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Ilya Kovalchuks Comeback im Fokus

Der Russe kommt wieder in die NHL, doch vor ihm gab es schon andere bemerkenswerte Rückkehrer

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Der Nummer-1-Pick der Atlanta Thrashers aus dem NHL Draft 2001 kehrt nach fünf Jahren Abstinenz in die NHL zurück und wird sich dem Vernehmen nach am 1. Juli für drei Jahre an die Los Angeles Kings binden und dort auf Torjagd gehen.

Ilya Kovalchuk hatte am 27. April 2013 mit seinem damaligen Arbeitgeber New Jersey Devils bei den New York Rangers sein letztes NHL-Spiel bestritten, ehe ihn die Devils im folgenden Sommer aus seinem langfristigen Vertrag herauskauften und sich so von ihm trennten. Der heute 35-jährige Russe entschied sich daraufhin, nach Russland zurückzukehren und in der KHL für St. Petersburg aufzulaufen.

In 816 NHL-Spielen der regulären Saison für die Thrashers und die Devils verbuchte Kovalchuk genauso viele Punkte, nämlich 816 durch 417 Tore und 399 Assists. In den Stanley Cup Playoffs waren es in 32 Spielen 27 Punkte (elf Tore, 16 Assists). Sein größter Erfolg war der Einzug in das Stanley Cup Finale 2012, das allerdings nach sechs Spielen gegen die Kings verloren ging. Abgesehen von seinen tollen Offensivwerten, sticht aber auch eine katastrophale Minus 116 in der Plus-Minus-Statistik ins Auge.

 

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Vor Kovalchuk gab es in der NHL bereits einige Comebacks von Spielern, die aber zumeist komplett mit dem Eishockey ausgesetzt hatten und dann zurückkehrten. Wir wollen an dieser Stelle die interessantesten Comebacks - trotz der vielleicht fehlenden Vergleichbarkeit - noch einmal aufleben lassen.

Jaromir Jagr kehrte ebenfalls aus der KHL zurück

Als Jagr im Jahr 2008 der NHL den Rücken kehrte, um für Omsk in der russischen KHL zu spielen, hätten die wenigsten daran gedacht, ihn noch einmal in Nordamerika spielen zu sehen. Immerhin war der Tscheche zu dem Zeitpunkt bereits 36 Jahre alt. Doch 2011 war es tatsächlich soweit. Mit 39 Jahren unterschrieb Jagr einen Vertrag bei den Philadelphia Flyers und holte in 73 Spielen der regulären Saison immerhin 54 Punkte (19 Tore, 35 Assists) und in elf Playoff-Spielen acht Punkte (ein Tor, sieben Assists).

Die Flyers nahmen allerdings Abstand von einer Weiterverpflichtung und Jagr unterschrieb bei den Dallas Stars, wo er verletzungsbedingt nur auf 34 Spiele mit 26 Punkten (14 Tore, zwölf Assists) kam, ehe er zur Trading Deadline an die Boston Bruins abgegeben wurde. Mit ihnen feierte er im gleichen Jahr den Einzug ins Stanley Cup Finale, in dem sie aber nach sechs Spielen gegen die Chicago Blackhawks den Kürzeren zogen.

Auch bei seinen weiteren Stationen, den Devils und den Florida Panthers, wusste der alternde Star noch zu überzeugen und verbuchte 2013/14 für New Jersey 67 Punkte und 2015/16 für die Panthers 66 Punkte. Der Lohn war, dass Jagr dadurch noch Mark Messier und Gordie Howe vom 2. bzw. 3. Platz der ewigen Bestenliste der Scorerwertung hinter Wayne Gretzky verdrängte.

Bei seinem letzten Arbeitgeber, den Calgary Flames in der Saison 2017/18, lief es jedoch nicht so gut. Wegen einer Verletzung bestritt er lediglich 22 Spiele und erzielte nur sieben Punkte. Sein Vertrag wurde zur Saisonmitte aufgelöst. Jagr kehrte nach Tschechien zurück, schloss ein weiteres NHL-Comeback jedoch trotz seiner mittlerweile 46 Jahre nicht aus, was aber wenig realistisch sein dürfte.

Saku Koivu war das Herz und die Seele der Montreal Canadiens

Im NHL Draft 1993 wählten die Kanadier den Finnen aus. Nach sechs erfolgreichen Spielzeiten mit den Canadiens wurde bei Koivu Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert. In einem ähnlich gelagerten Fall hatte schon Phil Kessel die Fans in Erstaunen versetzt, indem er frühzeitig aufs Eis zurückkehrte. Auch bei Koivu wurde damit gerechnet, dass er die gesamte Saison ausfallen würde. Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. In den letzten drei Spielen der regulären Saison und in den Playoffs lief der Stürmer wieder auf. Es war eine wunderbare Geschichte, die nur der Sport schreiben kann.

Sechs Jahre später musste sich Koivu einer schweren Augenoperation unterziehen, von der er sich ebenfalls nicht unterkriegen ließ, obwohl seine Sehkraft im linken Auge darunter gelitten hatte. Trotz dieser Umstände gehörte er zu den Spielern der Extraklasse und verbuchte für Montreal und die Anaheim Ducks in 1124 Spielen der regulären Saison 832 Punkte (255 Tore, 577 Assists) und in 80 Playoff-Spielen 59 Punkte (18 Tore, 41 Assists). Im Jahr 2014 beendete er seine bemerkenswerte Karriere.

Mario Lemieux besiegte den Krebs und kehrte zurück

Einer der größten NHL-Spieler aller Zeiten hätte sicher noch viel mehr erreicht, wenn er nicht immer wieder mit schwerwiegenden Handicaps zu kämpfen gehabt hätte. Rücken- und Hüftprobleme säumten die Karriere von Lemieux, die trotz dieser Umstände hervorragend verlief.

 

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Im Jahr 1997 wurde auch bei ihm Lymphdrüsenkrebs festgestellt und Lemieux verkündete daraufhin im Alter von nur 31 Jahren das Ende seiner Karriere. Drei Jahre später feierte er ein umjubeltes Comeback bei den Pittsburgh Penguins, seinem Klub, mit dem er 1990 und 1991 den Stanley Cup gewann. In seinem ersten Spiel schoss der Kanadier sensationell ein Tor und lieferte zudem drei Vorlagen. In der gesamten Saison kam er auf sagenhafte 76 Punkte (35 Tore, 41 Assists) in nur 43 Spielen.

Es war Lemieux allerdings nicht vergönnt, verletzungsfrei zu bleiben und so brachte er es 2001/02 lediglich auf 24 Partien, in denen er dennoch 31 Punkte (sechs Tore, 25 Assists) verzeichnete. Ein weiterer Ausweis seiner Extraklasse war die folgende Saison 2002/03, als er in 67 Spielen 91 Punkte (28 Tore, 63 Assists) sammelte. Nach zwei erneut durch Blessuren stark verkürzten Spielzeiten hängte Lemieux nach der Feststellung eines Herzfehlers im Jahr 2006 die Schlittschuhe endgültig an den Nagel. In 915 Spielen stehen für ihn 1723 Punkte (690 Tore, 1033 Assists) zu Buche. Wer weiß, wo er gelandet wäre, wenn er wie Topscorer Wayne Gretzky nahezu seine komplette Laufbahn fit geblieben wäre.

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