Tor ein Automatismus wird. Den schweren Weg zu gehen und nicht den leichten, darauf kommt es an. Das hat auch etwas mit Reife zu tun. Wenn er seine Konstanz findet, dann bekommen wir einen komplett anderen Spieler."

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